„Betreuungsgeld nicht im Sinne der Kinder“

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen unterstützt die Aussage von 21 Verbänden und Gewerkschaften
„Es wäre geradezu fatal, wenn aufgrund eines Betreuungsgeldes von 150 Euro sozial schwache Familien darüber nachdenken müssten, was sie dringender benötigen: das Geld oder ein gutes Bildungs- und Förderungsangebot für ihre Kinder“, erklärt der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts der am 4. Juli im Bundestagsausschuss für Familie, Senioren , Frauen und Jugend stattgefundenen Anhörung zum Thema Betreuungsgeld. Er kritisiert, dass die Einführung eines solchen Betreuungsgeldes „im krassen Widerspruch zu allen bildungs- und migrationspolitischen Zielen, die die Bundesregierung zu haben vorgibt“, steht.
Ein Betreuungsgeld würden diejenigen Eltern erhalten, die ihr Kind ab dem Jahr 2013 nicht in einer Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflege betreuen lassen, sondern dies selber wahrnehmen. „“Wir müssen dabei daran denken, dass auch der Staat jeden Euro nur einmal ausgeben kann und dass das Geld dringend für gute Betreuungsangebote benötigt wird. So wie das Betreuungsgeld geplant ist, wird es aber Eltern geben, die meinen, es sich nicht leisten zu können, auf das Betreuungsgeld zu verzichten. Bei denen bleibt die Förderung der Kinder dann auf der Strecke“, so die AsF-Kreisvorsitzende Ursula Hammer. Wenn es uns wichtig ist, dass alle Kinder die gleichen Chancen auf ein gut gefördertes Aufwachsen haben sollen, so fordert der Präsident des Kinderschutzbundes Heinz Hilgers, dann müssen ideologische Debatten über ein Betreuungsgeld, wie sie in der Anhörung geführt wurden, aufhören.

Die Vorsitzende des Zukunftsforums Familie (ZFF), Christiane Reckmann unterstreicht, dass wir jeden Euro brauchen, um den Ausbau des Betreuungsangebots in Kindertagesstätten zu fördern. Im Neckar-Odenwald-Kreis werden wir per Gesetz bis 2013 für 32 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze schaffen müssen.

„Wir können diese Ziel erreichen“, so Kreisrätin Dr. Dorothee Schlegel. Allerdings zeigt der zweite Zwischenbericht zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes, dass der Ausbau bis zum Sommer 2013 noch erheblich gesteigert werden muss, was auf einige, aber nicht alle Gemeinden in unserem Kreis zutrifft, um das politische Ziel der Bundesregierung von durchschnittlich 35 Prozent zu erreichen. Und dies kommt vor allem den Kindern zugute. Denn es dürfen nicht Familienmodelle hochgehalten werden, die als erstrebenswert gelten, sondern es muss die tatsächliche Wirklichkeit der Kinder berücksichtigt werden. Das Wohl und die Zukunft der Kinder müssen uns wichtiger sein als die politischen Wünsche und Vorstellungen, wie eine Gesellschaft sein sollte. „Wenn wir durch gute Betreuungsangebote vor Ort erreichen, dass Mütter berufstätig sein können, dann geht es auch den Familien finanziell besser und unsere Gemeinden werden für Familien attraktiver werden“, unterstreicht Heide Lochmann die Haltung, der sich, um nur drei zu nennen, der Verband berufstätiger Mütter, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Deutsche Juristinnenbund angeschlossen haben.

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