Nächtliches Unwetter stoppt Extrembiker

(Foto: Sportograf)

Bad Griesbach/Billigheim. Am vergangenen Wochenende startete der Extrembiker Michael Kochendörfer beim 24-Stunden-Rennen in Bad Grießbach. Das Rennen wurde dieses Jahr in Kooperation des TSV Grießbach und dem WM-Organisator SOG Events durchgeführt. Der 5,2 Kilometer lange Rundkurs mit 100 Höhenmetern und einem Waldtrail mit einer 20%-igen Steigung war sehr anspruchsvoll.

Gut vorbereitet ging der Winterhauchbiker aus Billigheim an den Start, weshalb er sich gemeinsam mit dem belgischen Weltmeister Ives Verbruggen absetzen konnte. Gemeinsam fuhren die beiden Spitzenbiker die ersten vier Stunden ein sehr hohes Tempo, obwohl es Kochendörfer ansonsten gewohnt ist, seinen eigenen Rhythmus zu fahren. „Da ich mich gut fühlte, ging ich das Tempo mit“, erzählte der Billigheimer.

Die Temperaturen stiegen so auf 30°C, weshalb der Odenwälder das Tempo reduzierte und den Belgier fahren ließ. Mit dem Abstand von ein paar Minuten drehten die Ausdauerathleten ihre Runden und setzten sich vom Verfolgerfeld immer weiter ab.

Bei Anbruch der Dunkelheit ging die Montage der Lampe reibungslos und ohne große Zeitverluste vonstatten. Gegen 22.30 Uhr ging ein heftiges Unwetter, mit Blitzen und Sturmböen über dem Rundkurs nieder, weshalb sich die Veranstalter entschlossen, das Rennen zu unterbrechen, um Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten. Da der führende Belgier die Zeitnahme noch schaffte, verlor der Billigheimer eine Runde auf seinen Widersacher.

Da das Gewitter nicht nachließ, mussten die Organisatoren umdisponieren. Mit Hilfe der örtlichen Feuerwehr wurde die Strecke mitten in der Nacht umgebaut und von Ästen und herumliegenden Gegenständen befreit. So wurde insbesondere die gefährlichen Waldpassagen umfahren.

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(Foto: Sportograf)

Nachts um 3.00 Uhr wurde das Rennen wieder freigegeben. Michael Kochendörfer kam trotz der unfreiwilligen Pause wieder gut in Tritt, sodass er den Vorsprung zu seinen Verfolgern ausbauen. Auf den führenden Fahrer Verbruggen verlor er jedoch etwas an Boden. Als der Tag anbrach, wurden die Lampen demontiert, Kette und Schaltung vom Schmutz befreit und geölt, um die restlichen Rennstunden in Angriff zu nehmen. Am Ende lag Michael Kochendörfer hinter Ives Verbruggen auf dem zweiten Platz.

„Nach dem Rennen war ich mir nicht ganz sicher, ob ich den Sieg dieses Mal nicht eher im mentalen Bereich verloren hatte, da ich mir zu Beginn des Tempo des Gegners aufdrücken ließ“, zog Michael Kochendörfer ein von leichter Enttäuschung geprägtes Fazit. Dennoch war der Billigheimer nicht unzufrieden mit dem Start in Bad Griesbach, da er bei schwierigen wechselnden Bedingungen gut zurecht gekommen war und sein Team einmal mehr perfekt funktionierte. In 20 Rennstunden absolvierte der Extrembiker 74 Runden mit insgesamt 370 Kilometern und 7.400 Höhenmetern.

Ein großes Kompliment gebührte den Veranstaltern, denen es trotz der nächtlichen Wetterkapriolen gelungen war, das Rennen trotz der Unterbrechung geordnet und regulär über die Bühne zu bringen. Auch die Zuschauer zeigten Klasse, sorgten sie insbesondere bei den heftigen Steigungen für motivierenden Beifall.

Auf eine Titelverteidigung beim 12-Stunden-Rennen in Külsheim will Michael Kochendörfer an diesem Wochenende verzichten, um nicht die weitere Saisonplanung zu gefährden. Nach einer kurzen Regenerationszeit gilt der Weltmeisterschaft Ende August die volle Konzentration.

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