Genießerhof und Rosenduft

Die Landwirtin Petra Schittenhelm aus Dietingen stellte bei der Fachtagung „Genießerhof und Rosenduft – wie kommt „frau“ mit kreativen Geschäftsideen zum beruflichen Erfolg?“ in Neckarelz ihr äußerst erfolgreiches Geschäftsmodell vor. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis/Neckarelz. (lra) „Unser Konzept ist voll aufgegangen. Wir hatten von Anfang an ein volles Haus.“ Petra Schittenhelm aus Dietingen ist stolz auf ihren „Genießerhof“, einen ehemaligen Stall, den sie gemeinsam mit ihrer Schwester, einer Floristin, zu einer „Schlemmerscheune“ und einem Hofladen umgebaut hat. Dort gibt es ausschließlich regionale Produkte zu kaufen, zu essen und zu trinken. Auch die immer wieder wechselnde Deko ihrer Schwester steht zum Verkauf an. Die Landwirtschaftsmeisterin, die mit ihrem Mann eine kleine Landwirtschaft betreibt und vier Kinder hat, räumt aber auch ein, dass bei aller Freude über die gelungene Selbstständigkeit die Arbeitsbelastung immens ist: „Bei der Eröffnung sind wir beinahe zusammengebrochen. Und wir finden kaum jemanden, der bei uns arbeiten will.“

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Dennoch steht der Genießerhof für eine Erfolgsgeschichte, die Petra Schittenhelm bei der Fachtagung „Genießerhof und Rosenduft – wie kommt „frau“ mit kreativen Geschäftsideen zum beruflichen Erfolg?“ in Bildungshaus Neckarelz vorgestellt hat. Dazu eingeladen hatte das Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises, Fachdienst Landwirtschaft, der LandFrauenverband Württemberg-Baden und das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Mit schönem Erfolg: Über 50 Frauen waren der Einladung gefolgt.

„Frauen im ländlichen Raum haben es einfach schwerer, wenn sie einen Beruf ausüben oder sich vielleicht sogar selbstständig machen wollen“, erklärte Hannelore Wörz, die Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden: „Aber es kann gelingen und man muss wissen, wo man sich Unterstützung holen kann.“ Zuvor hatte Gerhard Kohler, der Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft, die Frauen begrüßt und einen kurzen Überblick über die landwirtschaftlichen Strukturen im Kreis gegeben. Sigrid Michelfelder war vom Stuttgarter Ministerium nach Neckarelz gekommen. Auch sie benannte die Probleme, erklärte aber gleichzeitig, dass es sehr attraktive Förderprogramme gebe, die Frauen im Ländlichen Raum auf der Suche nach innovativen Ideen und neuen Geschäftsfeldern sowie deren Umsetzung unterstützen.


Auch Ulrike Ruchte aus Güglingen-Frauenzimmern ist eine Frau, die auf dem Land lebt und auf der Suche nach „was Eigenem“ war. Sie berichtete von einer ebenfalls über das Förderprogramm finanzierten Qualifizierungsmaßnahme, bei der sie unter anderem ihre Stärken und Schwächen erkannt habe: „Wir Frauen auf dem Land haben viel Potential, wir können schaffen und wir haben auch Ideen – aber wie wir das tatsächlich umsetzen können, das ist oft die Frage.“ Da könnten entsprechende Seminare sehr hilfreich sein. Daran anknüpfend referierte Wolfgang Müller vom Steinbeis-Transferzentrum aus Villingen-Schwenningen zum Thema „Kreativitätstraining – oder wie finde ich meine Idee“.

Ganz praktisch stellte er ungewöhnliche und sehr erfolgreiche Ideen vor wie den „Spätzle-Shaker“, „Suppen in Einmachgläsern“ oder spezielles Kinderspielzeug, allesamt nicht von Machern aus der Industrie erfunden, sondern von „ganz normalen“, aber kreativen Köpfen. Spezielle Kreativitätsübungen folgten und am Ende waren die Frauen tatsächlich so beeindruckt von dem Gehörten, dass sich etliche spontan an die die Veranstaltung moderierende Marion Schmidt-Kowalke vom Fachdienst Landwirtschaft wandten, um Näheres über das Förderprogramm und entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen zu erfahren. Sie ist montags und dienstags unter der Telefonnummer 06281/52121618 und Mittwochvormittag unter 06028/120642  bzw. unter der E-Mail Adresse marion.schmidt-kowalke@neckar-odenwald-kreis.de auch weiterhin Ansprechpartnerin.


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