Kein „ökologischer Nulltarif“

BUND und NABU stellen vor, wie Ausbau der Windkraft von statten gehen soll

Stuttgart. (pm) NABU und BUND sprechen sich für einen schnellen und naturverträglichen Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg aus. In einer gemeinsamen Stellungnahme zur Änderung des Landesplanungsgesetzes und einem Hintergrundpapier zur Windkraft haben die Verbände dargestellt, wie der Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg erfolgen soll. „Wir begrüßen sehr, dass die grün-rote Landesregierung mit der Novelle des Landesplanungsgesetzes die bisherige Blockade des Windenergieausbaus durchbrechen will“, erklärt die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender. „Der Ausbau der Windkraft ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende, den es nicht zum ‚ökologischen Nulltarif‘ gibt. Das ist uns bewusst“, ergänzt NABU-Landesvorsitzender Dr. Andre Baumann.

Die beiden Umwelt- und Naturschutzverbände haben deshalb Vorranggebiete für den Naturschutz definiert, in denen nur in Ausnahmefällen – wenn mit Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass die Windräder keinen negativen Effekt auf die streng geschützte Natur haben – Windkraftwerke gebaut werden sollen. Grundsätzlich keine Windräder soll es in Bannwäldern, Kernzonen von Biosphärengebieten und Nationalparken sowie in naturnahen Wäldern mit über 120 Jahre alten Bäumen geben, in denen Fledermäuse einen Lebensraum finden. „Wir sind überzeugt, dass es trotz dieser Tabu-Zonen genügend Flächen für den Ausbau der Windenergie gibt. Solche eindeutigen Planungsvorgaben helfen, Konflikte bei der Planung und Erstellung von Windkraftanlagen zu vermeiden“, sagen die Landesvorsitzenden.


Die beiden Umweltverbände sind sich darüber einig: Der Ausbau der Windkraft ist notwendig, verlangt der ohnehin geschundenen Natur aber viel ab, selbst wenn sich alle Kommunen, Landratsämter und die Windkraftbetreiber eins-zu-eins an die Rahmenbedingungen von NABU und BUND hielten. „Auch bei dem von uns vorgeschlagenen Ausbau der Windkraft wird es zu Vogel- und Fledermausschlag kommen“, erklärt Dr. Andre Baumann. Er fordert die Politik dazu auf, endlich im Forst und in der Landwirtschaft die biologische Vielfalt zu schützen. Hier müsse Minister Alexander Bonde Taten sprechen lassen. Denn: „Die Verluste von Vögeln und Fledermäusen müssen durch eine konsequente Naturschutzpolitik kompensiert werden“, betont Baumann.

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BUND und NABU fordern zudem eine frühzeitige und echte Beteiligung der Bürgerschaft und der Umweltverbände im Planungsprozess. „Werden die Hinweise der Bürgerinnen und Bürger sowie der örtlichen Umweltverbände in der Planung berücksichtigt, können mögliche Konflikte von vornherein umgangen und die am besten geeigneten Standorte für die Windkraft genutzt werden“, erläutert Brigitte Dahlbender und ergänzt: „Im entstehenden Windkrafterlass Baden-Württemberg müssen sowohl verbindliche Regelungen für den Naturschutz als auch die Bürgerbeteiligung festgelegt werden.“

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