Elfjähriger durch Hundebiss schwer verletzt

Bödigheim. Am Samstagnachmittag spielte ein elfjähriger Junge im Sechelsee mit dem Hund eines Nachbarn. Hierbei kam es zu einem tragischen Unglücksfall. In einem unbemerkten Augenblick biss der Australian Sheppard Rüde den Jungen in Wange und Nase. Der Bub wurde hierbei schwer verletzt. Zur optimalen Wundversorgung wurde er mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Mannheim geflogen.

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1 Kommentar

  1. Eine fürchterliche Erfahrung für das Kind – und für die Eltern …

    Die Hintergründe dieses Vorfalles in Bödigheim kenne ich nicht. Stattdessen möchte ich anlässlich dieses wirklich tragischen Unglücksfalles einen anderen aktuellen Vorfall Waldbrunn beschreiben, der die Eltern zweier anderer kleiner Kinder sehr beschäftigt …
    Ich bin selbst seit über 20 Jahren Hundehalter. Hunde und Kinder KÖNNEN in etlichen Fällen wunderbar und rücksichtsvoll miteinander spielen, das steht für mich außer Frage, und doch: Manche Leichtfertigkeit und Unbeschwertheit, mit der einzelne Hundehalter ihren Pflichten nicht nachkommen und die manchmal unglaublichen Reaktionen, wenn diese in die Pflicht genommen werden, finde ich – gerade als Vater zweier kleiner Kinder – unverantwortlich und mehr als bedenklich.

    Beispiel aus einem Ortsteil in Waldbrunn:

    Vor einem Jahr musste ich dabei zuschauen, wie ein 40-Kilogramm-Rüde aus dem Ortsteil im Überschwang der Hormone meinen damals dreijährigen Jungen kopfüber auf die Schotterfläche meines Parkplatzes warf, über das am Boden liegende Kind stieg, es mit den Hinterläufen festhielt und auf ihm „rammelte“. Dabei war der Rüde ausnahmsweise sogar angeleint, dennoch hatte der Hundehalter seine Mühe, den Hund wieder von meinem weinenden Kind herunterzuziehen. Eine hör- oder sichtbare Zurechtweisung des Rüden erfolgte nicht.

    Nun hätte der normale Fortverlauf dieser unglücklichen Situation wohl derjenige sein sollen, dass sich der Hundehalter für den Vorfall mit seinem Hund entschuldigt und ab sofort dafür gerade steht, dass der Rüde nicht mehr, wie es bislang gang und gebe war, immer wieder völlig frei und unbeaufsichtigt durch den Waldbrunner Ortsteil laufen würde. Genau dies wurde von mir als Vater des Kindes dann auch schriftlich per E-Mail gewünscht: Der vom Wesen her zwar – meiner Einschätzung nach – nicht bösartige Hund, der aber, wie der Vorfall eben gezeigt hat, dennoch in bestimmten Situationen (z.B. bei läufigen Hündinnen im Ort oder in unmittelbarer Nähe) zu einer Gefahr für kleine Kinder werden kann, solle doch bitteschön ab sofort nicht mehr alleine und unkontrolliert durch das Dorf laufen, selbstverständlich auch nicht mehr auf unser hauseigenes Wiesengrundstück und auf die Terrasse, wo kleine Kinder spielen.

    Zu viel verlangt? Offenbar schon. In einer Antwort-Mail hieß es lapidar, es sei kein Angriff auf das Kind gewesen, sondern es seien die Hormone, die den Rüden gesteuert haben, da gäbe es nichts zu tadeln (!). Man verstehe selbst nichts von Hunden, war ferner zu lesen. Sonstige Ankündigungen, zukünftig auf Sicherheit zu achten, blieben vollends aus.

    Mit diesem Vorfall und einem signifikanten Mangel an Einsicht des betreffenden Hundehalters war das zwischenmenschliche Verhältnis verdorben. Eine gewisse Bemühung, den Rüden nicht mehr frei laufen zu lassen, gab es zwar, doch es gab auch diese stets wiederkehrenden Ausnahmen, die – kopfschüttelnd zwar – weitgehend hingenommen wurden. Als dann die Eigentümer einige Zeit später beim Einkauf im nächsten Ort gesichtet wurden, während sich der Rüde einmal mehr vollkommen unbeaufsichtigt vom Vorplatz „seines“ Hauses entfernte und im Ort umher lief, wurde dies dem zuständigen Polizeiposten in Limbach gemeldet.

    Es gab dann wohl einen Hinweis an die Hundehalter von Seiten der Waldbrunner Gemeindeverwaltung. Doch bald folgten wieder einige „Ausnahmen“, um die zunächst kein weiteres Aufheben gemacht wurde. Jetzt im November lief der Nachbarshund dann erneut auf unserem hauseigenen Wiesengrundstück und direkt oberhalb der Terrasse, wo die Kinder spielten – und das gleich an zwei aufeinander folgenden Nachmittagen. Vor dem Hintergrund des bedenklichen Vorfalls, der sich ein knappes Jahr vorher abgespielt hatte, reichte es nun einfach.

    Wieder folgte ein Anruf bei der Polizei, die sich diesmal nicht über das Ordnungsamt, sondern direkt telefonisch mit den Hundehaltern in Verbindung setzte und Anzeige androhte für den Fall, dass der Hund noch einmal frei und unbeaufsichtigt im Ortsteil liefe.
    Das war wiederum zu viel – für den Hundehalter … Der Rüde sei gar nicht umher gelaufen, hieß es. Er wurde dabei allerdings per Fotos dokumentiert, wie mehrfach schon in der Vergangenheit. Die Bilder sind natürlich als Beweismittel archiviert.

    Ein paar Tage nach diesem polizeilichen Anruf stieg dann der aufgebrachte Hundehalter, der sich offenbar in seiner vermeintlichen „Freiheit“ allzu sehr beschränkt fühlte, die Treppen unserer Terrasse hoch: „Wenn du mich weiter provozierst …“, gab er von sich und die Hand versuchte, meinen Hals und Kragen zu packen, was nur durch schnelle Reaktion verhindert werden konnte. Weitere Gewalt wurde angedroht und man wurde vom Hundehalter schließlich zum Zweikampf auf der Straße aufgefordert; eine Einladung, die man aber ausschlug …

    Selbstverständlich wurde einen Tag später die versuchte Körperverletzung am Zugang der eigenen Terrasse, somit also auch Hausfriedensbruch, zur Anzeige bei der Polizei gebracht. Ich bin gespannt, wie es hier in Waldbrunn weitergeht …

    Wenn es schon zu einem unglücklichen Vorfall zwischen Hund und Kind kommt, wie vor einem Jahr in diesem Waldbrunner Ortsteil – SO sollten sich Hundehalter mit Sicherheit nicht aufführen!

    Dem Jungen aus Bödigheim wünsche ich von Herzen gute Geneseung.

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