Fritz Schadler feierte 75. Geburtstag

von Liane Merkle

Großeicholzheim. Unzählige Hände konnte der bis weit über die heimischen Grenzen bekannte und geachtete Textilfabrikant Fritz Schadler am vergangenen Sonntag schütteln und zahlreiche wohlgemeinte Glück- und Segenswünsche entgegennehmen. Mit seinem 75. Geburtstag kann der erfolgreiche Unternehmer auf ein großartiges Lebenswerks zurückblicken, was auch durch die Anwesenheit der vielen Gäste aus dem Kreis von Freunden, der Familie und befreundeten Geschäftspartnern in der Tenne des Großeicholzheimer Wasserschlosses mehr als eindrucksvoll bekundet wurde.

Mit gesprochenen und auch gesungenen Vorträgen und Gedichten wurde der erfolgreiche aber keinesfalls leichte Lebensweg des Jubilars beleuchtet und so manche Anekdote regte zum Schmunzeln und Nachdenken an. Vor allem während der Geburtstagslaudatio von Bürgermeister a.D. und Ehrenbürger von Seckach Ekkehard Brand, der mit einem komprimierten Streifzug die wesentlichen Meilensteine im bewegten Leben von Fritz Schadler und seiner Ehefrau Christel aufzeigte.

Wie bei so vielen seiner Alterskameraden war die Kindheit durch die Wirren des 2. Weltkrieges gekennzeichnet, die der heutige Jubilar mit seiner Mutter und drei Geschwistern in seiner Geburtstadt Aschaffenburg verbrachte und wo er auch den frühen Tod seines Vaters verkraften musste.
Nach der Schulzeit hieß es für Fritz Schadler im Alter von 14 Jahren Abschied von Aschaffenburg zu nehmen und nach Seckach ins ,,Badisch Sibirien“ umzusiedeln. Grund hierfür war die Tatsache, dass sein Vater bereits in jungen Jahren Betriebsleiter bei der Aschaffenburger Kleiderfabrik Glaab & Co gewesen war. Nachdem die Fabrik im Krieg ausgebombt wurde, erfolgte die Verlagerung noch in der Kriegszeit nach Seckach, wo unter der Leitung von Alfons Dietzel, dem Patenonkel von Fritz Schadler, zunächst Militärbekleidung angefertigt wurde. Nachdem Fritz seine Ausbildung zum Schneider erfolgreich beendet hatte, gründete er im Alter von 19 Jahren 1955 eine Einzelhandelsfirma und fertigte mit Unterstützung von seiner späteren Frau Christel und einem Kollegen Maßbekleidung, die er als Besitzer einer Reisegewerbekarte in den umliegenden Ortschaften verkaufte.
Mit der Heirat 1959 und der Geburt seiner Töchter 1961 und 1963, gründete er mit Tatendrang und unternehmerischem Talent 1961 die Firma ,,Textil-Schadler“. Das erste Ladengeschäft wurde in den Räumen des Gebäudes der Raiffeisenbank in Großeicholzheim mit Maßbekleidung und dem Verkauf von Textilware eröffnet.
Als weitere betriebliche Stationen nannte Ekkehard Brand den Betriebsneubau am Ortsrand 1965 mit 500 Quadratmetern Ladenfläche und den Erweiterungsbau 1968, wo dann auf insgesamt 1.500 Quadratmetern Verkaufsfläche Damen- und Herrenoberbekleidung, Maßkonfektion, die Schuhabteilung durch Schwager Rolf Kegelmann und Kinderbekleidung durch Seppl Kuhn angeboten wurde.
Diese Phase bezeichnete der Jubilar selbst als die erfolgreichste, denn mit Bussen machten Menschen aus der gesamten Region bis nach Ludwigsburg Einkaufsfahrten in den Odenwald und große Firmen steuerten mit ihrer Belegschaft das Einkaufsparadies in Großeicholzheim an.
Ebenfalls 1968 eröffnete Textil-Schadler im damaligen NEZ in Neckarelz ein Ladengeschäft. Als die Städte mit Stadtsanierungen, Fußgängerzonen und großen Warenhäusern aufgerüstet hatten, versuchte Fritz Schadler die geschäftlichen Einbußen mit der Fertigung von Reitbekleidung unter der Firmierung ,,Jumper King“ zu kompensieren.
Doch wie viele Textilbetriebe in Deutschland, musste auch das Unternehmen Textil-Schadler schließen. Durch einen glücklichen Umstand kam es zu einem Kontakt zur Firma C&A und so firmierte man fortan als ,,Schadler GmbH-Warenaufbereitung“ und neue Hallen wurden 1992, 1995, 1998 und 2007/8 gebaut. Die überdachte gewerbliche Nutzfläche liegt heute bei 20.000 Quadratmetern und mit Unterstützung einer engagierten Belegschaft wurde das Unternehmen für C&A zu einem quasi unverzichtbaren Dienstleister.

Wie Ekkehard Brand weiter ausführte, gehören heute 51 Vollbeschäftigte und 140 Teilzeitkräfte der Firma an und im vergangenen Jahr lag der Warenumschlag bei 14 Mio. Teilen. Große Verdienste habe sich Fritz Schadler nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Förderer der hiesigen Region wie Vereinen, Kindergärten und Einrichtungen erworben und habe dabei nie die Bodenhaftung verloren. Noch heute ist der 75-jährige Fritz Schadler einer der Ersten in der Firma, der um 5.30 Uhr die Vorbereitungen für den Arbeitsbeginn erledigt, sagte Ekkehard Brand abschließend der Geburtstagslaudatio auf den jung gebliebenen Textilunternehmer Fritz Schadler, dessen Geheimnis es bleiben wird, wie er die Familie als persönliche Priorität eins und seine vielen Hobbies bei dem ausgefüllten Arbeitstag auch noch unter einen Hut bringt.

wpid-468Fritz-Textil-Schadler-wurde-75-2011-07-25-23-41.jpg
Fritz Schadler (7. v.l.) mit Ehefrau Christel (re. davor) zusammen mit seiner Familie und einigen Ehrengästen. (Foto: Liane Merkle)

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: