Mit der Kunst dem Tod begegnen

Von der Vergänglichkeit und vom Weiterleben – Arbeiten des Bildhauers Hans Doppel

von Tim Krieger

Mosbach. Kunstwerk Grabdenkmal – das ist der Titel der am kommenden Sonntag beginnenden Ausstellung des Kunstvereins mit Arbeiten des Bildhauers Hans Doppel. Da wird es um Kunst gehen, die ganz unmittelbar mit dem Tode befasst ist. Kunst, die dazu dienen soll, an Menschen zu erinnern, die nicht mehr da sind, aber dennoch gegenwärtig bleiben sollen – im Gedenken, im Erinnern.

Der Tod selbst ist wohl eine der Quellen, aus der die Kunst erstanden ist – um dessen zu gedenken, was entschwunden ist, aber auch, um dem Eigenen über den Tod hinaus Dauer zu verleihen. Es soll etwas geben, was überdauern möge. Hier möge die Zeit dahinschmelzen oder aber gar auf einer anderen Ebene aufgehoben werden – Ewigkeit möge mehr sein als nur ein Wort, das oft gelesen, oft zitiert wird.


Der in Hassfurt am Main arbeitende Bildhauer Hans Doppel befasst sich mit all diesem: er schafft Kunst und will gleichzeitig für Menschen da sein, denen er durch seine Arbeit Hilfe bei ihrer Trauerbewältigung geben kann, indem er Gedenken an einen Verstorbenen in eine angemessene Form gießt.

Seine Grabdenkmale sind individuelle Kunstwerke und sollen so einzigartig sein kann wie der Mensch selbst, für den sie da stehen. Sie sollen Kristallisationspunkt sein und denen, die zurückgeblieben sind, Gelegenheit geben, sich damit auch einen ganz persönlichen Begegnungsort zu schaffen. Hans Doppel legt Wert darauf, den Menschen, für die er arbeitet, Gelegenheit zu geben, beim Entwurf des gewünschten Werkes mitzuwirken – oder auch bereits selbst am eigenen Grabdenkmal mit zu erschaffen, das nach dem eigenen Tod erinnern soll.

Von dieser Arbeit berichtet die von Thomas Hohlfeld kuratierte Ausstellung. Hans Doppel wird Werke zeigen, die einen Einblick geben sollen in diesen Bereich der „angewandten“ Kunst, der er sich verschrieben hat: Original-Plastiken, Modelle und Fotografien.


Der Bildhauer hat bereits auf zahlreichen Landes- und Bundesgartenschauen auf sich aufmerksam gemacht, gerade sind Werke auf der in Bamberg stattfindenden Landesgartenschau zu sehen.

Seine Arbeiten entstehen aus Holz, Stein, Metall. Die geschaffenen Werke sollen den Menschen, für den sie stehen, repräsentieren, so entsteht eine Vielfalt an Form und Material. Hans Doppel wünscht sich, dass die künstlerische Arbeit zu einem Teil der Trauerarbeit wird und dabei hilft, zum Tod ein Verhältnis zu finden, das den Weg zu Heilung eröffnen kann.

Zur Vernissage am Sonntag um 11 Uhr lädt der Kunstverein ein.

Info:

  • Hans Doppel – Kunstwerk Grabdenkmal, Arbeiten aus Holz, Metall und Stein, Modelle, Fotografien
  • 10. Juni bis 15. Juli, Altes Schlachthaus Mosbach, im Landesgartenschau-Park
  • Öffnungszeiten: Do, Sa, So und an Feiertagen von 14 – 18 Uhr

 500Ausstellung Hans Doppel Kunstverein

Das Foto zeigt eine freie Interpretation der Thematik, um die es bei der Arbeit des Bildhauers Hans Doppel geht: um das Gedenken an Verstorbene, um das Verhältnis zum Tode, Trauer. (Foto: privat)

Infos im Internet:

‪www.kunstverein-neckar-odenwald.de

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