Mosbacher Kolloquium 2012

Mosbach. (pm) Zum 63. Mal begrüßt man in diesem Jahr vom 29. bis 31. März in Mosbach Wissenschaftler aus aller Welt als Teilnehmer des Mosbacher Kolloquiums der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM). Unter dem Titel „Post-translational Modifications in Signal Integration and Molecular Therapies“ wird es darum gehen, welche Rolle die in der Zelle stattfindende chemische Umgestaltung von Proteinen, die man als post-translationale Modifikationen bezeichnet, für die Aktivität und Funktion dieser Proteine spielt.

Sogenannte post-translationale Modifikationen regulieren die Aktivität und die Funktion der meisten Proteine in der Zelle und die Analyse dieser Veränderungen ist beispielsweise bei der Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente von steigender Bedeutung.

Durch die zahlreichen Sequenzierungsprojekte verschiedener Organismen hat sich unser Wissen über die Anzahl und die Art der Proteine, die in einer Zelle vorkommen, enorm erweitert. Durch eine starke Effizienzsteigerung strukturbiologischer Methoden kennen wir mittlerweile auch die dreidimensionalen Strukturen zahlreicher Proteine und anderer biologischer Makromoleküle.


Trotzdem ist unser Verständnis der Vorgänge in einer Zelle, die in ihrer Gesamtheit Leben ermöglichen, noch immer rudimentär. Dies liegt zu einem großen Teil daran, dass zelluläre Reaktionen meist nicht zwischen zwei isolierten Makromolekülen ablaufen, sondern als Teil großer Komplexe, deren Zusammensetzung und Regulation wir gerade erst beginnen zu verstehen.

Die Regulierung der Aktivität der einzelnen Komponenten innerhalb dieser Komplexe erfolgt dabei durch sogenannte post-translationale Modifikationen, bei denen die Proteine mit verschiedenen chemischen Komponenten versehen werden. Fehler in dem Muster oder dem zeitlichen Ablauf dieser komplexen Veränderungen führen zu Krankheiten, wie z.B. Krebs.

Durch die Weiterentwicklung biochemischer und biophysikalischer Detektionsmethoden, vor allem der Massenspektrometrie, ist es in den letzten Jahren gelungen, das Modifikationsmuster zahlreicher Proteine in verschiedenen zellulären Zuständen zu analysieren und so einen Einblick in die komplexen regulatorischen Verknüpfungen einer Zelle zu erhalten.

Das Mosbacher Kolloquium wird einen Überblick über die Bedeutung post-translationaler Modifikationen sowohl für normale zelluläre Prozesse geben als auch die Bedeutung bei der Entstehung von Krankheiten beleuchten.

Am 28. März (Mittwochabend) findet im Mosbacher Rathaus ein traditioneller Willkommensempfang für die GBM-Mitglieder und Gäste statt, zu dem die Stadt einlädt.


Die GBM

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ist die größte biowissenschaftliche Fachgesellschaft Deutschlands. Mit ihren fast 5500 Mitgliedern engagiert sie sich für die Interessen aller, die in den dynamischen und zukunftsträchtigen Disziplinen zwischen Chemie, Medizin und Biologie arbeiten und forschen – vom Professor bis zum Erstsemester. Ob Deutsche Forschungsgemeinschaft, Journalisten, Behörden oder die Fachverbände anderer Disziplinen: Wer Expertise in Fragen der Biochemie und molekularen Biowissenschaften braucht, wendet sich bevorzugt an die GBM. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.gbm-online.de/.

Das Mosbacher Kolloquium

Seit 1950 veranstaltet die GBM, häufig gemeinsam mit anderen wissenschaftlichen Organisationen, jährlich im Frühjahr eine internationale Tagung zu einem aktuellen biochemischen oder molekularbiologischen Schwerpunktthema. Schauplatz der Konferenz ist die kleine badische Stadt Mosbach. Die Mosbacher Kolloquien versammeln regelmäßig führende Experten aus aller Welt. Nähere Informationen sowie das jeweils aktuelle Programm finden Sie unter www.mosbacher-kolloquium.org.

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