Beherzt anpacken in und für Gemeinden

Dienstleistungsgruppe der Johannes-Diakonie erfüllt Aufträge von A bis Z

Mit der Arbeit der Dienstleistungsgruppe zeigt sich auch Friedbert Frei (3.v.l.) zufrieden. Günter Sporer (l.) leitet neben anderen Rainer Stephan (2.v.l.) bei den vielfältigen Aufgaben der Gruppe an. (Foto: Dirk Adler)

Schwarzach. (da) Manchem Gartenfreund oder Tierliebhaber ist es lästig: Unkraut jäten, Rasen mähen oder Stall ausmisten. Doch es gibt Menschen, die diese Arbeiten lieben. Rainer Stephan etwa ist beim Ausrupfen von Queckengras und Giersch ganz in seinem Element. Nathalie Fäth zeigt sich beim Reinigen von Ziegengehege und Hasenstall unermüdlich. Nathalie Fäth und Rainer Stephan gehören zur Dienstleistungsgruppe der Schwarzacher Werkstätten für behinderte Menschen der Johannes-Diakonie Mosbach. Die zehn Beschäftigten und zwei Leiter der Gruppe packen bei Aufträgen von Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen in der Region an. Dabei geht es um mehr, als für die Kunden ein gutes Arbeitsergebnis zu erbringen. Denn genauso wichtig sind die Begegnungen von Mensch zu Mensch bei der Arbeit.

„Dienstleistungen von A bis Z – von Apfelsaft pressen bis Zebrastall ausmisten“ lautet das Motto der Dienstleistungsgruppe. Entsprechend breit ist sie aufgestellt. Für Privatpersonen pflegt die Gruppe Gärten und für eine Firma den Parkplatz. Auch bei Umzügen und Entrümpelungen fasst sie an. Zu den Auftraggebern der Dienstleistungsgruppe gehören ebenso Gemeinden. Für diese kümmert sie sich zum Beispiel um Streuobstwiesen, Friedhöfe und eine Parkanlage.

Aus den flexiblen Dienstleistungen ziehen nicht nur die Auftraggeber Nutzen. Denn die Gruppe bietet auch Alternativen zur „klassischen“ Arbeit in den Werkstätten für behinderte Menschen. Für die Beschäftigten ist die Arbeit im Freien eine Abwechslung, die sie bei Wind und Wetter gerne annehmen. Rainer Stephan zum Beispiel wechselt je nach Lust und Auftragslage zwischen zwei Arbeitsplätzen. Den einen Tag arbeitet er in der Pulverbeschichtung in den Werkstätten, den anderen Tag draußen in der Landschaftspflege. „Auf diese Weise können die Beschäftigten ihre Fähigkeiten erkennen und erweitern“, erklärt Gruppenleiter Michael Allespach. Dabei leisteten die Menschen mit Behinderung zugleich einen Beitrag für das Gemeinwesen. „Wir möchten als Bürger unter Bürgern auch das Bild der Gemeinden mitgestalten“, ergänzt Allespach.

Dabei zeigt sich die Friedhofspflege als Arbeitsbereich, der doppelte Sensibilität erfordert. Ein Friedhof ist ein öffentlicher Raum, der das Bild einer Gemeinde mitbestimmt. Auch spiegelt er den Respekt vor verstorbenen Menschen und den Hinterbliebenen wider. Deshalb freut sich Bauhofleiter Friedbert Frei von der Gemeinde Aglasterhausen darüber, dass er sich auf die Dienstleistungsgruppe der Johannes-Diakonie verlassen kann. Die Gruppe entlaste den Bauhof bei seinen Aufgaben, und der Friedhof biete jederzeit einen gepflegten Anblick.

Ein sensibler Arbeitsplatz ist die Begräbnisstätte auch, weil hier Pietät und Feingefühl erwartet werden. „Unsere Beschäftigten haben ein gutes Gespür für Menschen, die sie auf dem Friedhof treffen“, ist die Erfahrung von Günter Sporer. „Die Beschäftigten wissen, sich rücksichtsvoll zu verhalten“, so der Gruppenleiter weiter. Dazu gehöre nicht nur, sich bisweilen zurückzunehmen. Manchmal bedeute das auch, jemandem behilflich zu sein. Die Friedhofsbesucher zeigten sich dankbar – sei es etwa dafür, dass die Dienstleistungsgruppe Begräbnisstätten hegen oder älteren Menschen beim Tragen von Gießkannen an die Hand gehen.

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