Erster Energiewirt im Neckartal

Symbolbild - Sonstiges

Wissenstransfer in der Region H-O-T läuft auf Hochtouren

Nachwachsende Rohstoffe liegen voll im Trend. Familie Kühner gemeinsam mit Landrat Dr. Achim Brötel, Gemeinderat Karlheinz Graner und H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm bei der offiziellen Einweihung der Miscanthusheizung in Haßmersheim. (Foto: privat)

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Landrat Dr. Achim Brötel kann sich freuen: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger im Neckar-Odenwald-Kreis engagieren sich aktiv für die Energiewende. Burkhard Kühner aus Haßmersheim ist seit kurzem der erste Energiewirt im Neckartal. Auf der Fläche eines Fußballfeldes baut er unweit seines Wohnhauses die Energiepflanze „Miscanthus“ an. Bis zu 4 Meter hoch wachsen die Schilfrohre dort in den Himmel. Die Jahresenergiemenge aus rund 5000 Litern Heizöl kommt nun vom eigenen Acker: Das Chinaschilf ersetzt die Ölheizung.


Die Idee dazu wurde im Jahr 2008 geboren und das, obwohl die Ölheizung noch neu war. „Da fängt man an zu überlegen, wie es weitergehen soll und wie man auch in Zukunft auf der sicheren Seite sein kann“, erklärt Kühner. Die Lösung lautet Miscanthus giganteus. Inspiration holte sich Familie Kühner im Bioenergiedorf Siebeneich im Hohenlohekreis. Dort setzt Besenwirt Günther Banzhaf bereits seit einigen Jahren auf das auch als „Elefantengras“ bezeichnete Gewächs aus Fernost. Die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) hatte dieses Beispiel in der Region und darüber hinaus bekannt gemacht. Seine Bilanz kann sich sehen lassen – Grund genug für Burkhard Kühner den Umstieg auf nachwachsende Rohstoffe zu wagen. Ein 30 kW Heizkessel versorgt seit Oktober über einen Pufferspeicher und eine Fernleitung das Wohnhaus der Familie sowie das zugehörige Kosmetikstudio von Frau Veronika mit Wärme und Warmwasser.

Landrat Dr. Achim Brötel freut sich über ein weiteres innovatives Projekt in der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber: „Die Umwelt profitiert doppelt von der neuen Anlage. Zum einen durch die starke Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe und zum anderen durch die Absenkung des CO2-Ausstoßes.“ Gemeinsam feierte man jetzt die offizielle Inbetriebnahme der Heizanlage.

„Im Miscanthus steckt ein gewaltiges Potenzial“, weiß auch der Haßmersheimer Gemeinderat Karlheinz Graner, der sich schon lange für die nachwachsenden Rohstoffe in der Region einsetzt. Nach der Ernte wächst der Miscanthus wieder von selbst aus den abgeernteten Wurzelstöcken nach – und das insgesamt gut 20 Jahre lang ohne Dünger und Spritzmittel.

H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm unterstrich die Notwendigkeit eines gezielten Wissenstransfers in der Region: „Wir wollen vor allem Innovation und Kooperation in der Landwirtschaft fördern. Da ist es besonders wichtig, voneinander zu lernen.“ Die Weiterbildung von Landwirten zu ökologischen Energiewirten soll der Landwirtschaft in der Bioenergie-Region neue Chancen eröffnen. Mittlerweile berichten immer mehr Landwirte über gute Erträge. Dies hat letztendlich auch Burkhard Kühner überzeugt: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn wir jetzt unsere eigene Energie krisensicher auf den eigenen Feldern wachsen sehen und wir damit umweltfreundlich und CO2 neutral heizen und auch noch dazu einiges Geld sparen“. Burkhard Kühner macht sich damit zum Selbstversorger und sieht der kalten Jahreszeit gelassen entgegen: „Der Winter kann kommen“.




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