Kalman Irmai zum 70. Geburtstag

von Liane Merkle

Mit viel Musik feierte Kalman Irmai seinen 70. Geburtstag.

Seckach. Es entsprach ganz der ersten Leidenschaft des Jubilars, dass der Gratulationscour zu seinem 70. Geburtstag ein musikalischer war. Eingeladen hatte der Förderverein der Musikschule Bauland mit Reinhard Scheible an der Spitze, und das wiederum spiegelte den maßgebenden Charakterzug von Musikprofessor Kalman Irmai wider, dem es in seiner Bescheidenheit niemals eingefallen wäre, in irgendeiner Weise Aufhebens von sich zu machen.

„Durch meine Kinder bin ich erwachsen geworden. Sie sind ein Geschenk, das es zu schützen gilt“, meinte das Geburtstagskind in seinen abschließenden Dankesworten und ergänzte, dass es sicher manchmal mühsam sei, die Wert der Jugend zu fördern. Aber es lohne sich immer, so wie auch die Höhen und Tiefen des Lebens dasselbe ausmachen.


Wie sehr sich die Förderung lohnt, machten ehemalig und jetzige Schüler, Kollegen, Freunde und Familie in einem qualitativ kaum zu toppenden Geburtstagsüberraschungskonzert im Dorfgemeinschaftshaus Zimmern deutlich.

Reinhard Scheible eröffnete den musikalischen Reigen mit voller Stimme und einem ungarischen Liebeslied, am Klavier begleitet von István Koppányi, nachdem er den Jubilar und die überaus zahlreich erschienenen Gäste begrüßt hatte. Darunter die Bürgermeister Roland Burger (Buchen), Jürgen Galm (Osterburken), Hans-Peter von Thenen (Ravenstein) und Thomas Ludwig (Seckach), die Schulleiter bzw. Stellvertreter aus dem Einzugsgebiet der Musikschule Bauland sowie Schüler/innen, Kollegen/innen, Weggefährten, Freunde und Verwandte.

Für die jetzigen Schüler gaben Claire (Geige) und Tim Winkelhöfer (Klavier) ihr Debüt als Duo mit Vorspiel und Rondina von Istvan Szelényi bevor Christoph Müller als ehemaliger Schüler mit Brahms-Improvisationen und die Familie Ams zusammen mit Anja Kretschmer und Andreas Scheuermann als Vertreter der Musikfachschaft des Eckenberg-Gymnasiums mit „Ungarisch“ von Jo Knümann glänzten.

Verbal brachte Jürgen Galm für die Bürgermeister im Einzugsgebiet der Musikschule die Wertschätzung und die Dankbarkeit der Kommunen gegenüber Kalman Irmai, der nur mit einer einzigen kleinen Schwäche – dem Rauchen – gestraft sei. Er habe das Bauland mit unglaublichem Können und Engagement, aber auch viel „Ehrenamt“ in seiner Bescheidenheit musikalisch vorangetrieben. In unzähligen regionalen und überregionalen Konzerten und Wettbewerben hätten er und seine Schüler das hohe Niveau ihrer Kunst immer wieder bewiesen. Sogar er selbst habe die klassische Musik erst durch den Jubilar kennen und lieben gelernt.

Mit wunderschöner Stimme präsentierte „Weggefährte“ Josef Stahl anschließend eine nette Anekdote und dann als Dank für die gute Zusammenarbeit „Die Uhr“ von C.Löwe, am Klavier begleitet von Nicola Irmai-Koppányi, die auch für die Moderation des Abends verantwortlich zeichnete und zusammen mit Ehemann István vierhändig Brahms zu Gehör brachte. Für die Lehrer der Musikschule Bauland intonierten Alexander Kilian (Gitarre) und Oliver Trahndorff (Vibraphon) gekonnt „Café 1930“ von Piazzola. Susanne Nagajima beschrieb das Leben und Wirken von Kalman Irmai, unterstützt von Pianist István Koppányi, als chromatische Tonleiter, gespickt mit passenden Melodien.

Ihre Erfahrungen mit dem Musikschulgründer und –leiter sah sie in strahlender A-Dur und die kleine Musikschule als „Insel der Seligen“. Das extra auf den Jubilar umgedichtete „Irgendwo auf der Welt“ (Comedian Harmonists), brilliant vorgetragen durch den Lehrer-Förderverein-Chor der Musikschule Bauland, unterstrich den Inselgedanken und konnte als gelungenes Portal für die Laudatio von Ekkehard Brand gesehen werden, der seiner Dankbarkeit Ausdruck gab, zuerst den begnadeten Pianisten Kalman Irmai und dann den treuen Freund kennen gelernt zu haben.


Er erinnerte aber auch an die schwierige Anfangszeit des Jubilars in Deutschland als er zusammen mit seinen Kindern – fünf Personen in zwei Zimmern in einem Bofsheimer Gasthaus untergebracht war. Damals übte er zwei Jahre lang die für einen begnadeten Pianisten eigentlich unzumutbare und sehr anstrengende Arbeit eines Fichtenentasters aus. Schließlich musste die Familie versorgt werden.

Erst danach fasste er so langsam auch musikalisch Fuß in seiner neuen Wahlheimat und es gelang ihm mit unbeschreiblichem Können, Fleiß und Engagement die Musikschule Irmai – heute Musikschule Bauland – zu gründen. Lang anhaltender Applaus begleitet daraufhin den Jubilar zu seinen abschließenden kurzen Dankesworten auf und dann für die „verdiente kleine Zigarette“ von der Bühne. (LM)

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Der Lehrer- und Fördervereins-Chor. (Foto: Liane Merkle)

Der Lehrer- und Fördervereins-Chor. (Foto: Liane Merkle)

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