Hubertusmesse Mudau gut angenommen

Jäger tragen Verantwortung für Gottes Schöpfung

von Liane Merkle

Mudau. Wie sehr die Hubertusmesse von den Gläubigen angenommen wird, zeigte eine bis auf den letzten Platz besetzte St. Pankratiuskirche beim Einzug von Pfarrer Werner Bier mit seinen Ministranten und den Parforcehornbläsern der Jagdhornfreunde Erftal. Musikalisch begrüßt wurden Gottesdienstbesucher und Einziehende „stimmgewaltig“ durch die Gesamtbläsergruppe der Kreisjägervereinigung unter Leitung von Bernhard Meixner. Für die gelungene herbstliche Walddekoration, in der die Bandbreite der Tiere des heimischen Waldes vertreten war, wobei das Hirschgeweih mit dem Kreuz als Symbol des Hl. Hubertus natürlich im Mittelpunkt stand, zeichnete der Hegering 4 unter Leitung von Alfred Dambach verantwortlich.

Pfarrer Werner Bier erläuterte unter den eindrucksvollen Klängen der Parforcehörner, dass die Hubertusmesse traditionell vorrangig instrumental gestaltet und kaum durch gesangliche Beiträge der Gemeinde bereichert werde. Das entspreche zwar nicht mehr dem heutigen Gottesdienstcharakter, gehöre aber zu dieser Besonderheit alljährlich im November.


Er ging kurz auf die Geschichte des jungen Adligen Hubertus ein, der ohne jede Überlegung dem Jagdfieber frönte bis er eines Tages einem hoheitsvollen Hirsch begegnete, zwischen dessen Geweih das Kreuz aufleuchtete. Dieses Ereignis brachte ihn zum Glauben und zu der Überzeugung, dass die Tiere als Geschöpfe Gottes seiner Hege und Pflege bedürfen. Und dieser Gedanke ging nahtlos in die Pflichten der verantwortungsvollen Jäger ein, die Hubertus als ihren Patron verehren.

Die Melodien der Hubertusmesse, die die Bläser so eindrücklich intonierten, stammten ursprünglich aus Frankreich und Belgien, würden aber seit der offiziellen deutsch-französischen Freundschafts- und Friedensbesiegelung 1954 auch in Deutschland immer beliebter.


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Die Lesungen, vorgetragen von Thilo Sigmund und Thomas Galm, waren zwar für den Sonntagsgottesdienst gedacht, würden sich aber, so Pfarrer Bier weiter in seinen Ausführungen, ganz hervorragend auch für die Hubertusmesse eignen. Denn die angesprochene Weisheit und Wachsamkeit, die auch nötig seien, wenn man „mit dem Herzen hören“ wolle, sollte den Jägern besonders zu eigen sein. Denn so, wie die Schönheit und die Geräuschkulisse der Natur den Jägern Gottesdienst sein können, so tragen sie auch besondere Verantwortung für die Tiere, die dem Menschen in vielfältiger Weise zu Dienste stehen.

Pfarrer Bier ging auf die Tieropfer – wie das Lamm Gottes – im Alten Testament ein und betonte, dass diese Opfer nichts mit wildem „Abschlachten“ zu tun hätten, sondern vom respektvollen Umgang mit der Schöpfung getragen seien. Weiter führte Pfarrer Bier aus, dass ein Jäger unmöglich an Christus vorbei könne und bekräftigte seine Aussage mit den Worten eines Psalms: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele nach dir.“

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