Investition in die Patientensicherheit

Neues Gerät für Wirbelsäulen-OP´s angeschafft – Dr. Zeugner engagiert sich auch in Afrika

Das neue Neuromonitoring sorgt bei Wirbelsäulen-Operationen für mehr Sicherheit – für den Patienten und für den Chirurgen. In den Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen steht dieses High-Tech-Gerät seit kurzem Dr. Zeugner (rechts) und seinem Team von der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie zur Verfügung. Bei der offiziellen Übergabe erklärte der Wirbelsäulenspezialist Landrat Dr. Achim Brötel (dritter von links) und Geschäftsführer Andreas Duda (zweiter von links) die Funktionsweise. (Foto: LRA)

Buchen. (lra) In den USA sind – im Gegensatz zu Deutschland – Operationen an der Wirbelsäule mit einem sogenannten „Neuromonitoring“ Standard. An den Neckar-Odenwald-Kliniken mittlerweile auch: Denn für die Klink für Wirbelsäulenchirurgie wurde für rund 50.000 Euro ein derartiges medizinisches High-Tech-Gerät angeschafft. Damit werden die Sicherheit der Patienten und auch die Sicherheit der Ärzte ungemein erhöht, weshalb es auf der „Ausstattungswunschliste“ von Chefarzt Dr. Andreas Zeugner ganz weit oben stand. Üblich ist diese Ausstattung in Kliniken dieser Größenordnung freilich nicht; mit der Beschaffung hat die Klinikleitung der erfreulichen Tatsache Rechnung getragen, dass die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie mittlerweile auch überregional einen hervorragenden Ruf genießt und die Patienten von weit her nach Buchen kommen.

Im Beisein von Vertretern der Herstellerfirma erläuterte Dr. Zeugner Landrat Dr. Achim Brötel und Geschäftsführer Andreas Duda die Funktionsweise des unscheinbaren Gerätes: Operationen an der Wirbelsäule und das Einsetzen von Implantaten oder Schrauben sind schon allein deshalb sehr heikel, weil das hochempfindliche Rückenmark und wichtige Nervenstränge sich in unmittelbarer Nähe des Operationsfeldes befinden. Mittels Elektroden „erkennt“ das Gerät, wenn die Operateure den Nerven zu nahe kommen oder eine Schraube nicht optimal platzieren. Wie eine Ampel warnt das Neuromonitoring die Ärzte, lange bevor eine Schädigung eintreten kann. Manchmal notwendige Zweitoperationen können so erfolgreich vermieden werden.

„Die besten Wirbelsäulenchirurgen Deutschlands vertrauen diesem Gerät und nutzen es als zusätzliche Sicherheit für die Patienten und auch für die eigenen Arbeit“, betonte Kai Spilker von der Herstellerfirma. Auch die Anästhesie, vertreten durch Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, ist eingebunden, weil die Wahl der Narkosemedikamente Einfluss auf die Funktion des Gerätes hat. Dr. Genzwürker war sich mit Landrat Dr. Brötel und Geschäftsführer Duda einig: „Alles, was der Patientensicherheit und optimalen Operationsergebnissen dient, muss bei Neuanschaffungen Vorrang haben.“

Am Rande der Vorstellung berichtet Dr. Zeugner auch von seinen zwei Aufenthalten in Sierra Leone, ein Engagement, das über Kai Spilker von der Herstellerfirma des Geräts und in Zusammenarbeit mit befreundeten Ärzten zustande gekommen ist. In diesem bitterarmen westafrikanischen Land gibt es „praktisch keine medizinische Versorgung.“ Operiert würde so gut wie gar nicht und nur die Reichen könnten es sich leisten, in andere Länder zu reisen, um sich behandeln zu lassen. „Es fehlt schlicht an allem: an Ausstattung und beinahe noch mehr an geschultem Personal“, so der Chirurg, der mit seinen Kollegen insgesamt drei Wochen komplett auf eigene Kosten nach Afrika gereist ist, um dort unter für westliche Verhältnisse unvorstellbaren Bedingungen dringend notwendige Operationen an der Wirbelsäule durchzuführen. „Dort, wo Ärzte wie wir oder andere Hilfsorganisationen nicht hinkommen, vegetieren schwerkranke Leute einfach vor sich hin, bis sie sterben“, erklärt Dr. Zeugner. Tatsächlich liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei gerade mal gut 42 Jahren. Eins, so der Chirurg, der auf jeden Fall weitere Reisen nach Sierra Leone plant, habe er in Afrika gelernt: „Dass wir, sowohl die Ärzte als auch die Patienten, sehr, sehr zufrieden sein müssen mit diesem sehr hohen Standard, den wir auf dem medizinischen Sektor und natürlich auch auf anderen Gebieten haben.“

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