Landrat wegen SWR 4 in „tiefer Sorge“

Fortbestand der Regionalberichterstattung

Neckar-Odenwald-Kreis. Mehrere Medienberichte aus den vergangenen Wochen zum   Fortbestand der Regionalberichterstattung im Hörfunk, insbesondere aber in den Programmen von SWR 4 haben nicht nur die vielen treuen Hörerinnen und Hörer von Kurpfalz Radio im Kreis und darüber hinaus aufgeschreckt. Auch Landrat Dr. Achim Brötel wurde dadurch auf den Plan gerufen – und mit ihm sehr viele andere politisch Verantwortliche landauf, landab im Sendegebiet des SWR.

In „tiefer Sorge“ hat sich Dr. Brötel  postwendend mit einem Schreiben an den Intendanten des Südwestrundfunks, Peter Boudgoust, in Stuttgart gewandt. Dabei spricht er offen  die „aus Kostengründen zu prüfende gesamte Regionalberichterstattung“ an, was konkret die Reduzierung der bisher acht individuellen und äußerst beliebten Frühsendungen aus den einzelnen Regionalstudios auf ab 2016 nur noch eine gemeinsame Frühsendung aus Stuttgart bedeutet.


„Ich will nicht verhehlen, dass ich eine solche Entwicklung gerade mit Blick auf den Ländlichen Raum für fatal halten würde. Soweit ich das beurteilen kann, sind es doch in allererster Linie die dreistündigen regionalen Frühsendungen, die das Herzstück der Regionalberichterstattung ausmachen“, schreibt der Landrat. Und weiter: „Wenn uns dieses Herzstück genommen wird, werden aber selbst regionalpolitisch bedeutsame Entscheidungen von Kreisgremien in den Hörfunkprogrammen des SWR künftig wohl kaum mehr eine Rolle spielen. Wie das in den anderen SWR-Programmen aufgefangen werden soll, erschließt sich mir zudem in keinster Weise.“

Dr. Brötel befürchtet, dass viele Geschichten, die den „ganz besonderen Charme“ von SWR 4 ausmachten und ursächlich für die Beliebtheit des Senders seien, künftig aller Voraussicht nach leider gar keinen Sendeplatz mehr finden werden: „Das wäre ein deutlicher Verlust für die Hörerinnen und Hörer.“

Vor diesem Hintergrund bittet der Landrat den Intendanten, bei allem Verständnis für wirtschaftliche Notwendigkeiten seine Entscheidung noch einmal zu überdenken: „Wer sich selbst den Ast absägt, auf dem er am stabilsten sitzt, der wird unter dem Strich auch wirtschaftlich sicher nicht das erstrebte Ziel, sondern eher das Gegenteil davon erreichen.“


Für die Ankündigung von Landessenderdirektorin Felgenträger, bis 2020 wenigstens kein Studio    und auch kein Korrespondentenbüro – der SWR unterhält im Neckar-Odenwald-Kreis zwei Korrespondentenbüros in Mosbach und Buchen mit Friederike Kroitzsch als zuständiger Redakteurin – zu schließen, ist Dr. Brötel dankbar. Seine Sorgen nimmt es ihm aber nicht, zumal er in der entsprechenden Mitteilung durchaus eine gewisse Geringschätzung der Regionalprogramme zu erkennen meint.

Er wäre froh, mit seinen Argumenten nochmals einen Dialog anstoßen zu können, in den er sich gerne einbringen und den großen Wert der Regionalberichterstattung in den Programmen von SWR 4 verdeutlichen wolle: „Dabei hoffe ich letztlich auf einen Sieg der Vernunft.“

 

 

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