APG-Kunstprojekt belebt triste Amtsflure

Mosbach. Leider gibt es Klischees, die sich in der Wirklichkeit genau so wiederfinden. Lange, eintönige Amtsflure gehören dazu – auch im Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises. Das hat Landrat Dr. Achim Brötel bei seinem Grußwort anlässlich der Vorstellung der Bilder aus dem Projekt „Kinder – Jugend – Familie“ ganz klar eingeräumt. Dank dieses spannenden Kunstprojektes sehen zumindest im Jugendamt die – immerhin auch renovierten – Wände nun anders aus, lebendig und farbig. Dafür haben Schülerinnen und Schüler des Oberstufenkurses Kunst des Mosbacher Auguste-Pattberg-Gymnasiums mit ihrem Lehrer Bernhard Stüber gesorgt. Was sich nicht nur der Landrat nun direkt vor Ort angeschaut hat.

Schon in der Vergangenheit hat das Landratsamt immer wieder erfolgreich mit dem Auguste-Pattberg-Gymnasium verschiedene Aktionen gestartet. Nun, so der Landrat, habe man erneut „offene Türen eingerannt“, als es darum ging, die Räumlichkeiten im Landratsamt, die noch dazu von einer hohen Besucherfrequenz gekennzeichnet sind, ansprechender und zum naheliegenden Thema „Kinder – Jugend – Familie“ passend zu gestalten. Bernhard Stüber hat die Idee aufgegriffen und in seinen Unterricht integriert. „Ich habe ein von der Malweise aus betrachtet homogenes Gesamtkonzept verbindlich vorgegeben, inhaltlich und die Farbwahl betreffend aber größtmögliche Freiheiten zugelassen.“ 12 Schülerinnen und ein Schüler haben in der Folge zum Thema passende Fotos am PC bearbeitet, als Schwarz-Weiß-Version angelegt und anschließend per Tontrennung in meist fünf Schichten umgewandelt. Mit Tageslichtprojektoren wurden die auf Folien ausgedruckten Fotos stark vergrößert und als lineare Zeichnungen mit Bleistift auf weiß grundierte Platten übertragen, bevor aufwändig gemischte Farbabstufungen Schicht für Schicht aufgetragen werden konnten. Was sich reichlich kompliziert anhört, hat faszinierende, großformatige Ergebnisse hervorgebracht. Die zugrundeliegenden Fotos können noch erahnt werden, tatsächlich unterscheiden sich die Bildercollagen aber doch gravierend.

Bei der offiziellen Vorstellung, die von Marlene Bley am Keyboard völlig unaufgeregt, aber nichtsdestotrotz hervorragend musikalisch umrahmt wurde, waren ergänzend auch Bleistiftzeichnungen und dazu verfasste Texte der Schülerinnen und Schüler ausgestellt. Diese wandern wieder zurück in den Besitz der jungen Künstlerinnen und Künstler. Die Bildercollagen aber – Kopien der Originale – sollen in Kürze ihren endgültigen Platz an den Wänden der Flure im Gebäude 4 finden. Bilder, die laut Stüber eine „ganz besondere, eine ganz persönliche Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Kinder – Jugend – Familie offenbaren“.

Der Landrat dankte den jungen Leuten für ihre Mitarbeit und für die Überlassung von Kopien ihrer zweifellos sehr persönlichen Werke, aber auch Bernhard Stüber samt der Schulleiterin Regine Schmock für deren Engagement bei dem Projekt. Auch den Kollegen Rainer Wirth und Paul Kraft im Landratsamt, die das Projekt mitinitiiert hatten, dankte Dr. Brötel und bemerkte augenzwinkernd: „Sie bekommen zwar kein Geschenk, aber sie dürfen dafür in einem jetzt wirklich tollen Ambiente arbeiten. Das ist doch auch schon was…“

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Alina Brust, Eda Celik, Manuel Fröhlich, Alexandra Hantschel, Sarah Hausner, Kirstin Heckmann, Lisa Jedamzik, Julia Mittmesser, Louisa Prior, Lisa Roth, Selina Schwarz, Ellen Thoma und Nesrin Uyman besuchen alle den Oberstufenkurs Kunst bei Bernhard Stüber am Auguste-Pattberg-Gymnasium in Mosbach. Mit ihren Werken zum Themenkreis „Kinder-Jugend-Familie“ tragen sie zur Verschönerung des Gebäudes 3 (Jugendamt) im Landratsamt bei. (Foto: LRA)

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