Windkraft bewegt die Naturschützer

Mosbach. (pb) Im Mosbacher Umweltzentrum trafen sich am Montagabend die Spitzen der NABU-Gruppen der östlichen Metropolregion. Christiane Köhler, Geschäftsführerin des Bezirksverbands Rhein-Neckar-Odenwald, und Peter Baust vom NABU Mosbach konnten Vertreter der Gruppen aus Adelsheim, Hardheim, Eberbach, Waldbrunn sowie Seckach- und Schefflenztal begrüßen.

Auf der Tagesordnung standen neben einem Informationsaustausch zur Arbeit in den Gruppen auch die Beschlussfassung über die Weiterführung des gemeinsamen Jahresprogramms, welches die Exkursionsangebote der Gruppen bündelt und einem breiten Publikum zugänglich macht. Als Schwerpunkt war die Diskussion der Entwicklung der Windkraft im hiesigen Raum vorgesehen.

Die Notwendigkeit der Energiewende wurde seitens der NABU-Aktiven nicht bestritten. Bei der Nutzung erneuerbarer Energien sehen die Naturschützer aber Probleme z.B. bei der Biomasse durch die Intensivierung der Landwirtschaft. Bei der Windkraft lassen neue rechtliche Regelungen einen unerwünschten Windkraftanlagen-Wildwuchs befürchten. Nach den neuen Regelungen gibt es keine Ausschlussgebiete für Windkraft mehr, es gibt nur noch von vorne herein für Windkraft bestimmte Vorranggebiete und den Rest der Landschaft, der durch eine einfache Änderung des Flächennutzungsplanes zu einem Windkraftstandort werden kann. Für profitorientierte Investoren und für Bürgermeister auf der Suche nach Steuereinnahmen für die klammen Gemeindekassen seien das keine ernstzunehmenden Hindernisse.

Der Standort einer Windkraftanlage ist ausschlaggebend für ihre Naturverträglichkeit. Gut gewählte Anlagenstandorte und naturverträglich betriebene Windkraft-Anlagen sind ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Klimaschutz. Ein Windpark mitten in einer Vogelzuglinie oder einem Fledermaus-Wanderkorridor kann sich jedoch fatal auswirken.


Die Naturschützer fordern daher zweierlei: Zum einen muss die Grundlagenforschung vorangetrieben werden. Es gibt in Baden-Württemberg bisher weder eine Karte der Wander-Korridore für Vögel bzw. Fledermäuse noch Brutplatzkartierungen windkraftsensibler Vogelarten wie z.B. des Rotmilans oder des Schwarzstorchs. Zum anderen müssen diese Erkenntnisse möglichst schnell vorliegen, denn die Aktiven des NABU wissen von vielen Windkraftprojekten, die bereits am Laufen sind, teilweise mitten im Wald, teilweise in der Nähe landesweit bedeutsamer Vogelrastplätze.

Eile ist geboten, wenn wir unserer Verantwortung für den Schutz sensibler und gefährdeter Tierarten gerecht werden wollen.

Weitere Informationen finden sich in einer gemeinsamen Standpunkterklärung der beiden Verbände NABU und BUND unter http://baden-wuerttemberg.nabu.de/themen/klimaundenergie/erneuerbareenergien/14294.html

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