Reservisten besuchten Gedenkstätte Golm

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Deutsch-Polnische Brigade und Verteidigungsministerium

(Foto: rt)

Neckar-Odenwald-Kreis. (rt) Die inzwischen problemlose Zusammenarbeit deutscher und polnischer Soldaten in der deutsch-dänisch-polnischen Brigade in Stettin, der Besuch der größten Gedenkstätte von Mecklenburg-Vorpommern auf Usedom und Informationsgespräche über die zukünftigen Standorte der Bundeswehr und über die zu erwartende Neuformulierung  der Aufgaben der Reservisten der Deutschen Bundeswehr standen im Mittelpunkt eines sicherheitspolitischen Seminars der Kreisgruppe Rhein-Neckar-Odemwald (RNO) : Das Programm hatte Oberstleutnant d.R. vorbereitet und organisiert. Anlaufziele waren dabei Berlin, Usedom, Torgelow und Stettin. In Stettin wurde der Besuch des „multinationalen Corps Nordost“ dadurch erleichtert, dass der frühere Kommandeur des Logistikbataillons 461 Walldürn zur Zeit in den ‚Baltic Barracks’ in Stettin arbeitet.


Erste Station war nach der erfolgten Verkündung der zukünftigen Bundeswehrstandorte und der Tatsache, dass die neue Reservisten-Konzeption im November veröffentlicht werden soll, das Bundesministerium der Verteidigung in Berlin. Hier hatte OTL d.R. Gerd Teßmer den Staatssekretär Thomas Kossendey als Gesprächspartner gewinnen können. Der Staatssekretär machte deutlich, nach welchen Kriterien de Standort-Entscheidungen getroffen wurden, was nicht nur auf Zustimmung bei den anwesenden Reservisten stieß. Auch die Zukunft der Reservisten wurde angesprochen und die Reservisten gingen darauf ein, was sie in der Vergangenheit und in der Zukunft für die Bundeswehr leisten konnten und zu leisten bereit seien. Gerade im ländlichen Räumen wie dem Neckar-Odenwald-Kreis haben die Präsenz der Bundeswehr über den Sicherheitsaspekt hinaus auch eine zusätzliche besondere Bedeutung bei Not- und Katastrophenfällen und als Wirtschaftsfaktor. Hier könne bei einer entsprechenden Reservisten-Konzeption dafür gesorgt werden, dass auch in Zukunft in der Fläche noch Einsatzkräfte verfügbar wären. An die Informationsgespräche schlossen sich ein Besuch in der „Gedenkstätte 20. Juli“ im Bendlerblock und eine Kranzniederlegung am Ehrenmal für die gefallenen Soldaten der Bundeswehr seit ihrer Gründung im Jahre 1955 an.

Der weitere Seminarinhalt stellte die derzeitige Zusammenarbeit deutscher und polnischer Streitkräfte im „Multinationalen Corps Nordost“ in den „Baltic Barracks“ in Stettin dar. Das Programm in Stettin war in enger Zusammenarbeit mit Oberstleutnant Hans-Peter Fennel erfolgt. OTL Fennel ist in der Kreisgruppe RNO kein unbekannter. Er war zwei Jahre lang Kommandeur in Walldürn und in diesen zwei Jahre hatte sich eine ausgezeichnete Kooperation der Kreisreservisten mit den Soldaten am Standort Walldürn entwickelt. So war es zur Einladung nach Stettin gekommen, die vom Kreisvorstand gerne aufgegriffen wurde.

Die Einführung in die Aufgabenstellung des multinationalen Corps, im Jahreswechsel von einem polnischen und deutschen General geführt,  mit der gemeinsamen Dienstsprache englisch übernahm dann OTL Fennel persönlich. Die Reservisten konnten auch miterleben, dass die Zusammenarbeit von Soldaten dreier Länder problemlos läuft und dass Polen heute vollintegriertes Mitglied der NATO geworden ist. Das zeigte sich nicht nur bei der Begegnung mit polnischen Soldaten, sondern mit der polnischen Bevölkerung beim Rundgang durch Stettin.  Bei nder Stadtführung wurde auf die Geschichte dieser erst seit 1945 polnisch gewordenen Stadt eingegangen und es war erfreulich, dass man heute die deutsche Vergangenheit nicht leugnet, sondern hochhält. Ein Gang über den Zentralfriedhof von Stettin  machte dies deutlich.

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Der Besuch der Insel Usedom mit der ehemaligen Raketenversuchsanstalt Peenemünde, dem einstigen Kaiserbad Heringsdforf, dem heute polnischen Swinemünde und der Gedenkstätte Golm ergänzten die Schwerpunkte Berlin und Stettin. In Peenemünde zeigt das Museum, wie rasant in den dreißiger Jahren die Entwicklung des vorher unbekannten Raketenantriebs vorangetrieben wurde. Dabei werden aber die menschenverachtenden Begleitumstände nicht verharmlost, sondern realistisch gezeigt. So wirkte der Besuch in Peenemünde besonders nachhaltig Den Schluß dieses Seminars bildete der Besuch auf dem Golm, der höchsten Erhebung von Vorpommern. Hier entstand vor in dedn letzten Jahrzehnten eine Jugendbildungsstätte und eine Gedenkstätte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Sie erinnert an das Schicksal der Tausenden von Bombenopfern durch den Angriff amerikanischer Bomber auf die Stadt und den Hafen von Swinemünde am 12. März 1945. Ähnlich wie in Dresden war Swinemünde in den letzten Kriegstagen überfüllt mit verwundeten Soldaten, Flüchtlingen aus Hinterpommern, Werst- und Ostpreußen und der eigenen Stadtbevölkerung.. Kriegswichtige Ziele gab es in der stadt nicht. Die riesige Gräberfläche wird heute von „der Frierenden“, der Darstellung einer trauernden Mutter des Rostocker Künstlers Wolfgang Eckardt, und von einer Gedenkrotunde mit der Inschrift „Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“ überragt. Die Reservisten gedachten der Opfer mit einem Blumengebinde und Gedenkschleifen.

Dass die Anlage heute gemeinsam von Deutschen und Polen besucht wird und dass vor Ort eine deutsch-polnische Jugendbegegnungsstätte besteht, zeigt, dass man wenigstens zwischen Deutschland und Polen aus der Geschichte gelernt hat.

Viele der Heimatvertriebenen, die zu den Opfern von Swinemünde direkte familiäre Bande haben, konnten auch zwischen Main und Neckar eine neue Heimat finden.

Totengedenken am Golm und die Begegnung mit deutschen und polnischen Soldaten standen im Mittelpunkt eines Seminars, das die Kreisgruppe der Reservisten unter Leitung von Oberstleutrnant d.R. Gerd Teßmer nach Vorpommern und Stettin führte. Die Fotos zeigen „die Frierende“ von Wolfgang Eckardt der Gedenkstätte Golm und die Reservisten der Kreisgruppe Rhein-Neckar-Odenwald mit Gastgeber Oberstleutnant Hans-Peter Fennel vor dem Hauptquartier des Multinationalen Korps Nordost in Stettin. (Foto: rt)


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