Lebensräume geschaffen und verbessert

Naturpark Neckartal-Odenwald fördert Anlage von Biotopen

(Foto: privat)

Schefflenz. (pm) Der NABU Seckach und Schefflenztal konnte in den vergangenen Wochen dank der herausragenden Unterstützung durch den Naturpark Neckartal-Odenwald zwei große und wichtige, naturnahe Puzzlesteine im Biotopverbund Schefflenz – Seckach etablieren. Dank eines Zuschusses von 70 % der Herstellungskosten in Höhe von 17.000 Euro war es möglich, erstens auf der Hochebene zwischen Unterschefflenz und Waldmühlbach ein ca. 1 Hektar großes Feldgehölz mit Streuobstwiese und Feldhecke anzulegen. Es wurden ca. 50 Hochstamm-Obst- bzw. Wildobstbäume und über 550 heimische Bäume und Sträucher gepflanzt. Durch weitere Pflegemaßnahmen soll hier ein vielseitiges Raster unterschiedlicher Lebensräume für feldbewohnende Tierarten entstehen. Bereits am Tage der Pflanzung konnten die aktiven Naturschützer ein Raubwürgerpaar (hiervon gibt es noch max. 10 Brutpaare in Baden-Württemberg) und einen jagenden Sperber beobachten. Das neue Gebiet reiht sich in die Perlenkette des Biotopvernetzungskorridors Schefflenztal-Waidachswald ein, in dem vom NABU bereits mehrere Perlen, sprich: „Trittsteine“ etabliert werden konnten.


Als Zweites wurde beim NABU-Schutzgebiet „Feuchtgebiet Alter Sportplatz Kleineicholzheim“ durch die Anlage von Flachwasserzonen, Gräben und temporären Wasserstellen die Vielfältigkeit des Gebietes erhöht. Vor allem unsere heimischen Amphibienarten wie Molche, Unken, Kröten und Frösche aber auch Wat- und Wasservögel sollen hier geeignete Lebensräume vorfinden. Außerdem dient das Gebiet als Rastplatz für Zugvögel. Auch hier wurde durch diverse Gestaltungsmaßnahmen eine hohe Vielfalt von Lebensraumtypen angestrebt. Es ist zu erwarten, dass vom im letzten Jahr erstellten Beobachtungsstand schöne und vielfältige Naturbeobachtungen im Gebiet möglich sind.

Ein Wermutstropfen trübt die Freude der NABU-Aktiven über das Geschaffte. Denn 30% der Kosten, immerhin über 5.000 Euro, müssen von der Gruppe selbst aufgebracht werden und so wird deutlich, dass solche „Großprojekte“ nicht allzu oft umgesetzt werden können. Ein weiterer begrenzender Faktor ist die Verfügbarkeit von Flächen. Daher ist der NABU immer auf der Suche nach Grundstückseigentümern, die Flächen für die Anlage naturnaher Landschaftselemente zur Verfügung stellen.

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