Rettungsleitstelle meistert kritische Hürde

Trotz Stromabschaltung war die Leitstelle zu voll einsatzfähig – 20 Personen im Einsatz

Mosbach. (pm) Im Zuge der Ertüchtigung der Integrierten Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr in Mosbach war es notwendig geworden, die Stromversorgung neu zu organisieren. Um bei diesen Arbeiten die Gesundheit und das Leben der Mitarbeiter der ausführenden Firma Hestermann nicht zu gefährden, musste die Leitstelle für rund 45 Minuten vom Stromnetz getrennt werden. „Ohne Stromversorgung müssten wir unsere Einsätze mit Stift und Papier durchführen. Bei über 20.000 rettungsdienstlichen und 2.000 feuerwehrtechnischen Hilfeleistungen im Jahr, mittlerweile fünf zu betreuenden Wachen und 17 gleichzeitig zu disponierenden Fahrzeugen ist dies auch nur für eine kurze Zeitdauer nicht zu verantworten“, so Andreas Schuhmann, der Leitstellenleiter.


Dank der guten Beziehungen zwischen Rotem Kreuz und Feuerwehr war es daher keine Rede, dass die Feuerwehr während dieser kritischen Phase mithilft, die Sicherheit der Bevölkerung des Landkreises zu gewährleisten. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Helge Krämer sorgte dafür, dass der Rüstwagen der Feuerwehr Mosbach sowie der Einsatzleitwagen der Feuerwehr Schefflenz zugegen waren. Während die Elektriker dafür sorgten, dass weitestgehend nur die Leitstelle vom Stromnetz getrennt wird, bereiteten die Kameraden der Feuerwehr alles vor, damit die Leitstelle über den Rüstwagen mit Strom gespeist werden kann. Nun stand die kritische Phase des Einsatzes an, denn es musste gewährleistet sein, dass der Wechsel der Stromeinspeisung übergangslos erfolgen kann und gleichzeitig die normale Rückfallebene bei Stromausfall in der Leitstelle – nämlich der stationäre Notstromerzeuger – nicht in Einsatz geht, da sonst die Elektriker nicht hätten weiterarbeiten können und die empfindliche Technik der Leitstelle hätte Schaden nehmen können.

Trotz wochenlanger Vorbereitung und intensiver Planungen konnte man sich nicht sicher sein, dass alles nach Plan verläuft. Daher war die ELW-Gruppe zugegen, die einen möglichen funk- und telefontechnischen Ausfall der Leitstelle hätte überbrücken können. Insofern stieg die Spannung, als Helge Krämer und Matthias Kampp, nachdem sie alles überprüft hatten, den Technikern der Firma Hestermann das Zeichen zum Abschalten der Stromversorgung gaben. Architekt Sascha Jacoby, DRK-Kreisgeschäftsführer Steffen Blaschek, DRK-Rettungsdienstleiter Michael Kiefner, Roland Schmitt vom Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis sowie Helge Krämer schauten daher gespannt zu, als Herr Schork von der Firma Hestermann den Stromschalter umlegte und den Strom abschaltete. Die Erleichterung war zu greifen als feststand, dass alles nach Plan verlief und keine Ausfälle zu verzeichnen waren. „Die Ertüchtigung der Leitstelle gleicht einer Operation am offenen Herzen. Ich finde es beeindruckend, wie die Kräfte des Neckar-Odenwald-Kreises zusammenstehen, um diese sensible Infrastruktur zu erhalten“, zeigte sich der ausführende Architekt Sascha Jacoby beeindruckt.

Nach etwas mehr als 30 Minuten waren alle Arbeiten erledigt und die Leitstelle konnte wieder regulär an das öffentliche Stromnetz des DRK angeschlossen werden. DRK-Kreisgeschäftsführer Steffen Blaschek bedankte sich bei allen beteiligten Personen, insbesondere bei den Kameraden der Feuerwehr, die in ihrer Freizeit die Absicherung der Leitstelle gewährleisteten.


Für den Betrieb einer Leitstelle sind umfassende Steuer-, Kommunikations- und Funkverbindungen notwendig. Diese Technik ist zwischenzeitlich über 10 Jahre alt, die Ersatzteilbeschaffung bei einem Ausfall einzelner Komponenten wird immer schwieriger. Die Funktionstüchtigkeit der Leitstelle ist gegeben, aber nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Dies ist am besten mit der Mobilfunktechnologie zu vergleichen: Ein heute 10 Jahre altes Handy erfüllt weiterhin seine Funktionen, allerdings gibt es neuere Mobilfunktelefone, die mehr Möglichkeiten bieten als die Technik von vor 10 Jahren, obwohl sich die Grundfunktion des Telefonierens auch hier nicht verändert hat.

Diese Ertüchtigung soll bis zum Sommer abgeschlossen sein, damit die Leitstelle noch viele Jahre zur Sicherheit der Bevölkerung im Neckar-Odenwald-Kreis beitragen kann.

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Mitarbeiter der Leitstelle bei der Arbeit. (Foto: pm)

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