Zweite „Große Nussjagd“ gestartet

Weitere Erkenntnisse zur Haselmaus erwartet

Stuttgart. (pm) Der Startschuss für die zweite „Große Nussjagd“, einem landesweiten Projekt von NABU und NAJU, ist heute bei Weil der Stadt gefallen. Die Schüler der Klasse 3c der Würmtalschule in Merklingen haben am Morgen als erste mit ihrer Lehrerin Sabine Richter und der NABU-Kindergruppenleiterin Anne Mäckelburg am Waldrand zwischen Weil der Stadt und Möttlingen nach angeknabberten Haselnüssen gesucht. „Wir freuen uns, den NABU mit dieser Aktion unterstützen zu können, und dass die Kinder gleichzeitig viel Wissenswertes über die Haselmaus lernen“, sagt Sabine Richter.

So erfuhren die Kinder unter anderem, dass die Haselmaus nur etwa daumengroß ist, ein goldbraunes Fell, einen buschigen Schwanz und schwarze Knopfaugen hat. Da sogar Experten nur selten das nachtaktive und scheue Tier zu Gesicht bekommen, haben NABU und NAJU zur „Großen Nussjagd“ aufgerufen, um zu erfahren wo das Tier noch lebt. „Wir bitten Familien, Kindergärten und Schulen darum, an Waldrändern und Hecken, an denen sich die Haselmaus gern aufhält, nach den Haselnüssen zu suchen und diese an uns zu schicken“, sagt NABU-Projektleiterin Katrin Scholderer. Ein Experte schaut die Nüsse dann an, ob sie wirklich von einer Haselmaus oder von einem anderen Tier angeknabbert wurden. Anschließend wird eine Verbreitungskarte erstellt. Anhand derer können Schutzmaßnahmen für die seltenen Nager ergriffen werden.


„Da sich die Haselmaus ungern am Boden aufhält, könnten beispielsweise Hecken gepflanzt werden, damit sich die Tiere ungehindert fortbewegen können, wenn sie ein neues Revier erkunden oder einen Partner finden möchten“, erläutert Scholderer eine Maßnahme. Wichtig sei dabei, dass die Hecken breit sowie artenreich seien und vor allem fruchttragende Gehölze wie Hasel, Weißdorn, Schlehe, Eberesche und Brombeere gepflanzt würden. Im Idealfall schließen sie an einen Wald an.

Finanziell unterstützt wird die „Große Nussjagd“ durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg aus Mitteln der Glücksspirale. „Die Nussjagd ist eine hervorragende Kombination aus Umweltforschung und Naturerlebnis für Kinder und deshalb hoffen wir, dass möglichst viele Schulen, Kindergärten und Familien mitmachen,“ sagt Dr. Karin Riedl, Referentin bei der Stiftung Naturschutzfonds. „Dass die Ergebnisse wertvolle Informationen bringen, um für die Haselmaus die richtigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen, hat bereits die erste ‚Große Nussjagd‘ gezeigt.“

Wer nach Haselnüssen suchen möchte, erhält vom NABU kostenlose Informationen, die helfen zu erkennen, ob die Nüsse von einer Haselmaus oder einem anderen Tier angeknabbert wurden. Darüber hinaus informiert der NABU über die Tiere und ihre Gefährdung. Bei der Suche nach Haselnüssen begleiten Nussjägermeister Gruppen und Schulen. Dabei  erzählen sie einiges zur Biologie und zum Lebensraum der Tiere. Kontakt zu den Nussjägermeistern erhalten Interessierte über den NABU-Landesverband Baden-Württemberg. Die „Große Nussjagd“ ist auch ein Projekt im Rahmen des 111-Arten-Korbes des Aktionsplans „Biologische Vielfalt“ des Landes Baden-Württemberg.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: