Schefflenz wird Mehlschwalben-Pate

Schefflenz Mehlschwalben Pate

(Foto: privat)

Schefflenz. (pm) Im „Jahr der Biodiversität“, ausgerufen 2010 von der Generalversammlung der UN, hat auch das Land Baden-Württemberg ein Programm zu deren Erhaltung aufgestellt, den „Aktionsplan biologische Vielfalt“ bestehend aus den vier Bausteinen: 111-Arten-Korb, -Biodiversitäts-Check für Gemeinden , -Klimawandel und biologische Vielfalt und Alt- und Totholzkonzept im Wald.

Biologische Vielfalt – was ist das eigentlich? Biologische Vielfalt oder auch Biodiversität – das ist die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Die Vielfalt an Arten, die Vielfalt an Lebensräumen, aber auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Doch diese Vielfalt ist bedroht. Nicht nur in den tropischen Regenwäldern oder den Weltmeeren, sondern auch bei uns vor der Haustür. Deshalb hat die Landesregierung von Baden-Württemberg beschlossen, einen Aktionsplan zur Sicherung der biologischen Vielfalt aufzustellen.


Auf Initiative des NABU Seckach- und Schefflenztal hat die Gemeinde Schefflenz eine Patenschaft übernommen für die Mehlschwalbe, eine Vogelart aus dem 111 –Arten-Korb. Darin befinden sich 111 Arten, Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Fische, Vögel, Weichtiere, Schmetterlinge, Käfer, Libellen, Heuschrecken, Wildbienen und Pflanzen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Für viele dieser Arten haben wir in Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung, weil diese Arten schwerpunktmäßig hier vorkommen. Es sind bunte und auffällige Arten darunter wie der Eisvogel, aber auch eher unscheinbare, deren Schönheit sich erst auf den zweiten Blick offenbart. Viele dieser Arten finden sich auf den „Roten Listen“ der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Baden-Württembergs.

Um der Mehlschwalbe zu helfen, wurde von der Gemeinde Schefflenz 20 künstliche Nisthilfen beschafft und mit tatkräftiger Unterstützung der NABU Gruppe Seckach- und Schefflenztal fanden diesen ihren Platz unter den Dachvorsprüngen des ehemaligen Rathauses von Unterschefflenz, wo bereits einige Mehlschwalben brüten, deren Naturnester aber auf Grund kaum mehr auffindbarer, geeigneter Nestbaumaterialien immer wieder herunterbrechen. Mit den künstlichen Nisthilfen soll diese kleine Kolonie gestützt und möglichst erweitert werden.

Gleichzeitig haben die NABU-Aktiven unter den Schwalbennestern sogenannte Kotbretter montiert, die Verschmutzungen von Fassade, Fenstern und Beschattungselementen  verhindern werden. Gerade diese Verschmutzungen sind der Grund dafür, dass viele Hausbesitzer die Mehlschwalbe nicht mehr an ihren Häusern tolerieren und deren Nester zerstören. Dabei können einfache Dinge wie z.B. Kotbretter, dies dauerhaft verhindern.


Bei der NABU-Aktion wurden weitere Kotbretter an Privathäusern in Schefflenz montiert, und künstliche Nisthilfen für die Mehlschwalbe für Privathäuser vermittelt.

Einer anderen Vogelart, der Schleiereule konnte an diesem Einsatztag ebenfalls geholfen werden. Dazu wurde ein speziell gebauter Brutkasten für Schleiereulen in einer Lagerhalle der Familie Heininger im Talhof bei Sulzbach von den NABU-Helfern aufgehängt. Dadurch sind die dort brütenden Eulen nicht mehr durch Marder oder Nutzung des eigelagerten Strohs bedroht.

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