Katzenbuckel soll höher werden

Waldbrunn. Mit 626 Meter Höhe überragt der Waldbrunner Katzenbuckel zwar alle anderen Erhebungen im Odenwald, um jedoch noch höher hinaus zu ragen, wurde am Montag in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Gemeinderats eine Erhöhung auf 700 Meter diskutiert.

In dem Protokoll, dass uns aus Reihen der Fraktionen zugespielt wurde, stellte nicht nur  Gemeindeoberhaupt Bürgermeister Klaus Schölch die Vorteile eines erhöhten Gipfels heraus, auch Kämmerer Joachim Gornik, der zuvor einen umfangreichen Haushalt ohne Neuverschuldung vorgestellt hatte (KP/NZ berichtete), sprach sich trotz Millioneninvestition für einen höheren Hausberg aus, habe man doch bessere Chancen, die Prädikat „Heilklimatischer Luftkurort“ erwerben, um das man sich seit Jahren bemühe.


Luftmessungen in der angestrebten Höhe von 700 Metern habe ergeben, dass dort das notwendige Reizklima herrsche, das für bestimmte Anwendungen erforderlich sei.

Vonseiten der drei Fraktionen lobten deren tourismuspolitischen Sprecher die Idee. Nach der Katzenbuckel-Therme, die zu einem Besuchermagnet mit mehr als 110.000 Besucher im vergangenen Jahr geworden sei, könne man so ein weiteres Leuchtturmprojekt im Bereich der Tourismusgemeinschaft Odenwald (TGO) schaffen, weshalb auch aus Mosbach Zustimmung und Unterstützung signalisiert wurde.

Der zuständige grüne Minister Alexander Bonde zeigte sich am Rande eines Besuchs im Neckar-Odenwald-Kreis ebenfalls interessiert und will das bisher einzigartige Pilotprojekt aus Mitteln der Tourismusförderung unterstützen. Laut Bürgermeister Klaus Schölch seien auch Mittel aus dem Programm „Entwicklung Ländlicher Raum“ und LEADER-Gelder zu holen, sodass die Gemeinde letztlich nur einen Eigenanteil in Höhe von 100.000 Euro tragen müsse. Mit Eintrittskarten für den neuen Gipfel, einem modernisierten Aussichtsturm und einem modernen Parkleitsystem sowie neuen Möglichkeiten im Alpin-Skibereich könnte diese Investition bereits im ersten Jahr amortisiert werden, so das Protokoll der Geheimsitzung. Eine Naturkletterwand soll ebenfalls für Geldfluss in den Gemeindehaushalt sorgen.

Einziger Wermutstropfen bei der Maßnahme sei die Tatsache, dass der Hausberg der Waldbrunner künftig nur gegen einen geringen Obolus betreten werden kann, so das Gemeindeoberhaupt. Man habe sich aber auf Jahres- und Dauerkarten für Gemeindebürger geeinigt.


In geheimer Abstimmung erhielt die Katzenbuckel-Erhöhung bei zwei Enthaltungen alle Stimmen der anwesenden Gemeinderäte.

Der Baubeginn steht noch nicht fest, da zuerst ein entsprechender Bauantrag gestellt werden muss. Anschließend sollen die Bürger beteiligt werden, um Proteste wie bei S 21 im Keim zu ersticken.

Im Rahmen dieser Öffentlichkeitsoffensive findet heute um 16:00 Uhr eine erste Begehung am Katzenbuckel statt. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung geht es dann zum Ort der bisher geheimen Probebohrungen, die bereits im vergangenen Jahr im „Ebnet“ durchgeführt wurden.

Fragen können auch über unsere Redaktion direkt an Bürgermeister Klaus Schölch gestellt werden. Unter den ersten 10 Einsendern einer Frage werden 5 Tageskarten für den neuen Gipfel verlost.

700 Meter Katzenbuckel

700 Meter hoch soll der Katzenbuckel künftig werden. (Repro: TBG)

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