Kreisräte besuchen neue KZ-Gedenkstätte

Neckarelz. (lra) Turnusgemäß fand eine Sitzung des Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschusses statt. Zum ersten Mal allerdings tagte man im Seminarraum der KZ-Gedenkstätte Neckarelz. Und erfreulich viele Kreisrätinnen und Kreisräte nutzten das Angebot von Dorothee Roos, selbst Ausschussmitglied und Vorsitzende des Vereins KZ-Gedenkstätte Neckarelz e.V., zu einem ganz besonderen „Vorprogramm“: einer Führung nämlich durch die neu gestalteten Räume.


Auch Landrat Dr. Achim Brötel und Mitglieder der Verwaltung hatten dieses Angebot gerne angenommen an einem Datum, das zufälligerweise auch historische Bedeutung hatte: am 21. März 2012 jährte sich zum 68. Mal der Tag, an dem die ersten 500 Häftlinge aus dem KZ Dachau in Neckarelz ankamen. Dorothee Ross führte mit einem Praktikanten, Fabio Freund, ruhig, sachlich und äußerst kompetent durch die Gedenkstätte und ließ den Gästen Zeit, die durchdachte Architektur – „die Holzlamellen werfen bei Sonnenschein Streifen auf die Besucher, Streifen wie auf der Kleidung der Häftlinge“ – samt ihrer Symbolik und die Ausstellungsgegenstände auf sich wirken zu lassen.

Niemand wird von riesigen Texttafeln erschlagen; wer mag, kann eine der 50 Schubladen zu bestimmten Themenbereichen aufziehen, wo er weitergehende Infos findet. Die Originalbaracke im zugigen, weil bewusst offen und nur durch die Holzlamellen abgegrenzten Mittelteil ließen die erbärmlichen Lebensverhältnisse der meist politisch Gefangenen bei Wind und Wetter erahnen; wirklich vorstellbar war und ist es für niemanden, der es nicht selbst erlebt hat.

Dr. Brötel dankte Dorothee Roos für diese „politische und historische Lehrstunde“ in den neuen Räumen: „Alles, was hier zusammengetragen und erschaffen wurde, beruht auf ehrenamtlichen Engagement. Hier wurde und wird hervorragende Arbeit geleistet gegen das Vergessen, gegen das Verdrängen, vor allem aber für eine bessere Zukunft. Dafür bin ich persönlich sehr dankbar.“ Er rief die Kreisrätinnen und Kreisräte dazu auf, Werbung zu machen für den Besuch der Gedenkstätte: „Gedenkstätten sind wie Brücken, die uns alle auf unserem Weg in die Zukunft tragen.“


Damit gingen die Ausschussmitglieder über zur Tagesordnung der Sitzung, deren öffentlicher Teil die Förderung der Jugendmusikschulen durch den Kreis beinhaltete. Im Haushaltsplan sind dafür 25.600 Euro veranschlagt. Analog zur Größenordnung der Landeszuschüsse erhält die Musikschule Mosbach 2012 13.978 Euro und die Musikschule Buchen 7.117 Euro. Die Jahreszuschüsse für die Musikschulen Hardheim (1.971 Euro) und Walldürn (2.534 Euro) gewährt der Landrat aufgrund der kleineren Beträge in eigener Zuständigkeit.

Kreisraete besuchen KZ Gedenkstaette

Dorothee Ross erläutert dem Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschuss des Kreistags mit Landrat Dr. Achim Brötel an der Spitze die Ausstellung. (Foto: LRA)

Infos im Internet:

www.kz-denk-neckarelz.de

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