CDU kritisiert G 9-Schulversuch

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Stuttgart/Neckarelz. (pm) „Die großen ‚weißen Flecken‘ auf der Landkarte belegen eindrucksvoll, dass der Bedarf an diesem Schulversuch maßlos überschätzt wurde. Es zeigt sich, dass die Umsetzung von G8 in weiten Teilen des Landes gelingt und die Kinder, die über neun Jahre zum Abitur wollen, den Weg über Realschule und berufliches Gymnasium auch gehen können. Wir raten der Kultusministerin daher, diese 8 Millionen Euro jährlich besser in die Weiterentwicklung des G8 zu investieren und dort die individuellen Förderangebote weiter auszubauen“, sagten der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk MdL, und der bildungspolitische Sprecher, Georg Wacker MdL, am Mittwoch in Stuttgart.


„Bei der Umsetzung des Modellversuchs G8/G9 wurde die Kultusministerin ganz offensichtlich vom Staatsministerium an die ‚kurze Leine‘ genommen. Sie setzt nunmehr die engen Vorgaben um, die ihr die Grünen noch gelassen haben; von einer flexiblen Umsetzung ist keine Rede mehr. Viele Gymnasien, die vom Kultusministerium zur Entwicklung eines aufwendigen eigenen Konzepts motiviert wurden, stehen nun mit leeren Händen da. An diesen Schulen wurde viel Zeit und Energie der Lehrerinnen und Lehrer in eine ergebnislose Konzeptarbeit gesteckt, anstatt in die Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler“, kritisierte Hauk.

„Die Klassenbildung nach der Vorstellung der Kultusministerin wird vielerorts zu einem reinen Glücksspiel. Schulleiter sollen bei den aufzunehmenden Schülern – deren Grundschulempfehlung sie nicht einmal mehr kennen dürfen – entscheiden, ob sie der besonderen Förderung in einem G9-Zug bedürfen. So droht die Gefahr, dass die vermeintlich schwächeren Schüler in den Modellversuch gepackt werden und zum Abschluss nur ein „Abitur zweiter Klasse“ für ihren Übergang in Studium bzw. Ausbildungsmarkt erhalten“, befürchten Hauk und Wacker.


„Unter dem Deckmantel der Überarbeitung des Bildungsplans für das Gymnasium erkennen wir die große Gefahr, dass das hochanerkannte baden-württembergische Gymnasium einen drastischen Qualitätsverlust erleiden wird. Darauf deutet auch hin, dass Baden-Württemberg aus der Entwicklung eines gemeinsamen Abiturs mit anderen Ländern ausgestiegen ist. Grün-Rot hat ganz offensichtlich den Plan, die Anzahl der Abiturienten auf Kosten niedriger Qualität zu steigern“, so Wacker.

Zu den 22 Gymnasien, die zuvor von Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer für den G 9-Schulversuch ausgewählt wurden, gehörte auch das Auguste-Pattberg-Gymnasium in Mosbach-Neckarelz.

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