Hofreiter: „S 21 ist euer Transrapid!“

„Ja –  gegen Geldverschwendung und falsche Bahnpolitik“

Unser Bild zeigt von links: Peter Schreppel (Mosbach, Grüne), Dr. Toni Hofreiter, MdB, Doris Golz (Haßmersheim, Parkschützer), Christine Denz, Bertold Weigand (Buchen, BUND) und Walter Goll (Osterburken, Grüne). (Foto: Brauch-Dylla)

Mosbach. (bd) Der erste Beifall des Abends galt einem Abwesenden – Moderatorin Christine Denz dankte Mosbachs OB Michael Jann für den bereitgestellten Rathaussaal. Die faire Geste beklatscht von den 40 Besuchern beklatscht, die der Einladung des Kreis-Bündnisses „JA zum Ausstieg!“ gefolgt waren. Im Vorfeld hatte es zunächst Irritationen gegeben, nachdem Jann zu einer Pressekonferenz der Befürworter ins Rathaus geladen hatte (NZ berichtete).

Vom Vorsitzenden des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags, Dr. Anton „Toni“ Hofreiter, wollten sie erläutert bekommen, warum aus grüner Sicht der Ausstieg aus „Stuttgart 21“ mit einem „Ja“ bei der Volksabstimmung befördert werden sollte. Vorab stellte Denz den Interessenten die Koordinator des Bündnisses vor und machte Bertold Weigand (Buchen, BUND), Walter Goll (Osterburken, Grüne), Doris Golz (Haßmersheim, Parkschützer) und Peter Schreppel (Mosbach, Grüne) dem Gast bekannt.


Der bayrische Verkehrspolitiker stellte dann faktenreich und kurzweilig seine Sicht der Dinge dar, beginnend bei der Geschichte des Bahnhofsbaus. Wo in der Urzeit des Eisenbahnbaus Kopfbahnhöfe das Bild bestimmten, hätten zwischenzeitlich Durchgangsbahnhöfe Vorteile geboten. Seit der Verwendung von modernen Triebwägen seien Kopfbahnhöfe wieder mindestens gleichwertig, für den anzustrebenden integralen Taktfahrplan an den Knotenpunkten in Großstädten seien Kopfbahnhöfe deutlich überlegen. Nicht eine Optimierung des Bahnverkehrs oder der Pünktlichkeit sei ausschlaggebend für das Tiefbahnhofprojekt gewesen – gerade habe die Stiftung Warentest dem Stuttgarter Bahnhof beim Deutschlandweiten Vergleich mit dem zweiten Platz in ganz Deutschland ausgezeichnet, „Stuttgart 21“ sei ein reines Prestigeprojekt wie es der Transrapid für München gewesen sei. „Dort hat uns Stoiber 10 Jahre lang erzählt, dass die das bestgeplante und finanzierte Verkehrsprojekt in Deutschland sei!“ Ministerpräsident Beckstein habe dann vor der unüberschaubaren Kostensteigerung kapituliert und das Projekt abgeblasen. Nun hätten DB-Chef Grube und eine ganze Reihe von „Bahngrößen“ und Politikern ihr Schicksal mit S 21 verknüpft. „Es geht nur um Gesichtsverlust und Prestige – zu Lasten der Steuerzahler!“, die Volksabstimmung könne helfen dies zu beenden. „ Man kann den Euro nur einmal ausgeben“ -deshalb konkurriere dieser immens teure Bahnhofsbau mit der enorm wichtigen Rheintalbahn („wichtigstes Eisenbahnprojekt Europas“) und reduziere die Mittel für den Nahverkehr bereits seit 2003.


Der Ausstieg sei finanzpolitisch sinnvoll, aus verkehrspolitischer Sicht sei S 21 maximal so gut wie der alte Bahnhof. Auf die vom CDU-Europaabgeordneten Dr. Ulmer behauptete Zuschussgefährdung angesprochen stellte Hofreiter fest: „S 21 und die Neubaustrecke Ulm-Wendlingen muss man trennen. Der Bahnhof ist offiziell ein Projekt der Deutschen Bahn AG, die Bahnstrecke ein Bedarfsplanprojekt der öffentlichen Hand, dafür gibt es EU-Mittel, nicht für den Bahnhof!“ Die Neubaustrecke ließe sich ebenso an den Kopfbahnhof anschließen.

Keine der versprochenen Nahverkehrsverbesserungen sei von Stuttgart 21 abhängig stellte Christine Denz abschließend fest, „ohne Stuttgart 21 erreichen wir mehr!2 warb sie abschließend für ein „Ja“ bei der Volksabstimmung.
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Infos im Internet:
www.ja-zum-ausstieg.de

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4 Kommentare

  1. In den obigen Text hat sich leider ein entscheidender Fehler eingeschlichen. Es müsste dort vielmehr heissen: „Seit der Verwendung von modernen Triebwägen seien [KOPF]bahnhöfe [wieder] mindestens gleichwertig, für den anzustrebenden integralen Taktfahrplan an den Knotenpunkten in Großstädten seien [KOPF]bahnhöfe deutlich überlegen.“

    Davon abgesehen wurde jetzt transparent und wissenschaftlich wiederlegt, dass S21 den sog. „Stresstest“ bestanden hat. Demnach hat die DB sehr gut versteckt im „Stresstest“ gegen eine große Anzahl eigener Regularien verstoßen. Die Leistungsfähigklkeit des Mrd.-teuren Tiefbahnhofs bedeutet einen Rückbau der Schieneninfrastruktur und würde das Prädikat „mangelhaft“ bekommen. Im Detail nun nachprüfbar unter: wikireal.org

  2. @Benjamin: Sie haben recht, ich hatte versehentlich zweimal die falsche „Vorsilbe“ geschrieben unnd heute morgen um Korrektur gebeten, wie inzwischen geschehen. Danke für das aufmerksame lesen, bd.

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