Sommerschnitt ist biologisch sinnvoll

von Liane Merkle

Mudau. (lm) Bäume wurden seit je her dann geschnitten, wenn man Zeit dazu hatte, also im Winterhalbjahr. In der Landwirtschaft und im Gartenbau ist das noch heute so, man könnte sagen: Tradition. Warum jedoch ein Sommerschnitt von Bäumen und Ziersträuchern in vieler Hinsicht besser ist, das erläuterten Kreisgartenfachwart Josef Püchner und Gartenfachwart Norbert Rippberger im Rahmen eines Schnittkurses, den die Kreisgruppe Buchen-Wertheim im Verband Wohneigentum zusammen mit den Siedler- und Gartenfreunden Mudau angeboten hatten. Beide Fachmänner zeigten sich überaus erfreut ob der guten Resonanz und des Interesses ihrer aufmerksamen Teilnehmer.

Im theoretischen Teil des Nachmittag erläuterten die beiden, dass Bäume und Ziersträucher Schnittmaßnahmen im Sommer grundsätzlich besser verkraften können. Sie haben dann einfach mehr Kraft sich gegen Pilze abzuschotten und Wunden besser zu verschließen. Auch hier gelte, die Gewohnheiten ändern sich. Der Sommerschnitt ist biologisch sinnvoll und unterstützt die Gesundheit der Pflanzen. „Es versteht sich von selbst, dass gesunde Bäume auch sichere Bäume sind“, betonte Josef Püchner. Allerdings müsse selbstverständlich auf Schnittmaßnahmen verzichtet werden, sobald Vögel oder Insekten in den Pflanzen nisten.

Auf dem anschließenden Rundgang mit jeder Menge Anschauungs- und Übungsmaterial folgte dann der praktische Part mit Demonstrationen fachgerechter Ziergehölzschnitte durch Josef Püchner und Norbert Rippberger. Dabei gaben sie auch den Hinweis, dass Beerenobst nach der Ernte ausgelichtet werden sollte, denn zu starker Obstansatz müsse ausgedünnt werden, damit sich die restlichen Früchte Besser entwickeln können. Es empfehle sich, die Wasserschosse samt Astansatzstelle mit der Hand abzureißen. Auf diese Weise würde auch der Astring beseitigt, aus dessen „schlafenden Augen“ sonst bald neue Wasserschosse heranwachsen würden. Als Abschluss des Nachmittags wurde ein mit vier verschiedenen Apfelsorten veredelter Apfelbaum vom letzten Schnittkurs kontrolliert. Dieser hatte sich, so die Meinung der Experten, hervorragend entwickelt. Die vielen Jungtriebe an alten Ästen sind – wie vorher beschrieben – mit der Hand ausgerissen worden, jetzt können die aufgesetzten neuen Apfelsorten gut weiter wachsen.

Mit einem Dank an die aufmerksamen Teilnehmer entließ Josef Püchner diese in die haus- bzw. garteneigene Praxisanwendung.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: