Neue Wohnstätten für viele Tierarten

Oberschefflenz. (pm) Die NABU Gruppe Seckach- und Schefflenztal hat mit dem „Artenschutzschwerpunkt: „Alte Dreschhalle Oberschefflenz“ einen Ort geschaffen, wo viele heimische Tierarten eine Wohnstätte finden können und interessierten Bürgern Beispiele aufgezeigt werden, wie diesen Arten am Haus und im Garten geholfen werden kann, so Christian Thumfart, Vorsitzender der Gruppe am vergangenen Samstag beim Richtfest für´s Wohnungsbauprojekt für bedrohte Arten bei der Dreschhalle in Oberschefflenz.

Hierzu begrüßte Thumfart die Bürgermeister von Billigheim und Seckach sowie den „Hausherrn“, Bürgermeister Rainer Houck aus Schefflenz, außerdem zahlreiche Gemeinderatsmitglieder von Schefflenz und Seckach, interessierte Bürger und die fleißigen Helfer der NABU Gruppe, die dieses Projekt ermöglichten. Unterstützt wurde die Gruppe von Edinger Maler und Gipserbetrieb Oberschefflenz mit einem Baugerüst und von Volker Banschbach Holzbau und Gerd Banschbach Holztechnik aus Unterschefflenz durch persönlichen Einsatz der Betriebsinhaber und Überlassung von Werkstatt, Maschinen und Materialien.

Thumfart erläuterte den Gästen bei einem Rundgang um und durch die Dreschhalle die getroffenen Maßnahmen und die verschiedenen An- und Einbauten.
An den Giebelseiten der Halle sind z.B. verschiedene Giebelbretter angebracht, die den Mehlschwalben das Bauen von Nestern ermöglichen soll. Hier werden für eine Erstbesiedlung auch künstliche Schwalbennester angeboten. Um Fledermausarten eine Wohnstätte und die Möglichkeit der Jungenaufzucht zu ermöglichen, sind verschiedene Modelle Fledermauskästen von Marke Eigenbau bis „Fertighausbauweise“ aufgehängt und an den Dachsparren so genannte „Fledermauslamellen“ angebracht. Außerdem gibt es Nisthilfen für Turmfalke, Schleiereule, die verschiedensten Höhlen- und Halbhöhlenbrüter wie Meisen, Mauersegler, Rotschwänzchen, Fliegenschnäpper, etc. und Niststeine für hohlraumbewohnende Insekten – so genannte Insektenhotels. Gegenüber der Dreschhalle hat die Gruppe einen insekten- und fledermausfreundlichen Garten angelegt. Hier sind nicht nur Insektenhölzer eingegraben und Nisthilfen aufgehängt, sondern auch spezielle Sämereien eingebracht. Diese Pflanzen werden dann vielen Insekten als Nahrungsquelle und Entwicklungsstätte dienen und somit wiederum Fledermäuse anziehen.

Sowohl im Insekten- und Fledermausgarten, wie an der Dreschhalle werden im Laufe der Zeit weitere Maßnahmen für unsere heimische Tierwelt getroffen werden. Eine begeisterte Besucherin hat spontan zugesagt, nächstes Jahr eine „Lehmpfütze“ regelmäßig mit Wasser zu versorgen, damit Schwalben geeignetes Baumaterial für ihre Nester finden können.

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Viele Besucher, darunter Bürgermeister Houck, besuchten die Dreschhalle. (Foto: privat)

Thumfart erläuterte, dass die Gruppe mehr als 1500 Euro in dieses Projekt investiert hat. Außerdem erklärte er, eine Informationstafel solle noch angebracht werden und er betonte nochmals, jeder sollte am eigenen Haus und im Garten etwas für unsere Natur tun und empfahl die Bausteine des Projekts zur Nachahmung.

Bürgermeister Houck bedankte sich für das große Engagement der Gruppe in der Gemeinde und verwies darauf, dass das hier geschaffene auch dem nahe liegenden Kindergarten als Anschauungs- und Betätigungsfeld dienen könne. Er erklärte, die Gemeinde würde für Mehlschwalben am ehemaligen Rathaus Unterschefflenz 20 künstliche Nester anbringen, um der dort vorhandenen Kolonie ein gesichertes Fortkommen zu ermöglichen.

NABU Mitglied Maxi Monika Thürl und Sivia Dorsch überreichten dem Vorsitzenden für seine 40 jährige Tätigkeit als Vorstand und „Motor“ der Gruppe ein besonders Präsent in Form von „Motoröl“.

Auf das Gesamtprojekt wurde jetzt mit Sekt und Rosenlikör angestoßen und beim anschließenden gemütlichen Beisammensein noch viele interessante Informationen ausgetauscht.

Infos im Internet:
www.nabu-schefflenztal.de

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