Die Legende ist jung geblieben

„Live Kult Rock Nacht“ in Mudau

von Liane Merkle

Mudau. Die Haarpracht des Publikums – soweit noch vorhanden – hatte einige Silberglanzlichter, auch die Lachfalten waren ausgeprägter als vor 20 oder 30 Jahre, doch der Stimmung bei der „Live Kult Rock Nacht“ in der proppenvollen Odenwaldhalle in Mudau war das „gesetzte Mittelalter“ absolut nicht anzumerken.

„Die Legende lebt“ nicht nur – sondern ist erstaunlich jung geblieben. Das traf nicht nur für die beiden Kultbands „Borderline“ und „Highway 61“ zu, sondern gleichermaßen für das „saustarke“ Publikum.


Wieder einmal wurde deutlich, dass der Mudauer Motorradclub mit dieser Veranstaltung hundertprozentig ins Schwarze getroffen hat. Fox und Stehblues auf einer vollen Tanzfläche haben ebenso wenig an Reiz verloren wie Dopsi, Whiskey-Cola, Korea, Käse-Igel und eine Musik, die zum Mitsingen und –grölen einlädt. Musik, die einen mitreißenden Rhythmus hat, vor allem wenn sie von so genialen Bands präsentiert wird, die beide echte Begeisterungsstürme auslösten.

Zwar steht Borderline nur noch für eine limitierte Anzahl an Konzerten zur Verfügung, doch die sind – wie die Live Kult Rock Nacht“ einfach gigantisch. Die Band setzte sich am Samstag zusammen aus Jutta und Clemens Hauk (Vokal/Keyboard), Paul Moser (Gitarre, Vokal), Siegfried Grimm (Bass-Gitarre), Georg Moser (Gitarre), Uwe Juszczak (Schlagzeug), Christian Glau (Gitarre), Doreen Schäfer (Akustikgitarre) sowie Linda und Matthias Hauk (Vokal/Zamponia). Sie begeisterten ihre große Fangemeinde über zwei Stunden mit Stücken wie „Amazing Grace“, We don’t need no education“, Spider Murphy u. v. m.  Und genau das spiegelte die aktive Zeit von einem Großteil des Publikums wider.

Entsprechend war die Stimmung auf der mehr als gut gefüllten Tanzfläche, aber auch bei den Steh- und Sitzplätzen. Mitsingen war nicht nur erlaubt, sondern gewünscht, und 90 Prozent der Anwesenden konnte eh nicht anders als mitzusingen oder zu schreien. Dass sich die Stimmbänder dafür am nächsten Tag revanchierten, war diesem Zufalls-Background-Chor so was von egal. Beifall „ohne Ende“ und eine lange Liste an Zugabewünschen hielt Borderline um einiges länger auf der Bühne als geplant.

Bis endlich auch „Highway 61“ die Bretter, die die Welt bedeuten, betreten konnte und die Hitliste ihrer Vorgruppe noch erweiterte um Songs von Deep Purple, The Police, Bon Jovi, Joe Cocker, Bryan Adams, Robbie Williams, Herbert Grönemeyer, The Eagles, The Hooters und ZZ Top, die „Highway 61“ in ehrlicher „Handarbeit“ ohne Sequenzer und Notenständer präsentierten. Die eigentliche Haupt-Band des Abends stammte aus dem Raum Heilbronn/Bietigheim und ist seit mehr als zehn Jahren in der Region unterwegs. Ihr breit gefächertes Angebot mit Hits der genannten Elite aus der Zeitspanne 50-er bis 80-er Jahre kam Dank aktueller Musikwürze aus den Charts sowie unbekannteren Songperlen mehr als gut. Und so mancher 60er oder so manche 50erin lehrte die „Jugend“ dabei auf der Tanzfläche das Fürchten – zumindest in Sachen Kondition und Lebensfreude.

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