CDU diskutierte Gemeinschaftsschule

LogocduArbeitskreis Bildungspolitik der CDU Neckar-Odenwald-Kreis tagte

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Der Arbeitskreis Bildung der CDU der Neckar Odenwald Kreises zum Thema „Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg – Pro und Kontra“ fand eine große Zuhörerschaft aus Schulleitern, Eltern, Gemeinderäten und interessierten Persönlichkeiten. Zu Beginn wurde in einer Präsentation die Ausgangslage beleuchtet. Baden-Württemberg verfügt über ein bewährtes, gegliedertes Schulsystem, dass von einer hohen Durchlässigkeit geprägt ist.


Zunächst wurde der Status quo dargestellt. Individualisierte Lernformen sind gerade in der Grundschule seit Einführung des neuen Bildungsplanes alltägliche Praxis. Kleinere Klassen gerade im ländlichen Raum ermöglichen den Kindern kurze Schulwege in wohnortnahen Grundschulen. In den Haupt – und Werkrealschulen wird durch eine frühzeitige Kompetenzanalyse die Berufsorientierung gezielt in Wahlpflichtbereichen gefördert. Viele Hauptschulen konnten sich in den letzten Jahren zu Ganztagesschulen mit Schulsozialarbeit weiterentwickeln und unterstützen mit ihrer Arbeit die Familien in herausragender Weise. Die Realschulen genießen einen hervorragenden Ruf und eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Gute Anschlussmöglichkeiten an das berufliche Gymnasium und die bilingualen Züge ermöglichen allen Schülern anspruchsvolle Herausforderungen. Das Gymnasium mit den klassischen leistungsorientierten Unterrichtsmodellen erfährt hohe Zuläufe. Die Wahl zwischen humanistischen, naturwissenschaftlichen, technischem, musischem und neusprachlichem Profil ermöglicht passgenaue Orientierung nach Begabung. Es vereint noch heute Tugenden wie Fleiß, Ordnung, Aufstiegswillen und Beständigkeit in sich. Abschließend wurde auch die Sonderschule erwähnt. Die Differenzierung nach verschiedenen Behinderungsarten ermöglicht in diesem Bereich einen professionellen Umgang auf pädagogischer und medizinischer Ebene. Auch hier haben die Schulträger in den letzten Jahren hochinvestive Maßnahmen getätigt, um behinderten Kindern geeignete Rahmenbedingungen vorhalten zu können.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden Bedingungen erläutert, die für eine Einrichtung von Gemeinschaftsschulen sprechen. So ist es eine Tatsache, dass sich in den nächsten Jahren der demografische Druck verstärken wird. Der Erhalt von Schulstandorten in der Fläche vor dem Hintergrund des Rückganges der Schülerzahlen (10% der Grundschuljahrgänge und 20% im Sekundarbereich bis 2025) werden uns in Zukunft vor neue Herausforderungen stellen. Die Grundlage der Gemeinschaftsschule, das längere gemeinsame Lernen in einer gebundenen Ganztagesschule könne für manche Kinder und ihre Eltern eine interessante Alternative sein. Weiterhin könnten durch ein selbstverantwortliches und individualisiertes Lernkonzept unter Mitwirkung des Lehrers als Lernbegleiter manche Kinder den Leistungsdruck besser bewältigen.


Nach dieser wertungsfreien Darstellung des Gemeinschaftsschulkonzeptes entspann sich unter den Teilnehmern eine offene und wertschätzende Diskussionsrunde. So sehe man zwar die Gefahren des demographischen Wandels, aber es bestehe auch die Gefahr ein Bewährtes Schulsystem, mit dem man einen Spitzenplatz innerhalb Deutschlands einnehme, für eine neue Schulart zu opfern, so ein Teilnehmer. Vergleiche man die Bundesländer die die Gemeinschaftsschule eingeführt haben mit Baden-Württemberg, so sei schon ein dramatischer Qualitätsunterschied festzustellen.

 

Abschließend stellten alle Gäste fest, dass in den nächsten Jahren unter Umständen ländliche Räume andere Lösungen entwickeln müssen, wie es in städtischen Räumen möglich ist. Eine Fortsetzung der Diskussionen wurde von vielen Teilnehmern ausdrücklich gewünscht.

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