Seckach investiert in Hochwasserschutz

Hallenbad erhält automatische Kassenanlage

von Liane Merkle

Seckach. Der Hochwasserschutz in der Gemeinde Seckach soll weiter vorangetrieben werden und damit den Klimawandel begründeten stärkeren 100-jährigen Hochwasserbefürchtungen standhalten können. So stimmte der Gemeinderat nun einer überarbeiteten Planung durch das beauftragte Büro Wald und Corbe für den ergänzenden Hochwasserschutz in den Ortslagen Seckach und Zimmern zu, die Dipl.-Ing. Jörg Koch in der Sitzung vorstellte.

Dazu gehören in Seckach neben ökologischen Maßnahmen u.a. Schutzdämme und –mauern, Abgrabungen und Verwallungen. In Zimmern will man nach Gesprächen mit den Anwohnern aus ästhetischen und Kostengründen hauptsächlich mit Dammbalkenverschlüssen und Sandsäcken arbeiten. Verbunden damit war gleichzeitig der Auftrag an den Zweckverband „Hochwasserschutz Einzugsbereich Seckach/Kirnau“, die bau- und wasserrechtlichen Genehmigungen sowie die Fördermittel zu beantragen.


Bürgermeister Thomas Ludwig: „Im Ortsteil Zimmern haben alle betroffenen Grundstückseigentümer ihre Zustimmung erklärt während in Seckach die Verhandlungen zum Teil eher als zäh zu bezeichnen sind“. Derzeit haben insgesamt 30 Grundstückseigentümer den geplanten Maßnahmen zugestimmt, fünf haben abgelehnt und von zehn Eigentümern ging überhaupt keine Rückmeldung ein. Die Kostenberechnungen liegen 1,25 Mio. Euro für den Bereich Seckach und für Zimmern bei 125.000 Euro. „Das ist es uns wert, doch muss darauf verwiesen werden, dass es keinen absoluten Hochwasserschutz gibt“, betonte das Gemeindeoberhaupt.

Rund 40.000 Euro will man in die Hand nehmen um im örtlichen Hallenbad eine automatische Kassenanlage installieren zu lassen. Aufgrund hoher Investitionskosten für den Betrieb und Unterhalt des stark frequentierten Hallenbades, besonders im Bereich der Personalaufwendungen, will man damit den Kostenaufwand einschränken und damit auch die Einrichtung zukunftsträchtiger finanzieren. Die Verwaltung wurde vom Gemeinderat beauftragt, entsprechende Ausschreibungen vorzunehmen. Seit 1967 betreibt die Gemeinde Seckach das Hallenbad in der Schulstraße als Freiwilligenleistung. Über all die Jahre hinweg habe das Bad stets seine wichtige und unverzichtbare Funktion als Einrichtung für die sportliche Betätigung und die Gesunderhaltung der Bevölkerung bewiesen. Es stelle in diesem Sinne einen wichtigen Bestandteil der örtlichen Infrastruktur und Anziehungspunkt für Jung und Alt dar, war aus dem Tenor der Gemeindeverwaltung ersichtlich.

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Im öffentlichen Badebetrieb von Dienstag bis Samstag und durch die geschlossenen Nutzungen durch Gruppen von Montag bis Freitag fanden und finden im Durchschnitt 50.000 Besucher pro Jahr den Weg in das Bad. „Aufgrund der großen Nachfrage stehen derzeit so gut wie keine freien Nutzungszeiten für weitere Gruppen zur Verfügung“. Die hohen Kostenaufwendungen für Personal seitens des derzeitigen Pächters des Kiosks, der im Moment noch für die Erhebung der Eintrittsgelder verantwortlich zeichnet, aber auf Dauer nicht wirtschaftlich halten kann, gelten als Grundlage der Anschaffung einer automatischen Kassenanlage.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die vom Landratsamt gesetzlich geforderten Untersuchungen der ehemaligen gemeindlichen Hausmülldeponien. Hierbei handelt es sich um Flächen, die bis 1974 als Haus- und Bauschuttdeponien genutzt wurden. Betroffen sind dabei Zimmern mit dem Gewann „Wolfsklinge“, Seckach „In der Au“, Großeicholzheim mit dem „Eberbacher Buckel“ und nochmals Großeicholzheim mit dem Gewann ,,Multischere“. Da man derzeit noch mit einer kompletten Refinanzierung der Untersuchungskosten in Höhe von 82.605 Euro rechnen kann, sollen nun diese Flächen auf ihre Altlasten hin überprüft werden. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, die Förderanträge für die orientierenden Untersuchungen auf den Grundstücken zu stellen und die Untersuchungen nach deren Bewilligung durchführen zu lassen.


Wie das Landratsamt mitteilte, würden nur dann weitere Maßnahmen fällig, wenn von den eingelagerten Stoffen tatsächlich Gefahren für den Menschen und die Umwelt ausgehen.

Bekannt gegeben wurde neben der Aufstockung des Sanierungsprogramms um 600.000 Euro von Bund und Land als zweites Positivum, dass die Bürgerenergie Großeicholzheim die „Schallmauer“ von 100 Wärmelieferverträgen durchbrochen hat und nun offiziell in die Planungsphase gehen kann. In diesem Zusammenhang ging ein besonderer Dank des Bürgermeisters an die überdurchschnittlich engagierten Ehrenamtlichen der Genossenschaft.

Neben diesen Tagesordnungspunkten standen die Haushaltsberatungen im Mittelpunkt dieser Gemeinderatssitzung (NZ berichtete).

Hallenbad Seckach

50.000 Gäste besuchen jährlich das Hallenbad Seckach. Um den Besucherandrang besser bewältigen zu können, wird nun eine Kassenanlage beschafft. (Foto: Liane Merkle)

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