Mudau befürchtet Verspargelung

von Liane Merkle

Mudau. Eine umfangreiche Tagesordnung hatte der Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung im Bürgersaal des Mudauer Rathauses unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger abzuarbeiten.

So ging es um die marode Förderleitung zwischen dem Tiefbrunnen und dem alten Hochbehälter in Rumpfen, die mit einem Kostenaufwand von 57.000 Euro durch eine neue PE-HD-Rohrleitung DA 125 mm inkl. Schutzmantel mittels Einbau im Fräsverfahren ersetzt werden soll. Zuvor waren durch das Ingenieurbüro Sack und Partner aus Adelsheim unter Beteiligung der Stadtwerke Buchen als Betriebsführer der Wasserversorgung verschiedene Varianten untersucht worden zur Ermittlung der günstigsten und besten Sanierungsart.

Zur Komplettierung des Sportangebotes an der Grund- und Hauptschule in Mudau soll oberhalb des bestehenden Kleinspielfeldes parallel zu Sporthalle und Schulgebäude eine neue 100-Meter-Laufbahn mit 4 Laufspuren auf 5 Meter Breite und einem Kunststoffbelag angelegt werden. Wie Marco Rieß erläuterte, soll die Graseinwuchs  am Kleinspielfeld durch eine Umrandung mit Gummimatten stark eingedämmt werden und zusätzlich als Höhenausgleich zwischen Laufbahn und Spielfeld eine Sitzfläche aus U-Steinen angebracht werden.


Nach dem Willen von Verwaltung und Gemeinderat sollen die Arbeiten im Sommer umgesetzt werden, damit die Anlage zum neuen Schuljahr zur Verfügung steht. Als geschätzte Kosten nannten die Oswald Gehringer und Marco Rieß als Vertreter des Ing.-Büros Sack und Partner etwa 100.000 Euro für die Bahn sowie ca. 17.000 Euro für die Kleinfeldumrandung und rd. 33.000 Euro für die die Sitzfläche aus U-Steinen.

Dankenswerterweise habe die Joachim-und-Susanne-Schulz-Stiftung nach Aussage von Dr. Rippberger eine Förderung der Maßnahme in Höhe von 18.000 Euro bereits zugesagt.

Aufgrund vorangegangener Ausschreibung vergab das Gremium die Arbeiten zur Erneuerung der beiden Eingangstüren an der Schule im Ortsteil Steinbach an die Firma Mannl GmbH aus Kreuzwertheim zum Angebotspreis von 12.479 Euro. Diese Arbeiten stehen in direktem Zusammenhang mit dem Umbau des Gymnastikraumes für den nun die Zugangstüren und die Eingangstür auf der Südseite des Anwesens erneuert werden, so dass eine Nutzung nach der Sommerpause wieder möglich ist.

Weiter entschied sich das Gremium für den Beitritt der Gemeinde in den noch zu gründenden Verein „Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis“ zu einem Jahresbeitrag von 300 Euro. Als Grundlage hierfür sah man einen Vorschlag des Neckar-Odenwald-Kreises, in dieser Rechtsform als Verein Vertreter der Kommunen, der Landwirtschaft, des Landkreises und des Naturschutzes zusammen zu fassen.

Der Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr des Landkreises hatte sich bereits mit dem Thema befasst und einstimmig dem Kreistag eine Beteiligung des Landkreises an einem solchen Landschaftserhaltungsverband empfohlen, was auch unter der Prämisse einer Mitfinanzierung befürwortet wurde. Bürgermeister Dr. Rippberger: „Die Verwaltung sieht in der Gründung eines solchen Vereins und einem Beitritt der Gemeinde Mudau eine gute Unterstützung für die Erhaltung, Pflege und Gestaltung unserer Kulturlandschaften“.

Eigentliche Maßnahmen der Landschaftspflege und –Erhaltung sowie der Biotopvernetzung werden durch das Land Baden-Württemberg und die Europäische Union mit bis zu 100 Prozent weiter gefördert. Als nicht Träger öffentlicher Belange sieht sich der Verein als reiner Berater und Unterstützer für Bewirtschafter, Naturschutzverbände sowie Städte und Gemeinden bei der Landschaftspflege.

Einen wichtigen Raum in der Sitzung nahm auch der neue Kindergartenbedarfsplan der Gemeinde Mudau für 2012/13 ein. Wichtigster Punkt dabei war anstehende Neuregelung der Elternbeiträge ab diesem Zeitraum, wobei man dem landeseinheitlichen Vorschlag bei den Regelgruppen, den Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten sowie den Ganztagsgruppen für Ü3 folgte, jedoch die Krippen- und Misch- und U3-Ganztagsgruppen in reduzierten Beitrags-Varianten anbot.

Regelgruppe 105,30 / 80 / 52 / 16 Euro, Verlängerte Öffnungszeiten 124 / 95 / 63 / 20 Euro, Krippengruppe 30 Std. Wochenöffnungszeit 160 / 193 / 131 / 53 Euro, Altersgemischte Gruppen 22,5 Std. Öffnungszeit 231 / 172 / 117 / 47 Euro, Altersgemischte Gruppen 18,75 Std. Öffnungszeit 195 / 145 / 99 / 40 Euro, Ganztagsgruppe 3-jährige Kinder 225,30 / 170 / 112 / 40 Euro und U3-Kinder 293 / 217 / 147 / 53 Euro. Die genannten Preise gelten für das Kind aus einer Familie mit einem Kind aus einer Familie / mit zwei Kindern unter 18 Jahre / mit drei Kindern U18 / mit vier Kindern U18.

Beschlossen wurde für den Kindergarten Mudau 2 Regelgruppen, 1 Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten, 1 Gruppe mit Ganztagesbetreuung, 1 Mischgruppe und 1 Kleinkindgruppe U3 unter der Maßgabe, dass bei allen Betriebsformen auch eine Ganztagesbetreuung angeboten wird. Für den Kindergarten in Schloßau gilt 1 Regelgruppe, 1 Mischgruppe mit verlängerten Öffnungszeiten für U3 und Ü3 sowie 1 Kleinkindgruppe, ebenfalls mit verlängerten Öffnungszeiten U3 und Ü3.

Gemäß einer Vorgabe durch das Land Baden-Württemberg wird auch der Odenwald von einer „Verspargelung“ durch Windkraftanlagen nicht verschont. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung können auch bei Bedenken seitens Ortsverwaltung, Naturschützern, Eigentümern und Anwohnern keine schützenswerten Rechte der Gemeinde geltend gemacht werden.

Bürgermeister Dr. Rippberger: „Die Planung zeigt allerdings einmal mehr den ,,Druck“ auf die Hochflächen der heimischen Landschaft und bestätigt auch unseren Weg der Konzentration auf die windhäufigsten Standorte“, was den herrlichen Grünzug zum „Luftzug“ verwandle. Im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn mit 8 Konzentrationsflächen ist Mudau als angrenzende Gemeinde an dessen Vorhaben beteiligt worden.

„Im Grenzbereich zu Mudau auf Reisenbacher Gemarkung ist südlich des Reisenbachtals die Hochfläche „Augstel“ mit einer Fläche von knapp 80 Hektar für Mudau relevant“, so Hauptamtsleiter Herbert Knapp. Diese Fläche setzt die auf Gemarkung Mülben durch den Regionalverband vorgesehene Vorrangfläche ,,Markgrafenwald“ fort. Von der Ortslage Reisenbach aus sei die Fläche ca. 4 km entfernt und optisch gut wahrnehmbar.

„Zu den geplanten Windkraftflächen Lenzberg und Kinzert auf den Gemarkungen Reisenbach, Scheidental und Schloßau bestehen so große Abstände, dass ein negativer Einfluss auf den Ertrag dieser Flächen ausgeschlossen werden kann“, war der Aussage von Herbert Knapp zu entnehmen.


Abschließend der Sitzung nahm der Gemeinderat den Halbjahresbericht von Kämmerer Gerd Mayer über die Haushaltswirtschaft der Gemeinde zur Kenntnis, der mit 890.000 Euro eine 345.000 Euro höhere Zuführungsrate an den Vermögenshaus, keine Darlehensaufnahme und 176.400 Euro weniger Entnahme auf der allgemeinen Rücklage vorsieht. Die Entwicklung sieht das Gremium als überaus positiv.

Der Eigenbetrieb Wasserversorgung hat aufgrund der zahlreichen Wasserrohrbrüche im Winter und weniger Wasserverbrauch und noch einigen Punkten wie Aufwand beim Leitungsnetz ein Minus von rd. 92.000 Euro zu verzeichnen, was eine Erhöhung des Wasserpreises vorprogrammiere.

Unter dem Punkt Bekanntmachungen informierte der Bürgermeister u.a. über eine geplante Komplettasphaltierung der Wanderbahn im Zusammenwirken mit der Gemeinde Limbach.

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Kleinfeldplatz der Schule.  Zwischen diesem und dem Schulgebäude soll die neue Laufbahn entstehen. (Foto: Liane Merkle)

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1 Kommentar

  1. lieber verspargelt als verstrahlt

    bei den windrädern darf es nur darum gehen, daß keine anwohner durch schattenwurf oder geräusche belästigt werden. auf ästhetische einwände kann keine rücksicht genommen werden, es sei denn es gibt alternativen. denn wir können nicht auf den strom verzichten und zurück auf die bäume und ein zurück zur teuren und gefährlichen atomkraft ist auch nicht drin.

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