Pflege der Kulturlandschaft wichtige Aufgabe

Erster Obstbaumschnittkurs des AK „Natur, Umwelt, Energie“ mit schöner Resonanz!

Seckach. (tl) Er lokalisiert die Bedürfnisse der Bevölkerung immer besser: der im Jahre 2007 ins Leben gerufene Lokale-Agenda-21-Prozess der Gemeinde Seckach. Stießen z.B. im Bereich „Soziales“ vor allem der Fahrdienst und die Zeitbank 55+ schon auf großes Interesse, so liegt den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Themenfächer des Arbeitskreises „Natur, Umwelt, Energie“ ganz offensichtlich vor allem die Pflege und der Erhalt unserer heimischen Kulturlandschaft sehr am Herzen.

Deutlich wurde dies wieder einmal heute, am dritten Märzsamstag, beim ersten Obstbaumschnittkurs, zu welchem der Arbeitskreis in Person des staatlich geprüften Obst- und Gartenfachwartes Bernd Martin bei herrlichem Wetter nach Großeicholzheim eingeladen hatte. Bekanntlich gibt es in Großeicholzheim im Bereich des Friedhofs große Streuobstwiesenbestände, in welchen eingebettet auch der vor rd. 15 Jahren mit Mitteln des Naturparks und der Gemeinde errichtete Obstbaumlehrpfad zu finden ist.


An diesem Tag ging es also um die sachgerechte Pflege von Obstbäumen. Gut zwanzig interessierte Personen aus der Gesamtgemeinde Seckach und von außerhalb hatten sich eingefunden, um in Theorie und vor allem Praxis zu erfahren, worauf es beim Baumschnitt ankommt und sie wurden nicht enttäuscht. Bernd Martin hatte sich nämlich mit Louisa Pols aus Großeicholzheim (ebenfalls Obst- und Gartenfachwartin) sowie Lothar Maier, dem 1. Vorsitzenden der Fachwartevereinigung Neckar-Odenwald aus Mosbach, namhafte Verstärkung besorgt und so konnte das bunte Fragen- und Antwortspiel samt angeleitetem Praxisteil beginnen.

Doch warum muss ein Obstbaum überhaupt geschnitten werden? Hierfür gibt es zahlreiche gute Gründe, nämlich z.B. zur Gesunderhaltung des Baumes, zur Förderung des Ertrags und zur Verbesserung des Lichteinfalls. Abgeschnitten gehören insbesondere krankes, totes und abgebrochenes Material, Konkurrenztriebe und die sog. Wasserschosse. Doch natürlich spielt auch hier der richtige Zeitpunkt eine große Rolle. So können Kern- und Steinobstbäume ab Januar bis zum Zeitpunkt des Austriebs bearbeitet werden. Eine Ausnahme hievon stellt die Kirsche dar (Juli – September), während Walnussbäume im September zu schneiden sind. An Schnittarten gibt es den Pflanzschnitt, den Erziehungsschnitt, den Erhaltungsschnitt und den Verjüngungsschnitt.

Schließlich fand noch Erwähnung, dass Streuobstwiesen auch die idealen Orte für die Förderung von Nützlingen sind, z.B. durch das Aufhängen von Nistkästen für Vögel.

Doch dann ging es endlich in die Praxis. Ausgestattet mit Leitern und Baumscheren nahm man die Bäume gegenüber dem neuen Friedhofsparkplatz ins Visier und startete unter Anleitung von Frau Pols, Herrn Martin und Herrn Maier die ersten Gehversuche in Sachen Obstbaumschnitt. Und so ganz nebenbei kamen die Teilnehmer auch untereinander ins Fachsimpeln, denn die meisten sind selbst in Besitz von Streuobstwiesen oder einzelnen Obstbäumen und stehen somit allesamt vor denselben Herausforderungen.


Auch Bürgermeister Thomas Ludwig zählte zu den aufmerksamen Beobachtern. In seinem Grußwort stellte er vor allem einen Zusammenhang zu der vor zwei Jahren mit viel Bürgerbeteiligung erstellten Biotopvernetzungskonzeption her. Damals sei man zunächst mit dem Ziel angetreten, den Bestand an Streuobstwiesen stark auszubauen, doch schnell wurde klar, dass schon der Erhalt der vorhandenen Bestände eine riesengroße Herausforderung darstellt. Vor diesem Hintergrund lobte das Gemeindeoberhaupt auch das Engagement von Louisa Pols und Bernd Martin, die sich der Herausforderung des 100-stündigen Fachwartelehrganges gestellt hätten und ihr Wissen nun gerne an alle interessierten Mitbürger weitergeben. Darüber hinaus hat sich Herr Martin dazu bereit erklärt, im Nebenamt die gemeindlichen Obstbäume zu pflegen. „Einen solchen Fachmann könnten wir uns als hauptamtliche Kraft in unserem Bauhofteam niemals leisten“ schloss Ludwig.

Fazit: nachdem dieser erste Obstbaumschnittkurs so erfolgreich verlaufen ist, werden der Arbeitskreis „Natur, Umwelt, Energie“, Louisa Pols und Bernd Martin wohl nicht umhin kommen, im nächsten Jahr wieder zu einer derartigen Veranstaltung einzuladen.

Pflege der Kulturlandschaft wichtige Aufgabe

„So schneiden Sie richtig!“ Fachwartevorsitzender Lothar Maier bei seinen Erläuterungen zum fachmännischen Obstbaumschnitt. Anschließend ging es in die Praxis. (Foto: privat)

Infos im Internet:

www.streuobstwiesen.de

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