Bauland sammelt 40.000 Euro für Japan

von Liane Merkle

Bild der Zerstörung in Japan. (Foto: M.D. Nakajima)

Rosenberg. Am 11.März diesen Jahres suchte bekanntlich ein enorm schweres Erdbeben und in Folge davon ein gewaltiger Tsunami die ca. 600 km langen Küste Nordost-Japans heim. Vom Moment dieser Nachricht an hatte der in Rosenberg lebende Michael Daishiro Nakajima fieberhaft überlegt, was er tun könnte, um zu helfen.

Als dann die Nachricht vom Tod seiner schwerkranken Stiefmutter eintraf, erschien es ihm wie ein Wink des Himmels, denn nun gab es einen unmittelbaren familiären Anlass, nach Japan zu reisen. So flog er am 13. April in seine Heimat und blieb dort bis zum 31.Mai um diverse Hilfsaktionen zu unternehmen. Drei Tage nach seiner Ankunft fuhr er zusammen mit Ryusuke Okano und zwei anderen jungen Männern nach Soma. Soma liegt etwa 30 km vom havarierten Atomkraftwerk entfernt. „Okano hatte am Vortag aus unserem Spendentopf Wasser und Lebensmittel eingekauft, die wir in einem Kinderhort abgegeben haben.

Bei einem zweiten Einsatz haben wir den ganzen Tag in einer Erdbeerplantage gearbeitet“, so der sympathische Rosenberger traurig, denn dort waren die großen Treibhäuser völlig mit Salzwasser geflutet und somit die ganze Ernte vernichtet worden. Nach Miyako fuhr Nakajima zusammen mit dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates der katholischen Gemeinde in Mobara in der Präfektur Chiba, östlich von Tokyo. Durch dessen Vermittlung konnten die Spendengelder vom Konto der katholischen Pfarrei von Rosenberg an die Gemeinde von Mobara überwiesen werden, die dann u.a. zum Ankauf von Lebensmitteln, Kindersachen usw. genutzt werden sollen. In einem anderen Ort hatte man einen Basar eingerichtet, wo die Katastrophenopfer die nötigen Sachen kostenlos mitnehmen konnten. Die Waren kamen von überall her und die Gesamtleitung hatte Pfarrer Uèsugi aus Sapporo, der mit einigen Helfern hier campierte.

Es schien Michael Daishiro Nakajima und seinen Begleitern selbstverständlich, hier einen Tag lang zusammen mit anderen Helfern in der Kirche und im benachbarten Kindergarten die Sachen zu sortieren und so hin zu stellen, dass die Betroffenen ohne viel Tumult alles sehen und mitnehmen konnten. Bei dieser Gelegenheit mussten die Helfer auch schlimme Szenarien völliger Zerstörung entlang der Küste ansehen.

In Minamisoma kauften sie im Großhandel Wasser, Säfte, Keks, Kosmetik- und Hygiene-Artikel usw. ein u. a. für einen Kinderhort, der zwar nicht offiziell geöffnet war, weil er innerhalb der 30-km-Zone lag (etwa 24 km vom AKW Fukushima I entfernt), aber doch dort zurückgebliebene Kinder betreute.
Durch die Vermittlung der Leiterin konnte Michael Daishiro Nakajima dann noch eine Einrichtung für geistig Behinderte in der Nachbarschaft besuchen und zwei Tage lang zusammen mit anderen Freiwilligen, die von weit her kamen bei Räumungsarbeiten helfen. Zwar durfte auch diese Einrichtung offiziell nicht geöffnet sein, weil die Behinderten im Notfall nicht schnell genug fliehen könnten.
Aber aus verschiedenen Gründen konnten sie nicht evakuiert werden und die Bezirksregierung entschloss sich, das zu tolerieren.

In Shiogama waren man dann zu viert, darunter auch der Pfarrgemeinderatsvorsitzende einer katholischen Gemeinde, um auf den Inseln in der schönen Matsushima-Bucht zu arbeiten. Nicht nur wegen der havarierten Reaktoren – das immense Ausmaß der Katastrophe wird ja erst allmählich sichtbar – sondern auch wegen der unermesslichen Zerstörung durch Erdbeben und Tsunami wird Japan nach Ansicht von Michael Daishiro Nakajima Monate und Jahre lang zu kämpfen haben. Bis jetzt sei schon großartige finanzielle Unterstützung von verschiedenen Staaten und Privatpersonen mit jeweils Millionen-Euro-Beträgen eingegangen, wofür Japan sehr dankbar sei.

Auch Nakajima dankte für die großherzige Hilfe der Spender, die mit bisher rd. 40.000 Euro seine Aktivitäten ermöglicht hatten. Die bisher jüngste Aktion war das Benefizkonzert mit Kalman Irmai und der Sängerfamilie Jäger-Böhm im Atelier „Kunst und Mode“ und er dankte den Künstlern für ihre großartige Hilfe (wir berichteten http://www.NOKZEIT.de/?p=13482). Japan brauche weiter dauerhafte Hilfe. ,,Ich bitte ganz herzlich um Mithilfe. Was ich begonnen habe, soll in Form weiterer finanzieller Unterstützung (vor allem an das Behindertenheim in Minamisoma) fortgesetzt werden“.

Hier das Spendenkonto: Kath. Pfarramt, Volksbank Kirnau BLZ 674 617 33, Kto.-Nr. 16250, Stichwort „Japanhilfe“ (bitte unbedingt angeben).

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