Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr

Osterburken. (lra) Im Mittelpunkt der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr, der unter Vorsitz von Landrat Dr. Achim Brötel im Osterburkener Rathaus tagte, stand einmal mehr die Breitbandinfrastruktur. Konkret: das weitere Vorgehen bezüglich der nächsten Ausbaustufe.

Zuvor hatte Bürgermeister Jürgen Galm die Ausschussmitglieder und die Vertreter der Verwaltung begrüßt und einen kurzen Überblick insbesondere über die Schullandschaft, die Wirtschaft und die Bedeutung des Römermuseums in Osterburken gegeben. Dann aber drehte sich alles um den weiteren Ausbau der Breitbandinfrastruktur. Das Ziel ist laut Landrat Dr. Achim Brötel klar definiert: Die Grundversorgung konnte in den letzten Jahren bereits ganz entscheidend verbessert werden. Jetzt geht es darum, VDSL-Geschwindigkeit von mindestens 16, besser noch 50 MBit für jeden Haushalt im Kreis zu erreichen. „Arbeitsplätze entstehen zunehmend nicht mehr nur an der Werkbank, sondern auch am heimischen Computer. Hier gibt es einen enormen Wachstumsmarkt und eine entsprechend leistungsfähige Versorgung ist ein ganz wichtiger Standortfaktor, “ erklärte der Landrat, der mittelfristig sogar Glasfaserleitungen in jedes Gebäude gelegt sehen möchte.  


Zur Vorgeschichte: Von den insgesamt über 120 Ortsteilen im Kreis waren nach der ersten Bestandsanalyse der Ingenieurbüros IK-T aus dem Jahr 2008 damals schon etwa 30 ordentlich bis gut versorgt. Von den verbleibenden über 90 Ortsteilen, die erwiesenermaßen unterversorgt waren, nahmen 61 an einem sowohl vom Land als auch vom Landkreis geförderten Modellprojekt teil, das die Situation dort ebenfalls ganz entscheidend verbesserte. Nach wie vor allerdings sind rund 30 Teilorte nur unzureichend versorgt.

„Wir haben schon viel getan, aber das ist längst nicht genug. Das Netz muss noch enger geknüpft und seine Leistungsfähigkeit kontinuierlich gesteigert werden. Das bleibt eine Daueraufgabe“, so Dr. Brötel. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Denn voraussichtlich im Juli 2012 soll eine neue Landesförderrichtlinie Breitbandinfrastruktur in Kraft treten, die schwerpunktmäßig landkreisweite bzw. gemeindeübergreifende Konzepte fördert und mit einem erhöhten Fördersatz belohnt.

Vorarbeiten wurden bereits geleistet. Mit dem hervorragend bewährten Ingenieurbüro IK-T aus Regensburg  – „die sind drin in der Materie“ – will die Landkreisverwaltung bis Oktober 2012 ein neues Konzept erarbeitet haben, das Fördervoraussetzung ist. Die Kosten hierfür, so beschloss es der Ausschuss einstimmig, trägt der Kreis. „Das ist ein klares Signal, dass wir dieses zentral wichtige Zukunftsthema auch weiterhin in engem Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden angehen wollen. Und: Wir müssen wieder schnell sein, um die optimale Förderung zu erhalten“, betonte Dr. Brötel. Der Kreis beabsichtigt darüber hinaus, auch wieder ein eigenes ergänzendes Kreisförderprogramm aufzulegen, um die kommunale Eigenlast noch weiter zu vermindern. Auch das trug der Ausschuss einstimmig so mit, wobei die eigentliche Beratung und Beschlussfassung den Haushaltsberatungen im Herbst vorbehalten bleiben soll.


Die Kreisräte Dr. Norbert Rippberger (CDU), Karlheinz Graner (SPD) und Heribert Fouquet (FWV) begrüßten stellvertretend für ihre Fraktionen die Initiative der Landkreisverwaltung und insbesondere auch das beabsichtigte Kreisförderprogramm, das vor allem für Gemeinden mit vielen Ortsteilen besonders wichtig sei.

Ausschuss im Museum

Im Anschluss nutzten die Ausschussmitglieder die räumliche Nähe zum Römermuseum und ließen sich von Dr. Jörg Scheuerbrandt, dem Leiter und Museumsbeauftragten des Kreises, durch die aktuelle und sehr populäre Ausstellung „Im Auftrag des Adlers – Publius Ferrasius Avitus: Ein Soldat Roms im Krieg und Frieden“ führen, ein großes deutsch-ungarisches Gemeinschaftsprojekt mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Schirmherrn. (Foto: LRA)

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