Senioren auf Drei-Länder-Fahrt

Ein Teil der Gruppe bei der Führung. (Foto: privat)

Strümpfelbrunn. (dl) Zum Strümpfelbrunner Seniorenausflug trafen sich die nahezu 40 Senioren  am Siedlerheim. Mit der Abfahrt des voll besetzten Buses nach Erbach richtete Ortsvorsteher Paul Scholl seine Grußworte an die Teilnehmer, unter denen sich auch Bürgermeister Klaus Schölch sowie nahezu der gesamte Strümpfelbrunner Ortschaftsrat befand. Er klärte die Mitgereisten über den Tagesablauf der Drei-Länder-Fahrt auf und wünschte allen Teilnehmern einen schönen, interessanten und lehrreichen Tag.

Die 89-jährige Anna Timmel, die 45 Jahre lang in Strümpfelbrunn lebte und nun ihren Alterssitz in Erbach hat, erwartete die Ausflugsgruppe bereits beim Elfenbeinmuseum und war eine überaus unterhaltsame Bereicherung für die Teilnehmer.

Bei der Führung durchs Elfenbeinmuseum erfuhren die Waldbrunner  zunächst einige Daten und Fakten zum Werkstoff Elfenbein. Die größten Eckzähne besitzt demzufolge der afrikanische Rundohrelefant. Die Stoßzähne des Elefantenbullen können bis zu 3 m lang und etwa 100 kg schwer werden. Das Wachstum der Stoßzähne erfolgt schichtartig und tütenförmig von innen heraus. Etwa 2/3 des Zahnes ist hohl und nur das vordere Drittel ist massiv. Mit diesem Basiswissen konnten die Teilnehmer in der sakralen Abteilung Exponate sehen, die das Wachstum belegen. Von den mittelalterlichen Schnitzereien für den Klerus ging es in die asiatische Abteilung. In Fernost setzte sich die feinste Bearbeitung der Elefantenzähne durch.


Mit drechseln, schnitzen, schaben, feilen, schleifen, polieren und einfärben schufen die Asiaten großartige Kunstwerke. So wird wohl den meisten Teilnehmern die chinesische Wunderkugel in Erinnerung bleiben, bei der in kunsthandwerklicher Perfektion 23 ineinander verschachtelte Kugeln in der Kugel aus einem einzigen Stück Elfenbein gefertigt wurden. Nach den Eindrücken der Erbacher Schnitzerei und dem Europäischen Saal bekamen die Seniorinnen und Senioren von einer Meisterschülerin der Erbacher Schnitzerei den Ausbildungsweg eines Elfenbeinschnitzers beschrieben. Zunächst wird mit Steinnüssen und Rinderknochen geübt, bevor die Azubis eigene Elfenbeinarbeiten wagen dürfen. Nach der lehrreichen Führung bestand für die Ausflugsteilnehmer die Gelegenheit, sich in der Museumsgaststätte zu stärken.

Anschließend ging es durchs Erbacher Schloss, wo die Besucher vom Winterhauch Wissenswertes über das Leben und Wirken von Erbgraf Franz I. zu Erbach-Erbach (1754 – 1823) erfuhren. Auf seinen Reisen durch Europa legte er den Grundstein für die Gräflichen Sammlungen im Schloss Erbach.

Zu Beginn richtet sich der Blick der Schlossbesucher auf eine Sammlung großer Hirschgeweihe, zu der die kolossalsten Hirschgeweihe ganz Deutschlands gehören. Beeindruckend auch eine überlebensgroße Hadriansstatue im Arbeitszimmer. Weitere Büsten europäischer Kaiser und Denker vervollständigten diesen Ausstellungsteil. Im Oranjesaal erwartete die Senioren ein wildes Sammelsurium an Möbeln unterschiedlicher Stilrichtungen.  Im Erdgeschoss ließ Graf Franz I. eine Waffensammlung einrichten, anhand der die Entwicklung der Handfeuerwaffen veranschaulicht wurde. Der letzte Sammlungsbereich im Schloss Erbach ist der Rittersaal, in dem Waffen, Rüstungen und Kirchenfenster in einem gotisch überarbeiteten Raum zur Schau gestellt werden.

Nach der Zeitreise im Schloss Erbach hatte die Ausflugsgruppe Zeit zur freien Verfügung. Die meisten Teilnehmer nutzen die Gelegenheit für einen kleinen Altstadtbummel und kehrten in ein Café ein, da bis zum Abendessen noch etwas Zeit zu überbrücken war. Zur besonderen Freude der Teilnehmer blieb auch Anna Timmel bei der Ausflugsgruppe.

Den Heimweg nahm man über das bayrische Amorbach, womit man auch das letzte Bundesland der Drei-Länder-Fahrt angesteuert hatte. Auf dem Weg nach Amorbach und weiter nach Mudau konnten die Teilnehmer in der Vorbeifahrt das Eulbacher Jagdschloss des Grafen Franz I. bewundern.

Bei einem gemütlichen Abendessen hatten die Teilnehmer des Seniorenausflugs noch die Gelegenheit in gelöster Atmosphäre beisammen zu sitzen und den schönen und ereignisreichen Tag ausklingen zu lassen.

Nach dem Abendessen dankte Bürgermeister Klaus Schölch den Ortschaftsräten um Ortsvorsteher Paul Scholl für die Organisation des Ausflugs. Er hob den Seniorenausflug als wichtige und schöne Veranstaltung hervor und dankte allen mitgereisten Senioren, die den Tag zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben. Gleichzeitig brachte er seine Freude zum Ausdruck, die langjährige Strümpfelbrunnerin Anna Timmel wieder getroffen zu haben.

Ortsvorsteher Paul Scholl ergriff seinerseits das Wort und bedankte sich ebenfalls beim Ortschaftsrat für die Unterstützung bei der Vorbereitung dieses Ausflugs. Er richtete seinen Blick bereits auf das weihnachtliche Dorffest und die kommenden Aufgaben des Gremiums.

Nach man sich herzlich von Anna Timmel verabschiedet hatte, machte sich die Ausflugsgruppe auf den Heimweg nach Waldbrunn. Bereits auf diesen letzten Kilometern schmiedeten die Senioren Pläne für den nächsten Ausflug.

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Die Strümpfelbrunner Senioren mit Bürgermeister Klaus Schölch, Ortsvorsteher Paul Scholl und den Mitgliedern des Ortschaftsrats. (Foto: privat)


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