Ausstellung zum 50. von AI

Miltenberg. (pm) Mit einer Sonderausstellung im Foyer des Landratsamts Miltenberg wird von Montag, 7. November, bis einschließlich Mittwoch, 16. November, das 50-jährige Bestehen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) gefeiert. Die Ausstellung, die von der AI-Gruppe im Landkreis Miltenberg organisiert wird, ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Behörde zu sehen. Die Vernissage findet am Montag, 7. November, um 19 Uhr statt.

Mit der Ausstellung wollen auch die AI-Verantwortlichen vor Ort deutlich machen: Jeder Einzelne kann sich mit seinen Mitteln für die Menschenrechte stark machen und einen Beitrag dafür leisten.

Die Gründung der Organisation geht auf den britischen Rechtsanwalt Peter Benenson zurück, der im Jahr 1961 die Öffentlichkeit zu einer Einzelaktion für verhaftete Studenten in Portugal aufrief. Die Reaktion war so überwältigend, dass sich in kurzer Zeit eine dauerhafte arbeitende Organisation entwickelte. Namhafte Personen wie der damalige Auslandskorrespondent Gerd Ruge und Carola Stern, damals politische Kommentatorin und einzige Frau beim Westdeutschen Rundfunk, waren im Jahr 1961 unter den Begründern der deutschen Sektion von Amnesty.


 

Das Konzept der internationalen Arbeit war überaus erfolgreich: Nach zehn Jahren gab es bereits 850 Amnesty-Gruppen in 27 Ländern. Die Mitglieder betreuten in diesem Zeitraum 4000 politische Gefangene, 2000 davon kamen frei. Keine Regierung der Welt konnte Amnesty von nun an ignorieren. Folgerichtig wurde AI im Jahr 1977 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Thomas Hammarberg, heute Menschenrechtskommissar des Europarates in Straßburg, nahm damals als Vorsitzender des Vorstandes die Auszeichnung in Oslo entgegen. „Die Auszeichnung machte uns international zu einer glaubwürdigen Bewegung“, erinnert er sich. Auch die Medien hätten sich seit dieser Zeit stärker für die Arbeit der Organisation interessiert.

Im Laufe der vergangenen fünf Jahrzehnte haben sich nicht nur die Machtverhältnisse weltweit verändert, sondern auch die Methoden der Unterdrückung. So musste auch Amnesty die Arbeitsweise anpassen. Die Hilfsorganisation wandelte sich von der reinen Gefangenenhilfsorganisation hin zu einer Menschenrechtsorganisation, die recherchiert, informiert und durch gezielte Aktionen öffentlichkeitswirksam agiert. Heute hat sie beratenden Status bei der UNO, im Europarat und in Deutschland beim Auswärtigen Amt.

Doch in einem ist sie sich treu geblieben: Grundlage der Arbeit ist die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Auch das Symbol ist das Gleiche geblieben – eine von Stacheldraht umgebene Kerze. Peter Benenson hat es so formuliert: „Als ich die Kerze das erste Mal anzündete, hatte ich ein altes chinesisches Sprichwort im Kopf: Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“


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