Obst macht das Leben bunter

Theorie und Praxis – im Bild erklärt BeKi-Fachfrau Helga Mitsch den Kindern der dritten Grundschulklasse aus Großeicholzheim die Geheimnisse einer Zitrone – werden beim Lernzirkel „Obst macht das Leben bunter“ beim Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes in gewohnt spannender Weise vermittelt. Und auch Schulrätin Britta Lorenz (im Hintergrund zweite von links), Bernhard Heim vom Fachdienst, Landrat Dr. Achim Brötel, Beigeordneter Dr. Wolfgang Hauck, Abteilungspräsident Dr. Ulrich Roßwaag und Ursula Rösch vom Fachdienst werden dabei noch einiges gelernt haben. (Foto: LRA)

Buchen. (lra) Um „freche Früchtchen“ dreht sich derzeit alles in der Lehrküche und angrenzenden Räumen des Fachdienstes Landwirtschaft des Landratsamtes in Buchen. Damit sind allerdings nur gelegentlich vorwitzige Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 7 gemeint; in erster Linie geht es dabei um den Lernzirkel „Obst macht das Leben bunter – freche Früchtchen – lecker, fruchtig, frisch“, der in schon fast traditioneller Weise sehr viele Schülerinnen und Schüler, aber auch Erwachsene nach Buchen holt. Die werden dort in didaktisch bewährter Weise in Theorie und Praxis, aber auch mit viel Spaß über die gesunden Inhaltsstoffe informiert. Und natürlich kommt auch die Kochpraxis samt gemeinsamen Verkosten der gesunden Gerichte nicht zu kurz.

Schon seit Mai läuft der neue Lernzirkel, in den die Fachfrauen für Bewusste Kinderernährung unter Leitung von Christa Herkert, Marion Schmidt-Kowalke und Ursula Rösch viel Herzblut und Kreativität gelegt haben. Über ein bisschen Übung verfügen sie durchaus: Ist das doch immerhin schon der fünfte Lernzirkel, der von ihnen organisiert wird. Nach „Starke Typen aus Schrot und Korn“, „Faszination Gemüse – ein buntes Vergnügen“, „Schick in Schale – die Kartoffel, eine tolle Knolle“ und zuletzt „Trink dich fit – mach mit“ steht nun also Obst im Mittelpunkt. Diesem Thema widmet sich zwei Jahre lang auch die Landesinitiative „Blickpunkt Ernährung“ des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, die sich finanziell an dem Buchener Projekt beteiligt. Über 8000 Besucherinnen und Besucher, ganz überwiegend Kinder, haben die Lernzirkel im Übrigen bisher schon besucht.

Aufklärung über gesunde Ernährung gerade auch bei Kindern ist wichtiger denn je, erklärte Marion Schmidt-Kowalke, die in Vertretung für die federführende Christa Herkert die Gäste zur offiziellen Eröffnung des Lernzirkels begrüßte: „Obwohl wir hier im ländlichen Neckar-Odenwald-Kreis sind, ist es erschreckend, wie wenig Bezug manche Kinder zu frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln und zum Kochen haben. Viele Mütter haben diesen Bezug einfach selbst nicht mehr und können dementsprechend auch nichts weiter geben.“ Wert legte Schmidt-Kowalke auf die Feststellung, dass nicht nur Wissen um die Ernährung weiter gegeben wird: „Was hier passiert, hat auch viel mit Mathematik zu tun, mit Hygiene und mit Umweltschutz und Küchentechnik. Und wir fördern Schlüsselqualifikationen wie Teamarbeit, Eigeninitiative und Selbstvertrauen durch „learning by doing““. Davon konnten sich die Gäste, unter ihnen Dr. Ulrich Roßwaag, Abteilungspräsident am Regierungspräsidium Karlsruhe, Landrat Dr. Achim Brötel und Dr. Wolfgang Hauck, Beigeordneter der Stadt Buchen, selbst ein Bild machen. Denn zu Besuch war zeitgleich die dritte Klasse der Grundschule Großeicholzheim mit ihrer Rektorin Gabriele Wurm-Bussemer. Während eine Hälfte den theoretischen Teil des Lernzirkels mit Ratespielen und Experimenten bei Helga Mitsch durchlief, war die andere Hälfte – mit frisch gewaschenen Händen, zurückgebundenen Haaren und Schürze – bei Claudia Künzig am Zubereiten von Apfelwaffeln, Beeren-Crumble mit Joghurtsoße, Quark-Grieß-Kirschauflauf und Apfel-Kokos-Muffins.

Diese Köstlichkeiten durften später auch die Gäste probieren; insbesondere Dr. Roßwaag gestand, dass ihm „die Termine, bei denen es was zu versuchen gibt, die liebsten sind“. Darüber hinaus lobte er die Lernzirkel als richtigen Ansatz: „Unser Essen wächst nun mal nicht im Discounter in der Tiefkühltruhe. Und es muss gerade auch den Kinder klar sein, dass ein Vitamintablette keinen Apfel ersetzen kann, weil der ganz viele gesunde Bestandteile enthält, die man eben nicht künstlich herstellen kann.“

Auch Dr. Wolfgang Hauck bestätigte „erschreckende Wissensdefizite“ zum Beispiel zur Frage, wann bei uns Obst und Gemüse reift. Durch die Globalisierung und die stetige Verfügbarkeit von Kiwis aus Neuseeland und Trauben aus Chile würde dieser Trend noch verstärkt: „Das bewirkt eine Entwurzelung von der heimischen Scholle.“

Landrat Dr. Achim Brötel schloss sich seinen Vorrednern an und sparte nicht mit Lob für die Mitarbeiter aus dem eigenen Haus, die alle zwei Jahre einen neuen Lernzirkel auf die Beine stellen mit einer sehr großen Besucherresonanz, auch im Erwachsenenbereich. Seit einigen Jahren wird der Lernzirkel im Übrigen auch in Mosbach angeboten, um den Fahrtweg für Schulen aus diesem Bereich kürzer zu halten. Auch Dr. Brötel lobte die Vorzüge des Obstes: „Man kann mit Fug und Recht sagen, wer 100 Jahre Obst isst, wird alt.“
Wer sich für den Lernzirkel interessiert und einen Termin für seine Klasse (Klassenstufe 3 bis 7, alle Schularten) ausmachen möchte, wendet sich an Christa Herkert, Telefon 06281/5212-1619, E-Mail christa.herkert@neckar-odenwald-kreis.de.

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