„Stresstest“ für „Leben braucht Wasser“-Pumpen

Seckach. Wasser, kostbares Nass, für uns jederzeit und in fast beliebiger Menge in bester Lebensmittelqualität verfügbar, dieses „ blaue Gold“ ist für viele Menschen nur schwer oder gar nicht erreichbar. Während bei uns täglich 50 l pro Bürger im Durchschnitt täglich durch die Toilette rauschen, ist Wassermangel in vielen Gebieten unserer Welt chronisch bittere Realität. Acht Prozent der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Wasser noch mehr, es fehlt der Landbevölkerung zur Bewässerung ihrer Felder, Hungersnöte sind die Folge. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen haben sich engagierte Seckacher Bürger das Motto“ Hilfe zu Selbsthilfe „ auf die Fahnen geschrieben.

Bernhard Heilig aus Seckach hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, seine Energie und Kraft zu bündeln und als Vorsitzender des Vereins „ Förderkreis Leben braucht Wasser e.V. dem Dritte-Welt-Wasser-Forum“ von Kyoto Taten folgen zu lassen. Durch den Einsatz von Einfachstpumpen soll den Ärmsten in Peru die Möglichkeit gegeben werden, ihre Felder in Eigenleistung bewässern zu können. Das regenarme Gebiet Mocupe 30 km nördlich der Stadt Chiclayo bekommt vom lebenspendenden Regen des pazifischen Ozeans nur spärlich wenig ab. Die Bauern dieses trockenen und staubigen Gebietes sind auf Grundwasser und auf die Flüsse, die von den Anden kommen, angewiesen. Oft muss das Wasser mit Gefäßen mühsam über weite Entfernungen herbeigeschafft werden.

In Zusammenarbeit mit dem Sportanglerverein Seckach e.V. fand nun auf dem Vereinsgelände ein Feldversuch zur Überprüfung der komplett überarbeiteten Schalung zum Pumpenbau statt. Die Schalung zum Fertigen der Einfachstpumpen wurde von dem Vereinsmitglied Konrad Heilig im Rahmen seines Maschinenbaustudiums an der Fachhochschule Frankfurt entwickelt. Die Fa. Vogt ,Sindolsheim fertigte und stellte 6 Gießformen dem Förderkreis zur Verfügung. Ziel der Überarbeitung der bestehenden Gießformen war es, die Pumpen prozesssicherer mit hoher Qualität und einfachsten Mitteln herzustellen. Das Fertigen der Pumpen mit den optimierten Gießformen finden im August vor Ort durch ein Team des Förderkreises “ Leben braucht Wasser e.V.“ statt.

Ingenieure der Fa. Braun, Walldürn nahmen sich die Zeit und analysierten und testeten die fachgerechten Formkonstruktion. Anschließend betonierten sie eine komplette Einfachstpumpe bestehend aus 3 Einzelteilen.

Bei dem im August stattfindenden Besuch wird Bernhard Heilig mit seinen Helfern in Mocupe / Peru die bisher 100 installierten Pumpen auf ihren Zustand und Akzeptanz bei den peruanischen Bauern („Campesinos“) überprüfen. Priorität dabei hat die Intention, dass sich die Pumpen von den Campesinos selbst und ohne Spezialwerkzeug vor Ort aufbauen, entformen und bedienen lassen. Die Weiterentwicklung der Gießformen ist inzwischen in Bezug auf die Präzession erheblich gesteigert worden. Nun werden im August weitere 50 Einfachstpumpen mit 8 Meter tiefen Rohrbohrungen unter fachlicher Leitung von Bernhard Heilig in der Andenregion installiert. Gleichzeitig sollen die Bauern im Bereich Solardesinfektion geschult werden. Dieses Verfahren eröffnet den Campesinos neue Perspektiven: Keime werden bei diesem Vorgang abgetötet, eine sehr preiswerte, aber effektive Technologie.

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(Foto: privat)

Dass die Ingenieure aus Walldürn ihr Handwerk nicht nur in der Theorie perfekt beherrschen, bewiesen sie beim anschließenden Leistungspumpen. Martin Götzinger schaffte 172 Liter in 3 Minuten und durfte als Sieger den 1. Preis in Form eines Rundflugs, gesponsert von der Generalagentur der Iduna Versicherung Oliver Stumpf, Walldürn, entgegennehmen. Vorsitzender Heilig dankte vor allem dem gastgebendem Sportangelverein Seckach für die Bewirtung und die tatkräftige Mithilfe des Vorsitzenden Franz Ehrmann, dem 2. Vorsitzenden Helmut Bundschuh , der diesem Projekt eine großzügige Spende zukommen ließ und Vorstandsmitglied Johann Müller, der die einzelnen Arbeitsschritte beim Fertigen der Pumpenteile begleitete und dokumentierte. Durch die Bilddokumentation wird das Anlernen vor Ort in Peru wesentlich erleichtert.

Wer dieses Projekt unterstützen möchte, kann sich an den Vorsitzenden Bernhard Heilig in Seckach wenden.

Nach wie vor sucht „Leben braucht Wasser“ Örtlichkeiten zur Aufstellung von sogenannten Spendenkreiseln, um weitere Mittel zu sammeln.

Infos im Internet:
www.lebenbrauchtwasser-ev.de

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