Dankeschön-Konzert in Seckach

von Liane Merkle

Seckach. „Die sind doch Fernsehreif“, kann sich eine ältere Dame im Publikum vor Begeisterung nicht mehr zurückhalten. Und in der Tat sind der russisch-orthodoxe Chor „Nadeschda“ unter Dirigentin Nadeschda Franko und das Kinderensemble „Russitschi“ unter Leitung von Michail Grigorjew in ihrer Heimat überaus berühmt und „hoch dekoriert“. Doch auch in Seckach sind diese beiden hervorragenden Klangkörper schon lange keine Unbekannten mehr, veranstalten sie doch hier im zweijährigen Rhythmus zusammen mit der „Caritas St. Petersburg“ ein Dankschön-Konzert vom Feinsten, das dieses Mal im neu sanierten Bernhardsaal im Kinder- und Jugenddorf Klinge stattfand.

Unter dem begeisterten Publikum begrüßte Dorfleiter Dr. Cassar vor allem die Ehrenbürger der Gemeinde Ekkehard Brand und Pfarrer Herbert Duffner, Meinrad Edinger als 1. Vorsitzenden des Trägervereins sowie den Geistlichen Beirat der russischen Freunde Pater Mariano, Caritas-Direktorin Natalia Pewzowa und Dolmetscher Vladim Antonow.
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(Foto: Liane Merkle)

Die beiden Letztgenannten erläuterten auch, warum „Dankeschön-Konzert“. Demnach habe man von der Klinge nicht nur gelernt, wie man mit sozial benachteiligten Kindern umgehen sollte und wie man ihnen helfen könnte, sondern man verdanke den Freunden in Seckach und der Klinge auch in hohem Maße das finanzielle Polster für dieses Hilfsangebot, da caritative Einrichtungen in Russland nicht vom Staat gefördert werden.

Wie Dr. Cassar in seinen einleitenden Worten betonte, gehöre es einfach nicht zur russischen Tradition, die Armen und Hilfsbedürftigen zu unterstützen. So nahm Natalia Pewzowa dankbar und gerne die Spenden des kleinen Simon aus dem „Haus Barbara“ und von Christa Parstorfer als Vertreterin der Kirchengemeinde entgegen.

Nur mit der finanziellen Hilfe der deutschen Freunde und Mitstreiter sei es möglich, dass die religiöse Organisation „Katholisches Wohlfahrtszentrum Caritas St. Petersburg derzeit 15 Hilfsprojekte, darunter das soziale Kinderzentrum Ostrowok, die Tagesstätte „Kinder in Not“ in Luga sowie die Unterstützung von Kindern in öffentlichen Waisenhäusern im Verwaltungsgebiet „Leningrad“ anbieten könne.

„Unsere Kinder wissen leider zu gut, was Hunger, Kälte und Not bedeuten und wir sind ihnen tief dankbar, dass mit ihrer Hilfe 120 Kinder in St. Petersburg versorgt werden können“. Und Natalia Pewzowa weiß inzwischen aus langjähriger Erfahrung, dass es keine besseren und klangvolleren Dank gibt als die getragenen und von tiefem Glauben geprägten Vorträge des Chores „Nadeschda“, wo jedes einzelne Chormitglied als geschulter Solist glänzt, sowie des fröhlich-frechen Kinderensembles „Russitschi“, das seine überwiegend heiteren russischen Volkstänze und Volkslieder mit Balaleiken, Schaleiken (Hornpfeifen), Panlöten, Doppelrohrflöten, Schlaginstrumenten, Xylophon und Spiellöffel sowie Gesang darbot.

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(Foto: Liane Merkle)

„Perfekt!“ in Timing und Qualität, konnte sich das Publikum im ersten Programmteil ganz dem überwiegend ernsten sakralen Liedgut wie „Du der für uns von der Höhe sorgt und Leidende aufnimmt“, „Prophezeiung über Jungfrau Maria“, „Dich Gott, loben wir“, „Der cherubische Lobgesang“, „Kostet und seht, wie gütig der Herr ist“, „Zu Deinem heiligen Abendmahl“ und weiteren hingeben, die Dolmetscher Antonow für die deutschen Freunde übersetzte und anmoderierte. Dafür galt der zweite Teil des ansprechenden Konzerts ganz dem jugendlichen Humor und Übermut mit der Liedauswahl von Michail Grigorjew.

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