Das Glück in der neuen Heimat

Diamantenes Ehejubiläum in Waldhausen

von Liane Merkle

Waldhausen. So schlimm der Krieg und seine Folgen auch waren, für Maria und Robert Haber hatte er zumindest etwas Gutes. Der Waldhausener kam unversehrt aus dem Krieg zurück und hatte ziemlich schnell seine Maria im Blick, die nach der Vertreibung aus Böhmen letztlich in Waldhausen eine neue Heimat gefunden hatte.

Am heutigen Donnerstag können die Beiden zusammen mit ihren zwei Kindern, den Schwiegerkindern, fünf Enkeln und vier Urenkelchen ihr Diamantenes Ehejubiläum feiern.


Robert Haber wurde 30. September 1926 als drittes von insgesamt sieben Kindern des örtlichen Schuhmachers in Waldhausen geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte und zur Schule ging. Danach begann er eine Lehre als Schlosser bei der Mosbacher Firma Gmeinder. Doch diese musste er abbrechen, als er in Folge der Kriegswirren erst zum Arbeits- und dann zum Wehrdienst einberufen wurde. Der junge Mann wurde gleich mit einem Trupp nach Russland geschickt und geriet in ukrainische Gefangenschaft, aus der er erst 1946 entlassen wurde.

Zurück in der Heimat, durfte er bei der Firma Gmeinder seine Lehre beenden, bevor er bei den Adelsheimer Agria-Werken seinen Beruf 30 Jahre lang ausüben konnte bis das Werk geschlossen wurde. Noch eine Weile nahm er den beschwerlichen Pendelweg zu Agria nach Möckmühl auf sich bis ihm eine Stelle bei den Rittersbacher Odenwaldwerken angeboten wurde. Er bedauert noch heute, dass er krankheitsbedingt vorzeitig in den Ruhestand geschickt wurde.

Fest im Dorfleben verankert kann er heute stolz sein auf seine Ehrenmitgliedschaften im Gesangverein und im Sportverein, darüber hinaus war er langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Maria Haber wurde am 18. November 1923 in Diebling (Böhmen) als mittleres von fünf Kindern des Maurers Martin Tösel und Ehefrau Johanna geboren. Nach der Schulzeit arbeitete sie – wie damals üblich – bei Bauern auf dem Feld. Wie viele ihrer Landsleute traf sie nach dem Krieg das Schicksal der Vertreibung. Über Eisgarn in Österreich und die Seckacher Teufelsklinge kam sie schließlich in Waldhausen an. Sie fand Arbeit im Forstbetrieb des Bödigheimer Barons Rüdt von Collenberg. Am 10. November 1951 heiratete das Paar und es gelang den beiden mit viel Fleiß bereits zehn Jahre später ihr Eigenheim zu bauen. Sie gingen auf in ihrer Arbeit und ihrer Familie. Maria Haber genoss von je her die Gartenarbeit, hatte einen Faible für Handarbeiten und war für ihre Enkel die verlässlichste Tagesmutter, die es geben kann und ihr Mann liebte es nach seiner Verrentung, mit den Enkeln im Wald spazieren zu gehen.

Unsere Redaktion schließt sich den sicherlich zahlreichen Glückwünschen zum heutigen Jubeltag gerne an.

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