Mit dem Heiraten nicht gezögert

von Liane Merkle

Donebach. Der Krieg war vorbei und es war allen bewusst, wie kostbar das Leben ist. Wenn man sich sehr zugeneigt war, dann wartete man nicht lange, sondern heiratete. So ähnlich könnten die Gedanken von Anton und Theresia Rippberger, geb. Mai gewesen sein als sie sich am 24. November 1951 in der Donebacher Kirche St. Josef das Ja-Wort gaben.

Und sie hatten vollkommen Recht, schließlich können sie am heutigen Donnerstag ihr Diamantenes Ehejubiläum zusammen mit ihren sieben Kindern – darunter Mudaus Bürgermeister, den Schwiegerkindern und 13 Enkeln feiern. Und das nur, weil der Nachbar von Anton Rippberger ihn vor über 60 Jahren mit zu seiner Freundin nach Steinbach genommen hat mit dem Argument „komm doch mit, die haben noch mehr hübsche Mädels in der Familie“. Der Nachbar sollte Recht behalten. Dabei war die Zeit davor nicht besonders lustig.


Anton Rippberger wurde am 07. März 1922 als mittleres von sieben Kindern des Zimmermeisters Franz-Peter Rippberger und dessen Frau Josepha in Donebach geboren. Doch der Vater verstarb als sein Sohn gerade mal elf Jahre alt war. So musste dieser schon früh Verantwortung und die Bienenzucht des Vaters übernehmen. Nach der Schule übernahm er die heimische Landwirtschaft bis er im Alter von 19 Jahren in den Krieg nach Italien und Frankreich eingezogen wurde. Zwar geriet er nicht in Gefangenschaft und konnte schon 1945 wieder nach Hause, aber die vielen Kriegsverletzungen setzen ihm bis heute zu. Zurück in Donebach führte er die Landwirtschaft weiter und begann als Ratsschreiber im Donebacher Rathaus bei Bürgermeister Josef Friedel. Nach der Gemeindereform wurde er als Ratsschreiber ins Mudauer Rathaus übernommen bis zur Verrentung im Jahre 1982. Lange Jahre war er zudem freier Mitarbeiter der RNZ, Schriftführer bei der Jagdgenossenschaft Donebach und langjähriges Mitglied beim Bienenverein, wo er bereits 1977 mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wurde. Als förderndes Mitglied unterstützt er den Musikverein Mudau.

StayFriends - Die Freundesuchmaschine

Seine Theresia hat mit ihm gemein, dass sie ebenfalls als mittleres von sieben Kindern geboren wurde, und zwar als Tochter des Mesners Wilhelm Mai und dessen Ehefrau Theresia am 12. Mai 1931 in Steinbach. Hier ging sie auch zu Schule und lernte durch die Ehefrau des Lehrers ihre ganz große Leidenschaft, das Orgelspielen kennen. Nach der Schulzeit hat sie im Elternhaus bei der Arbeit geholfen, doch die Orgel ließ sie nicht mehr los. Ihr Vater konnte ihr finanziell nur 7 Orgelstunden gönnen, doch sie ließ sich nicht abbringen und saß täglich im Gottesdienst neben der Orgel spielenden Lehrersfrau, die ihr schließlich die Noten beibrachte. Auch ein Jahr in einem Heidelberger Haushalt änderte nichts an ihrer großen Leidenschaft. Theresia Rippberger eignete sich als Autodidaktin alles Wissenswerte für das Orgelspielen an und konnte das königliche Instrument in Donebach 56 Jahre lang mit ganzem Einsatz spielen „Manches Mal saßen rechts und links auf meiner Organistenbank meine Kinder. Wem hätte ich sie denn anvertrauen können?“

Theresia und Anton Rippberger freuen sich auf ihren Dankgottesdienst am 26. November um 10.45 Uhr in der Donebacher Kirche „St. Josef“.

Unsere Redaktion schließt sich den sicherlich zahlreichen Glückwünschen zum heutigen Jubelfest gerne an.

ImmobilienScout24 - Immobilie suchen, Wohnung, Haus, Grundstück mieten

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: