Pfarrerin Martina Trump verabschiedet

Dekan Dirk Keller entpflichtet Pfarrerin Martina Trump. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Nach elf erfüllten Jahren als Gemeindepfarrerin von Schollbrunn und Oberdielbach wurde am Sonntag Pfarrerin Martina Trump feierlich entpflichtet und verabschiedet.

Bereits in ihrem Gottesdienst ging Pfarrerin Martina Trump auf den Abschied und das Loslassen ein, stellte jedoch in Lesung und Predigt heraus, dass diesem traurigen Anlass auch etwas Positives steckt, beginnt man doch etwas Neues.

Nachdem Dekan Dirk Keller die Pfarrerin feierlich entpflichtet hatte, stand im Bürgersaal in Schollbrunn die weltliche Verabschiedung auf dem Programm.

Als Vertreter der beiden Kirchengemeinden begrüßte Helmut Gramlich die vielen Gäste, die sich von Martina Trump verabschieden wollten. Darunter als Vertreter der politischen bzw. gesellschaftlichen Gemeinde Bürgermeister Klaus Schölch, die Ortsvorsteher von Schollbrunn und Oberdielbach, Alexander Helm und Herbert Bachert, sowie Rektor Karl Völker von der Winterhauch-Schule.

Vonseiten der Kirchen war neben Dekan Dirk Keller auch der Schuldekan Martin Schwarz, Pfarrer Andreas Reibold von den evangelischen Gemeinden Strümpfelbrunn und Waldkatzenbach sowie Pfarrer Matthias Stößer von der katholischen Seelsorgeeinheit „Neckartal-Hoher Odenwald Edith Stein“ gekommen. Während Helga Lenz und Heidi Guckenhan für die evangelischen Kirchenchöre Schollbrunn bzw. Oberdielbach Gruß- und Dankesworte sprachen.

Alle Redner waren sich einige, dass Pfarrerin Martina Trump vor elf Jahren ein schwierige Stelle angetreten habe, da ihrem Amtsantritt eine zweijährige Vakanz vorausgegangen war. Mit ihrer offenen Art, ihrer Liebe zu Gott und den Menschen, ihrem heiteren Wesen und ihrer Herzlichkeit, mit der sie auf andere zugehe, sei es ihr aber trotz aller Probleme schnell gelungen, Brücken zu bauen. Dabei habe sie ihr segensreiches Wirken, so Helmut Gramlich, nicht nur für die beiden Winterhauchdörfer, sondern als Dekan-Stellvertreterin auch für den Kirchenbezirk eingebracht.
Als sehr gute Religionslehrerin, habe Martina Trump darüber hinaus einen wesentlichen Bildungsbeitrag im Hohen Odenwald geleistet, bekundete Schuldekan Schwarz. Ihre ausgleichende, ruhige Art, mit er sie auch die gemeinsame Konfirmandenvorbereitung gestaltete, lobte auch Nachbarpfarrer Andreas Reibold. Auch als Brückenbauerin habe sie sich auf dem Winterhauch betätigt, bestätigte der Amtsbruder.
Das gleiche Lob sprach Pfarrer Matthias Stößer aus. Mit der optimistischen Art, mit der sich über Erreichtes freue, statt über Unerreichtes zu klagen, sei wohltuend, berichtete der katholische Kollege. Menschlich, bodenständig und unkompliziert und anschaulich predigend habe sie auch für die Ökumene viel getan.

Auch die beiden Chorobfrauen Helga Lenz und Heidi Guckenhan bedauerten den Weggang der beliebten Pfarrerin, die stets auf alle zugegangen sei und dadurch viele Aktivitäten innerhalb der Gemeinden angestoßen habe. Dabei sei sie nicht die unnahbare, über den Dingen schwebende Pfarrerin gewesen, weshalb man gemeinsam sehr angenehme elf Jahre erlebt habe.

Die Vertreter des „weltlichen“ Waldbrunns schlossen sich in Dankes- und Lobesworten den Vorredner an.
Bürgermeister Klaus Schölch bedauerte den Verlust eines Menschen, der auch in der Gesellschaft präsent war und viel Kraft für alle Bürger Waldbrunns eingebracht habe. Die schwierige Herausforderung habe Martina Trump dabei immer über die Seelsorge hinaus gemeistert, habe so Zugang zu vielen Menschen gefunden und Vorurteile gegenüber der Kirche abgebaut. Auch bei Problemen, wie der Schließung des evangelischen Kindergartens in Schollbrunn, sei man sich stets verlässlich und partnerschaftlich begegnet, um Kompromisse zu finden. In ihrer Nächstenliebe habe die scheidende Pastorin ansteckend gewirkt, wodurch sie als Hoffnungsträgerin viele Initiativen angestoßen habe. Vieles wirke nach, weshalb Bürgermeister Schölch sich davon überzeugt zeigte, dass Martina Trump noch lange Spuren auf dem Winterhauch hinterlassen werde.
Auch Rektor Karl Völker fand lobende Worte für „seine“ Religionslehrerin. Man werde sie an der Winterhauch-Schule vermissen. Nicht nur mit Unterricht, Grußworten und Gottesdiensten sei Martina Trumpf stets bereit gewesen, auch in Krisen habe sie sich als verlässliche, selbstlose Helferin erwiesen.
Die beiden Ortsvorsteher Alexander Helm (Schollbrunn) und Herbert Bachert (Oberdielbach) überbrachten die Grüße ihrer Ortsteile. Durch die Fähigkeit Junge und Alte gleichermaßen zu begeistern, habe sie die Messlatte für den nachfolgenden Seelsorger sehr hoch gelegt.
Abschließend fasste Helmut Gramlich die Gefühle der Gemeindeglieder zusammen und bekundete, dass man auf dem Schiff „Gemeinde“ gemeinsam eine gute Zeit gehabt habe. „Wir werden Sie vermissen, denn Sie haben Ihre Sache sehr gut gemacht“, ließ er Pfarrerin Martina Trump wissen. Für ihre neue Pfarrstelle in Schweigern-Epplingen im Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg wünschte er viel Schaffenskraft.

Sichtlich bewegt dankte Pfarrerin Trump den vielen Gästen, die zu ihrer Verabschiedung gekommen waren. Sie werde die vielen Jahre in Schollbrunn und Oberdielbach in guter Erinnerung behalten. Bereits im Gottesdienst hatte sie bemerkt, dass Abschied nehmen auch los lassen bedeutet und dieser Abschied auch mit sich bringt, dass man sich Neuem zuwenden muss, dabei jedoch in Vertrauen auf Gott die Unsicherheit bewältigen und sich daher mit Mut und Tatkraft anderen Aufgaben widmen kann.

Nachdem Martina Trump noch einigen engen Weggefährten und Vertrauten gedankt hatte, bestand beim gemütlichen Beisammensein noch viel Gelegenheit, Begebenheiten aus der elfjährigen Amtszeit auszutauschen.

Für die musikalische Gestaltung der Verabschiedung in Kirchen und Bürgersaal waren die Kirchenchöre Schollbrunn und Oberdielbach sowie der MGV Schollbrunn mit der „Jungen Harmonie“ und dem Männerchor verantwortlich.

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Viele Grußwortredner überbrachten Dankes- und Abschiedsworte. Unser Bild zeigt von links: Pfarrer Matthias Stößer, Pfarrer Andreas Reibold, Schuldekan Martin Schwarz, Ortvorsteher Alexander Helm, Rektor Karl Völker, Ortsvorsteher Herbert Bachert, Pfarrerin Martina Trump, Chorobfrauen Heidi Guckenhan und Helga Lenz, Helmut Gramlich und Bürgermeister Klaus Schölch. (Foto: Hofherr)

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