Konzert mit „Kapelle im Nacken“

von Liane Merkle

Seckach. Mit seinem Lob über die Professionalität des Musikvereins Seckach sowohl in Bezug auf die Vorträge als auch auf die Auswahl der Programms zum mittlerweile 3. Kirchenkonzert, das gleichzeitig als absolut „runder und harmonischer“ Abschluss des Pfarrfestes St. Sebastian diente, sprach Matthias Nasselu dem begeisterten Publikum in der sehr gut besuchten Kirche aus dem Herzen.

Zwar ist es den Besuchern des Konzertes noch immer ein wenig ungewohnt, dass ihnen die Kapelle praktisch „im Nacken sitzt“, doch das ist technisch wegen der Feinabstimmung mit Organist Lukas Bender nicht anders möglich. Außerdem hatten die Verantwortlich als Ersatz ein dekoratives Kerzen- und Sonnenblumenmeer im Altarraum erstrahlen lassen. Und die Dankbarkeit von Musikverein und Pfarrgemeinde schien gegenseitig nahezu deckungsgleich.

Der 1. Vorsitzende Hermann Schmitt betonte in seiner Begrüßung an die Geistlichen Pfarrer Andreas Schneider und Martin Drathschmitt sowie Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Matthias Nasselu wie stolz man sei, das Pfarrfest praktisch umrahmen zu dürfen und der Pfarrgemeinderatsvorsitzende hob hervor, wie sehr die Musik zum Leben und zum Gottesdienst gehört. Er sprach damit die musikalische Bereicherung der Gottesdienste, den Mangel an Kirchenmusikern und die Bitte an musikalische Gruppen an, sich hier – auch spontan – einzubringen.

Mit dem Kirchenkonzert ging der Musikverein beispielhaft voran. Wobei die musikalische Eröffnung glänzend präsentiert wurde durch die Jugendkapellenkooperation Oberschefflenz/Seckach unter Stabführung von Stephan Kraus und Gregor Kleine-Limberg mit „The Young Amadeus“ und drei Norwegian Songs unter der Moderation von Martin Hess. Im darauf folgenden „Freeworld Fantasy“ träumte de Haan – und sichtbar auch das Seckacher Publikum sowie hörbar die Jugendkapelle zusammen mit der Stammkapelle unter Dirigent und Moderator Martin Heß – von einer Welt ohne Sorgen und Krieg. „Wie schön wäre eine Welt von morgen, könnte sie für viele eine Welt von morgen sein.“

wpid-468Konzert-mit-Kapelle-im-Nacken-2011-07-26-11-14.jpg
(Foto: Liane Merkle)
Die Stammkapelle eröffnete ihren Part des Konzerts mit dem „Titanic“-Medley, das sicher den einen oder anderen die eine oder andere Träne hat vergießen lassen. Sehnsucht nach dem einen Moment der Zeit kam auf bei „One Moment in Time“ und mit der anschließenden „Toccata for Band“ von F. Erickson konnten die Musiker und Musikerinnen sehr melodisch testen, ob ihre Instrumente noch voll funktionsfähig sind. „You are not alone“, auch wenn uns weite Strecken trennen, bin ich hier bei dir, will der Sänger ausdrücken. Und diese Nähe braucht man wohl im Blick auf das Highlight des Konzerts, „Das Phantom der Oper“, das die grandiose Harmonie zwischen Musikverein und Lukas Bender an der Orgel und unter Stabführung von Martin Heß lückenlos unter Beweis stellte. So war es auch kein Wunder, dass dieses Stück nach dem „Herr, wir bitten komm und segne uns“ zusammen mit dem Publikum, als Zugabe noch einmal den Kirchenraum füllte.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: