Politisches Abendgebet sucht Antworten

von Liane Merkle

Seckach-Klinge. Zu dem Grundsatz „Leid verringen – was können wir uns vornehmen, nach welchem Maß“ hatten sich die Diakone Manfred Glittenberg und Bernhard Greef von der SE-Initiative „fromm und politisch“ im 5. Politischen Abendgebet in Texten, Gebeten und Liedern um Antworten bemüht. Denn wie viel Leid tatsächlich existiert, das sei ohne Schwierigkeiten den Tageszeitungen oder dem Internet zu entnehmen.

Um diesem Leid entgegen wirken zu können, brauche es u. a. Mitleid wie aus „Ungeduld des Herzens“ von Stefan Zweig zitiert: „Und das einzig zählt – das unsentimentale, aber schöpferische Mitleid, das weiß, was es will und entschlossen ist, geduldig und mitduldend alles durchzustehen bis zum Letzten seiner Kraft.“ Doch, um urteils- und handlungsfähig zu sein, müsse man auch sehr genau informiert sein und das wahrgenommene Leid als „Berufung“ annehmen entsprechend einer Stelle aus dem Evangelium von Matthäus „Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.“ Dabei sollte man jedoch auf Anraten von Frère Roger nicht die christlichen Kraftquellen vergessen, die mit Gott verbinden, denn „Wie kann man an der Seite von Unterdrückten sein Leben einsetzen, wenn man nicht unaufhörlich aus christlichen Quellen trinkt.“

Eine Möglichkeit, die „Kraftquelle auszuschöpfen“ könnte die Zeichenhandlung der Abendgebet-Teilnehmer sein, die sich in Erinnerung an die Taufe selbst mit Weihwasser ein Kreuzzeichen auf die Stirn zeichneten. Und nach dem Gebet „Gott, gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“ wäre auch die Gabe der Unterscheidung hilf- und segensreich, die noch einmal in dem Lied „Meine engen Grenzen“ zum Ausdruck kam.

Den musikalischen Rahmen gestaltete in gekonnter Weise Lorenz Schweizer auf der Orgel.

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