Wanderung mit dem Schäfer

Kulinarische Wanderung zur Soay-Schafzucht Keßler/Kenzler in Hüttenthal

von Rainer Kaffenberger

Hüttenthal/Odenwald. Im Rahmen der diesjährigen Odenwälder Lammwochen

die noch bis zum 01. Juli 2012 stattfinden, veranstaltete das Odenwald-Gasthaus „Zur Schmelz“ in Hüttenthal am Samstag, den 16. Juni 2012 eine Wanderung zur ortsansässigen Soay-Schafzucht Manfred Kessler und Rainer Kenzler. Beide sind Mitglied im Schäferverein Odenwaldkreis. Bei sonnigem Wetter startete die Teilnehmergruppe ab dem Gasthaus „Zur Schmelz“. Kurz vor dem Start wurde durch das Inhaberehepaar Ulrike und Gernot Michel noch die offizielle Fahne zur Eröffnung der 19. Odenwälder Lammwochen vor dem Gasthaus gehisst. Ein Hinweis für die Gäste, dass das Gasthaus Teilnehmer der Odenwälder Lammwochen ist und hier entsprechende Gerichte angeboten werden.


Die Wanderung verlief durch Feld und Flur immer am Waldrand entlang oberhalb von Hüttenthal. Malerische Ausblicke ins Tal entschädigten die Teilnehmer vor den steilen Anstiegen. Nach einer guten Stunde und zwischen zahlreichen Bestimmungsübungen von Fauna und Flora am Wegesrand, wurde die Soay-Schafzucht Manfred Kessler und Rainer Kenzler in Hüttenthal erreicht. Zahlreiche Informationen zur Schafhaltung, der Schafrasse Soay-Schaf, der Landschaftspflege und über die Schaf- und Lammprodukte erhielten die Teilnehmer.

Das Soay-Schaf ist eine urtümliche Rasse. Das Soay-Schaf ist uns in seiner Urtümlichkeit aus den frühen Zeiten des Neolithikum von vor etwa 5000 bis 3000 v. Chr. erhalten geblieben. Sie überlebten auf dem entlegenen St.-Kilda-

Archipel nordwestlich von Schottland, auf der 99 Hektar großen Insel Soay. Im nordischen Sprachgebrauch bedeutet der Name „Soay“ Schafinsel. Das Soay-Schaf ist die primitivste Hausschafrasse Europas und ähnelt noch stark dem Mufflon. Es ist ein robustes, kleines widerstandsfähiges Schaf, das gut ganzjährig draußen gehalten werden kann. Jedoch sollte man einen zugfreien Offenstall zur Verfügung stellen.

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Das Gewicht liegt beim Widder um die 40 Kilogramm und bei den Muttertieren um die 25 Kilogramm. Die gekräuselte Wolle, dunkelbraun oder hell cremefarben wird von April – Juni selbst abgeworfen. Daher ist eine Schur überflüssig. Die Brünstigkeit tritt saisonal auf, sodass die Lämmer im Frühjahr aufgezogen werden. Bei guter Fütterung kommen des Öfteren Zwillingsgeburten vor. Die Hörner eines ausgewachsenen Bocks sind kreisförmig nach außen gedreht und sind etwa 50cm lang. Die knapp 20 cm langen Hörner eines Muttertieres gehen leicht sichelförmig nach hinten auseinander. Das Soay-Schaf hat alle Vorzüge für den Hobbyschafhalter. Es ist frohwüchsig, die Haltung ist mit geringem Arbeitsaufwand möglich und die Schafe sind noch ein schöner Farbtupfer in der Landschaft.

Interessierte können jährlich dem 01. September Jungtiere (Bock-Schaflämmer) bei Manfred Kessler und Rainer Kenzler beziehen. Böcke (1-5 jährig) werden das ganze Jahr über verkauft. Schafe nach vorheriger Absprache. Fleisch kann das ganze Jahr über, nach vorheriger Absprache, gekauft werden. Das Fleisch hat einen wildähnlichen Charakter und eignet sich hervorragend für die Zubereitung nach Wildart.

Und genau hier liegen die Stärken beim Küchenchef Gernot Michel vom Odenwald-Gasthaus „Zur Schmelz“. Er ist der führende Koch in Deutschland der es versteht, das Fleisch des seltenen Soay-Schafs in allen geschmacklichen Variationen zu zubereiten. Und das hat er über Jahre hin gelernt.


So treffen sich jedes Jahr mehr als 60 Vertreter im Verband der Soay-Schafhalter aus ganz Europa im Gasthaus „Zur Schmelz“ nicht nur um sich auszutauschen, sondern vor allem die kulinarischen Ergüsse von Gernot Michel sich munden zu lassen. Gernot Michel ist regional der einzigste Vertreter seines Fachs der eine spezielle Speisekarte mit Gerichten vom Soay-Schaf seinen Gästen ganzjährig anbietet. Und auch zu den 19. Odenwälder Lammwochen gibt es wieder spezielle Gerichte wie der „Rosa gebratener Rücken vom Soay-Schaf in Knoblauchsoße, mit Bärlauch-Kartoffeln und  Prinzessbohnen“ oder der „Braten vom Soay-Schaf zubereitet nach „Lamm-Art“ in Rosmarinsoße, mit gratinierten Kartoffeln und Ratatouille“ und ein „Ragout vom Soay-Schaf nach „Wild Art“ mit Preiselbeeren, Weckspätzle und Salat“. Und dies ist nur eine kleine Auswahl. Die Preise sind wirklich moderat.

Dass diese Gerichte den Geschmacksnerv voll und ganz treffen, darüber waren sich die Teilnehmer am Ende der Wanderung im Gasthaus „Zur Schmelz“ einig.

500 Schaeferwanderung

Manfred Keßler aus Hüttenthal (im Hintergrund) mit den jungen Soay-Schafen.

Infos im Internet:

www.schaeferverein-odenwaldkreis.de

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