„Alle Reviere und Posten bleiben!“

Informationsgespräch zwischen dem Projektleiter zum Aufbau des neuen Polizeipräsidiums und den Neckar-Odenwälder Grünen

Neckar-Odenwald-Kreis. Wie sieht es aktuell mit der Umsetzung der Polizeistrukturreform und den Reaktionen in der Bevölkerung aus? Um dieses zu hören, hatte die Grüne Kreistagsfraktion eine hochrangige Delegation zum Informationsgespräch eingeladen; an der Spitze Hartmut Grasmück, den Projektleiter zum Aufbau des neu zugeschnittenen regionalen Präsidiums mit Sitz in Heilbronn. Begleitet wurde er von seinem Stellvertreter Thomas Lüdecke und Richard Zorn, dem Leiter des Polizeireviers Mosbach. Von Landtagsseite aus nahm Hans-Ulrich Sckerl teil, als Geschäftsführer der Grünen Landtagsfraktion und gleichzeitig als innenpolitischer Sprecher mit der Materie bestens vertraut.

Mit Christine Denz, Simone Heitz, Gabi Metzger und Dorothee Roos war die komplette Kreistagsfraktion vertreten; Christine Böhm und Klaus Brauch-Dylla repräsentierten den Grünen Kreisvorstand. Ein weiteres Ziel der Grünen war, Informationen aus berufenem Mund zu hören und in der Bevölkerung zu verbreiten, um damit möglichen Fehlinterpretationen entgegenwirken und Vertrauen in die Reform schaffen zu können.


„Alle Reviere und Posten bleiben erhalten; deshalb wird der Bürger gar keinen Unterschied merken. Am Personal wird nicht gespart“ – das waren die Kernpunkte der Aussagen von Hartmut Grasmück in dem angenehm offenen und konstruktiven Gespräch. Mosbach und Buchen bleiben als Reviere; Aglasterhausen, Mosbach-Diedesheim, Schefflenz, Adelsheim, Limbach, Walldürn und Hardheim bestehen weiter als Polizeiposten. In Mosbach wird ein Kriminalkommissariat die Präsenz der Kriminalpolizei in der Fläche weiterhin gewährleisten.

Daneben werde es künftig einen Kriminaldauerdienst geben, der so wie die Reviere rund um die Uhr besetzt sei. Zusammen mit den Polizeiposten bleibe die vielfach geforderte Ortskenntnis als auch die schnelle Erreichbarkeit direkt in den Kommunen erhalten. Damit sei dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung in hohem Maße Rechnung getragen. In diesem Zusammenhang stellte Grasmück seine Handlungsmaxime „So zentral wie nötig, so dezentral wie möglich“ auf.

Seit Jahren werde von Fachleuten der Polizei eine Reform gefordert, die ebenso der notwendig gewordenen Spezialisierung gerecht werde wie auch der Präsenz vor Ort. Durch die Reform sollen mittelfristig sogar mehr Leute an der „polizeilichen Basis“ im Einsatz sein; größere und dafür weniger Führungs- und Lagezentren sowie Verwaltungen sollen Einsparungen generieren: „Weniger Häuptlinge, aber mehr Indianer“. Der Staat müsse mit seinen Ressourcen auskommen, weil sonst die Chancen für die jüngere Generation schwinden.



Ein großes Thema für die hiesigen Grünen war die Sozialverträglichkeit der längerfristig angelegten Umsetzung, die an mehreren Beispielen erläutert und zugesichert wurde. Eine in diesem Sinn „weiche Landung“ werde angestrebt. Weiterhin setzten sich die Grünen dafür ein, die Hundestaffel in Buchen zu belassen. Ganz im Sinn der neuen Politik des Gehört-Werdens führt Grasmück mitsamt seinem Team viele Mitarbeiter-Gespräche auf allen Ebenen, um das Bestmögliche für die neuen Strukturen herauszufiltern. Erster Zielpunkt ist ein Gesetzentwurf mit allen wesentlichen Entscheidungen für den diesjährigen Herbst; nach Durchlaufen des parlamentarischen Verfahrens wird die Umsetzung ab dem Sommer nächsten Jahres angestrebt – ambitioniert, aber durchaus erreichbar.

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