„Mehr Geld – im Zweifel für den Mann“

LogoequalpaydayNeckar-Odenwald-Kreis. „Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen nichts.“ Sagte einst Simone de Beauvoir, berühmte französische Schriftstellerin und Feministin. Landrat Dr. Achim Brötel zitierte sie in seiner Rede auf der kürzlich statt gefundenen Veranstaltung zum Internationalen Frauentag. Und Adelheid Knoll, Leiterin der Freiwilligenbörse und Beauftragte für Chancengleichheit, greift dieses Zitat auf im Zusammenhang mit dem „Equal Pay Day“: „Wir haben uns schon viel zu sehr daran gewöhnt, dass Männer für die gleiche Leistung mehr Geld verdienen. Das muss sich ändern. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.“


Genau diese Forderung erhebt der „Equal Pay Day“ was soviel heißt wie „Gedenktag für gleiches Geld“. Tatsächlich liegt der durchschnittliche Bruttostundenverdienst für Frauen in Deutschland um 23 Prozent niedriger als bei Männern, in Baden-Württemberg – und damit auch im Neckar-Odenwald-Kreis – sogar um 28 Prozent niedriger. Das liegt häufig an den „typisch weiblichen“ und schlecht bezahlten Berufen oder an Teilzeitjobs. Aber selbst vollzeitbeschäftigte Frauen in Führungspositionen werden sehr oft schlechter bezahlt als ihre gleich qualifizierten Kollegen.  „Und das darf einfach nicht sein“, erklärt Adelheid Knoll energisch: „Frauen dürfen sich damit nicht zufrieden geben.“


Aus ihrer täglichen Arbeit kennt sie viele Beispiele von Frauen, oft alleinerziehend, die beinahe rund um die Uhr arbeiten, um die Familie irgendwie und möglichst ohne staatliche Hilfe über Wasser zu halten. Gerade in ländlichen Regionen wie dem Neckar-Odenwald-Kreis ist das Lohnniveau ohnehin niedriger als in Ballungsgebieten. Für Frauen, die am „Equal Pay Day“ auf die Straße gegangen sind, um für eine gerechte Entlohnung zu demonstrieren, hat Adelheid Knoll größte Sympathien. Aber sie verkennt auch nicht die harte Realität: „Wer eine Arbeit hat und dringend auf sie angewiesen ist, der hält sich aus Angst vor der Entlassung in aller Regel zurück mit Forderungen nach einem höheren Lohn. Besonders Frauen. Die sind oft nur froh, überhaupt einen Job zu haben.“ Sie appelliert an die Gesellschaft und natürlich auch an die Arbeitgeber: „Hier kann nur gemeinsam etwas bewegt werden. Weil diese Praxis einfach ungerecht ist!“

 

Infos im Internet:

www.equalpayday.de

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