Ein Sieger, viele Gewinner

„Murgtal-Werkstätten“ bei Deutschen Fußballmeisterschaften für Menschen mit Behinderung dabei

Das Team „Mosbach 2“ der Johannes-Diakonie gewann gegen die „Caritas Knipser“ aus Freiburg 3:0. (Foto: Dirk Adler)

Neckarelz. (pm) „Das Turnier bloß nicht verpassen!“ Das sagte sich auch das Team „Tannenhag-Schule“ aus Friedrichshafen. Um pünktlich zu den diesjährigen Baden-Württembergischen Fußballmeisterschaften für Menschen mit Behinderung in Neckarelz aufzubrechen, machten die Spieler ihre Schule in der Nacht zuvor zum Schlafquartier. Neben der „Tannenhag-Schule“ traten 24 weitere Mannschaften in vier Leistungskategorien (A, B, C und D) bei dem Turnier hellwach an. Die „Murgtal-Werkstätten Rastatt“ qualifizierten sich als Sieger in der stärksten Leistungskategorie A für die Teilnahme an den Deutschen Fußballmeisterschaften für Menschen mit Behinderung im September in Duisburg. Dazu trug auch ein Quäntchen Glück bei.
Denn ein Team konnte an den Baden-Württembergischen Meisterschaften nicht teilnehmen, und die „Murgtal-Werkstätten Rastatt“ rückten bei dem Qualifikationsturnier für die Deutschen Fußballmeisterschaften nach. Doch in Neckarelz gab es viele glückliche Gewinner. Zu ihnen gehörte auch die Mannschaft „Mosbach 2“ der Johannes-Diakonie. „Ich gebe die Hoffnung auf eine Platzierung nicht auf“, zeigte sich Benjamin Körkel vor dem letzten Spiel in der Leistungskategorie C sicher. „Wir müssen in der Defensive stark sein“, erklärte der Spieler. Die Taktik ging auf. „Damit haben wir nicht gerechnet“, begründete Coach Tobias Nolden die gute Stimmung im Team nach dem Turnier: „Kein Spiel verloren!“ Am Ende erfüllte sich die Hoffnung von Benjamin Körkel mit Platz drei für „Mosbach 2“.
„Ihr habt es geschafft, dabei zu sein“, lobte Matthias Piringer, Leiter der Abteilung Fußball der SpVgg Neckarelz, alle Mannschaften. Für ihn waren die Platzierungen zweitrangig. Deshalb gab es von ihm für jeden Spieler einen Fan-Schal, der an das DFB-Pokal-Spiel SpVgg Neckarelz gegen Bayern München im Jahr 2009 erinnerte. Den Vertretern der Johannes-Diakonie dankte er für die Organisation der Sportveranstaltung. Auch im nächsten Jahr werde die Spielvereinigung ihre Sportstätte für die Baden-Württembergischen Fußballmeisterschaften zur Verfügung stellen, kündigte Piringer an.
Dafür dankte auch Fachbereichsleiter Jürgen Rossnagel von der Johannes-Diakonie der SpVgg Neckarelz und der Stadt Mosbach. Sein Dank galt ebenso allen Betreuern, Helfern, Schiedsrichtern und dem Deutschen Roten Kreuz für die Unterstützung des Turniers. Hier beglückwünschten auch Vorsitzender Fritz Wurster und Leiterin der Service- und Koordinationsstelle Tanja Schragl von Special Olympics Baden-Württemberg Jennifer Rosenlehner und Udo Götz. Die beiden Sportler der Johannes-Diakonie waren wenige Tage zuvor aus Athen zurückgekehrt, wo sie bei den „Special Olympics World Summer Games“ mit hervorragenden Leistungen glänzten (wir berichteten).
Die Olympioniken selbst zeichneten zusammen mit Vorstandsmitglied Jörg Huber und Geschäftsbereichsleiter Manfred Amend von der Johannes-Diakonie die Fußball-Mannschaften mit Pokalen, Medaillen und Urkunden aus. In der Leistungskategorie A belegten die ersten drei Plätze: „ATW Mannheim“, GWW Sindelfingen“ und „Mariaberger Heime 1“. In der Kategorie B freuten sich über die besten Platzierungen: „Lokomotive Hegenberg 2“, „TSG Reutlingen“ und „Therapeutikum Heilbronn-Öhringen“. „FC Rosenharz 1“, Pilgerhaus Weinheim“ und „Johannes-Diakonie Mosbach 2“ erspielten die meisten Punkte in der Kategorie C. In der Kategorie D erreichten „Lebenshilfe Bruchsal“, „Kraichtal-Werkstatt Sinsheim“ und „LAG Lautenbach“ die ersten drei Ränge.

wpid-468Ein-Sieger-viele-Gewinner-2011-07-14-21-31.jpg
Den Mannschaften und Coaches wurde auch nach den Spielen viel abverlangt: Schwer zu tragen hatten sie an Pokalen, Medaillen, Urkunden und Fan-Schals, die hier Jörg Huber (r.) überreichte. (Foto: Dirk Adler)

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: