Mudau realisiert Quellen-Rundweg

Ortseigenes Wasser hat beste Mineralwasserqualität

von Liane Merkle

Mudau. Schon die Traditionsfigur des „Mudemer Wassersuchers“ läst in der Odenwaldgemeinde darauf schließen, dass man hier ein besonders enges Verhältnis zu dem kostbaren Nass hat. Dass das ortseigene Wasser nach Aussage des Bürgermeisters inzwischen beste Mineralwasserqualität verspricht, hat den Ortschaftsrat – noch unter Ortvorsteher Kurt Müller – nicht vergessen lassen, wie schwierig die Versorgung mit Trinkwasser für die kleinen Gemeinden auf dem Höhenrücken des Odenwaldes einst war.

Die Idee eines Quellenrundweges wurde nur zu gerne vom jetzigen Ortschaftsratsgremium unter Ortsvorsteher Klaus Erich Schork aufgegriffen und zusammen mit dem Bauhof der Gemeinde und dem engagierten Christoph Müller realisiert. Im Beisein von Manfred Robens als Geschäftsführer des Naturparks Neckartal-Odenwald, Stefan Schwab als Bürgermeister von Markt Kirchzell, dem ehemaligen Wassermeister Günter Hört sowie seinem Nachfolger Kurt Henrich, Bauamtsleiter Lothar Schmitt, dem gesamten Ortschaftsratsgremium sowie rd. 50 interessierten Wanderern aus nah und fern eröffnete Bürgermeister Dr. Norbert Rippberg ganz offiziell den neu gestalteten Quellen-Rundweg und gab ein kurzes Resümee über dessen Entstehung und die Mudauer Wasserversorgung.

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Im Beisein zahlreicher Wanderer eröffnete Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger den Rundweg. (Foto: Liane Merkle)

Manfred Robens lobte die Gemeinde Mudau als verlässlichen Partner des Naturparks und freute sich, dass der Naturpark durch Mittel des Landes in der Lage war, die Einrichtung des neuen Vorzeigeprojekts mit 5.500 Euro zu bezuschussen.

Nachdem Pfarrerin Renate Seraphin-Hohmann die Bedeutung des Wassers für die Christen als Quelle des Lebens heraus gestellt und es mit dem an diesem zeitgleichen zentralen Tauf-Sonntag ganzen Badischen Landeskirche im „Jahr der Taufe“ in Verbindung gebracht hatte, lud Harald Grimm zu der von Christoph Müller ausgearbeiteten zweistündigen Rundwegwanderung ein.

Am Alten Hochbehälter, der 1890 errichtet wurde, war dann der 1. Halt. Hier erfuhren die interessierten Wanderer, dass damals die Seequelle und die Waldquelle als Hohe-Busch-Quelle neu gefasst wurden und über diesen Hochbehälter und Holzleitungen Mudau mit Wasser versorgten. Über 60 Jahre lang war der Hohe Busch Mittelpunkt der Mudauer Wasserversorgung. Noch heute ist dieser alte Hochbehälter zuständig für die Brunnen im Ort, die Freizeitanlage Weller und die Sportplatzbewässerung.

Gleich der zweite Stopp zeigte als modernes Pendant das 1997 errichtete Wasserwerk Stallenbirken, im direkten Anschluss an 1953 gebauten neuen Hochbehälter. Hier vereinen sich die mittlerweile vier neuen Tiefbrunnen der Gemeinde, deren Wasser ohne chemische Aufbereitung, lediglich mechanisch entsäuert, an den Verbraucher abgegeben werden kann. An der dritten Station wurde u. a. die Altersbestimmung der Tiefbrunnenwässer angeführt, ehe Harald Grimm an der Brunnenstube der Hohe-Busch-Quelle auf Details dieser Oberflächenwasserquelle einging. Weiter erfuhren die Wanderer, dass die Geschichte der Tiefbrunnen auf Bürgermeister Erich Bucher und den Geologen Dr. Ernst Becksmann zurück zu führen sei. Vor allem letzterem sei es zu verdanken, dass sich schon die beiden ersten Bohrungen der Tiefbrunnen in Richtung Langenelz erfolgreich gestalteten.

Wie den Ausführungen von Christoph Müller zu entnehmen war, waren die Mudauer so stolz und glücklich über ihre Tiefbrunnen, dass sie seither den Beinamen „Mudemer Wassersuchen“ inne haben. Die Freizeitanlage Weller rundete mit ihrer Kneipp-Anlage als Nutznießer der Hohe-Busch-Quelle den neuen Quellen-Rundweg geographisch und kulinarisch harmonisch ab.

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