„Leben braucht Wasser“ überreicht Scheck

Zur  weiteren Teilfinanzierung für den Start zum Bau  der nächsten 50 Pedalpumpen mit Rohrbrunnen überreichte Bernhard Heilig den Betrag von 25.000 Euro an den Projektleiter Fernando Chanduvi , Präsident von W3W (Wasser für die Dritte Welt), Peru. Unser Bild zeigt v. l. n. r.: Thomas Heilig, Jose Eliodoro(örtlicher Projektleiter), Bernhard Heilig, Marlene Chanduvi, Fernando Chanduvi und Konrad Heilig. (Foto: privat)

Seckach/Peru. „Gib ihm Brot, dann kommt er morgen wieder, gib ihm einen Pflug, dann kommt er nicht mehr.“ Dieses Motto hat sich der Förderkreis „Leben braucht Wasser“ aus Seckach auf seine Fahnen geschrieben. Rückblick, Standortbestimmung und Ausblick standen auf dem Programm dieses rührigen  Fördervereins, der statt Pflüge Pedalwasserpumpen in Peru installiert. Erster Vorsitzender Bernhard Heilig konnte eine große Anzahl von Helfern, Experten und Sponsoren zu dieser Versammlung begrüßen, wo ein überaus ermutigendes Resümee und ein ausführlicher Erfahrungsaustausch breiten Raum einnahmen.

Mit einem eindrucksvollen Film und Aufnahmen von der Arbeit der Helfer aus Seckach in dem Küstenstreifen Perus zwischen Pazifik und Anden stimmte Bernhard Heilig die Anwesenden ein. In diesem kargen Landstrich ist Regen Fehlanzeige, bis zu sieben Monate fällt kein Tropfen. Entsprechend armselig darben die Ärmsten der Armen in primitiven Lehmhütten ihr entbehrungsreiches Dasein. Den Campesinos (Kleinbauern fehlt es buchstäblich an allem. Von Regierung und Administration im Stich gelassen ist vor allem das fehlende Wasser das Hauptproblem.

Bernhard Heilig hat mit seinem Team dank der Spenden des Fördervereins und vieler Spender aus Seckach und Umgebung 100 fußbetriebene Pedalpumpen in Mocupe (Peru) installiert. Diese technisch ausgereiften, wissenschaftlich überprüften und ausführlich getesteten Fußpumpen leisten bereits ganze Arbeit: 60 Liter pro Minute können nun die Kleinbauern mit ihren Familien aus 8 Meter Tiefe zur Bewässerung von Gemüse, für Trinkwasser, für den Haushalt und für Viehtränken problemlos pumpen. In den Aufnahmen, die Thomas Heilig zur Dokumentation machte, ist der Einfallsreichtum der Campesinos zur weiteren baulichen Verwendung und Fassung des geförderten Wassers beeindruckend. Auch die Dankbarkeit und Aufbruchstimmung spiegelten sich in ihren Gesichtern.


Der wichtigste Aspekt für die Mitglieder des Fördervereins stellte jedoch das einwandfreie Funktionieren der Wasserpumpen, ihre effektive Leistung und die Akzeptanz bei den Einheimischen dar. Jetzt zahlte sich die Beharrlichkeit des Vorsitzenden Bernhard Heilig aus, der als Projektkoordinator großen Wert auf Qualitätsverbesserung in der Herstellung der Pumpen gelegt hatte. Großen Anteil hatte dabei die Firma Vogt aus Sindolsheim durch ihre Unterstützung bei der Optimierung und Herstellung der Gießformen. Möglich wurde die Realisierung des Projekts aber erst durch die bereitwillige Mithilfe von zahlreichen Helfern, von Hochschulen und Firmen, die über ihre Experten Wissen und Erfahrung zur Verfügung stellten.

Dem ehrgeizigen Konzept „Hilfe durch Selbsthilfe“ in die Tat umzusetzen liegt eine gut durchdachte Organisation und Strategie zugrunde: In Mocupe selbst werden Handwerker geschult, um vor Ort und unabhängig  ihren deutschen Helfern Bohren und Schneiden von Stahlteilen oder Biegevorgänge mit einfachen Mitteln selbst vorzunehmen. Die Wasserversorgung steht damit auf festen Füßen: Die Lebensbedingungen beginnen sich zusehends zu verbessern. Ein kleines Einkommen durch den Verkauf von Gemüse auf dem Markt ist gesichert und Perspektivlosigkeit und Resignation bei den Landbauern werden verdrängt. Es gibt sogar Wasserverkäufer, die einen Eimer voll Wasser für einen Preis von 6 Cent an die Bevölkerung verkaufen und somit der trostlosen Situation entgegentreten.

Auf den nächsten Schritt stimmte der Vorsitzende Bernhard Heilig die Mitglieder des Fördervereins schon ein. Das Ziel ist, weitere 100 Pedalpumpen in Mocupe zu installieren, um eine flächendeckende Versorgung mit Wasser anzubahnen. Dazu benötigt der rührige Verein in Sachen „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Form von Spenden und jegliche Unterstützung. Vorreiter sind bereits einige Firmen aus der Region. Aber auch die Kommunionkinder aus Seckach haben eine ansehnliche Summe gespendet. Auf dem Seckacher Straßenfest wurden Empanadas (gefüllte Teigtaschen) verkauft. Die Bäckerei Trabold klingt sich ein mit einem Losverkauf, wobei es einen Wasserweck pro Los gratis gibt. Und auf dem Großeicholzheimer Weihnachtsmarkt gilt es nicht nur die Herzen zu öffnen für die Weihnachtszeit, sondern auch den Geldbeutel für Menschen, die es nicht so gut getroffen haben. Geschäfte aus Seckach und Umgebung steuern über Verkaufsgutscheine und wertvolle Geschenke zur Weihnachtszeit ihren Teil bei.

Wer sich daran beteiligt, diese Projekt zu unterstützen kann sicher sein, dass das über die diese Aktionen gespendete Geld nicht in dunkle Kanäle fließt. Dafür bürgen die freiwilligen Helfer und Organisatoren, die selbst Freizeit, Urlaub und Geld dafür aufbringen, um Menschen in ausweglosen Situationen eine Perspektive zu geben. Ehrenamtlich, ohne politischen Hintergedanken, und ohne Gewinnmotive stellen sich die Mitglieder dieser armen Bevölkerungsgruppen zwischen Ozean und Andenhochland. Ausschließlich wird das dringend benötigte Geld für Materialbeschaffung und den Aufbau dieser Pedalpumpen verwendet.

In den Reihen der anwesenden Fördermitglieder zeigte sich ein breiter Konsens, einen kleinen Teil unseres Wohlstandes aus Solidarität zu denen, die es nicht so gut getroffen haben, abzugeben. Intensiv wurde über praktikable und effektive Lösungsmöglichkeiten bei der Realisierung diskutiert. Da sich auch Mitglieder mit reichlich Erfahrungen aus ihrer Arbeit als Firmenmitglieder oder Lehrer in den Entwicklungsländern in der Versammlung befanden, schälte sich die ganze Bandbreite der Probleme und Perspektiven bei der Hilfe für arme Länder heraus. Peru, von seine Bodenschätzen und Ressourcen eigentlich ein reiches Land, leidet an der ungleichen Verteilung. Profitgier, Korruption, Missachtung der Menschenrechte und skrupellose Ausbeutung sind nur einige Gründe für die bittere Armut der Campesinos in Peru. Solidarität und Mithilfe sind bei diesem Projekt fürwahr keine einmalige „Wohltätigkeitsveranstaltung“.


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